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Der Orient · 1841-06-12 · 24 (12.6.1841) · p. Spalte 365-366

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
24 (12.6.1841)
Article
Ueber die in einer Münchner Handschrift ... [Rezension]
Date
1841-06-12
Page
Spalte 365-366 (sequence 2)
Language
German
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365 Schriften über Saadja Fajjumi. S. Munk. Dr. Haneberg.. D w exegetischen Arbeiten Saadja's. 266 Eigenheiten zu dollmetschen, als ein Araber, dessen Sprache uns in Schriften aus allen Fächern bekannt geworden ist." Nach diesem fast gar nicht hierher gehörigen Paragraphen kommt Hr. H. endlich in §. 2 zu einer unmittelbaren Übersetzung, namentlich zu der von Saadja, und übergeht mit Recht die Frage, ob Saadja die ganze Bibel übersetzt oder nur einen Theil derselben, und ob er auch einen Commentac geschrieben, wohl wissend, daß diese Frage mehr a posteriori gelöst werden muß. Herr R. (Biographie Saadja's, Anm. 34) will aus dem Gebrauche von Tefsir (TDDiH) und Scharch (mw) bei Erwähnung der Saadja'schen Arbeit schließen, daß er nicht nur Uebersetzungen, sondern auch Commentare gearbeitet haben müsse; denn Scharch bedeutet wirklich Auslegung und Tefsir mehr Uebersetzung, was sprachlich keiner bestreiten wird. Estoci ha-Parchi in seinem Kaftor wa-Ferach v. 11 sagt bei einer geographischen Erläuterung TDDm pW nnyo wdh D.nn pi u. f. w., hingegen erwähnt Isaak b. Scheschet (l^DH) in seinen Gutachten n. 35 des Saadja mit folgenden Worten D.nn mm!?r nnyo m pwm u. s. w. Allein schon der Gebrauch des Wortes vmn bei Tefsir und Scharch hatte Hrn. R. darauf hrnführen können, daß man sich wohl beide ohne sonderliche Wahl bedient/ und daß, wenn nicht anderswoher der Beweis geführt werden kann, daß Saadja zu seinen Uebersetzungen noch Commentare hinzugefügt, aus diesen Termen gewiß nichts zu nehmen sei. Munk (Notice S. 5) citirt schon die Stelle aus More (L c. 27), wo ec die Uebersetzung des Onkelos mm nennt (nrw *0 tidd ntii), und mit Recht laßt sich dieser Namen von allen paraphrastischen Targumen gebrauchen. Denn die Uebersetzung des Psalteriums, welche Abulfaradsch Mohammed b. Jshak (in de Sacy's 0bre8romatie arab.) h?kh “O HTOH nerint, führt in der Münchner Handschrift den Tirel rm, und dennoch nennt sie der Verfasser selbst in der Vorrede Tefsir. Aber nicht diese unbestimmten Ausdrücke allein, sondern auch der Ausdruck ^IHD, den die jüdischen Schriftsteller brauchen, können für das Vorhandengeweftnsein von Commentaren nichts beweisen, da mm in der neuhebräischen Schreibung wie Scharch ganz unbestimmt ist; auch findet sich wirklich keine einzige Stelle bei jüdischen Autoren, welche zu R's apriorischen Annahme berechtigen könnte, daß Saadja einen nn hy bru qj'n 'HDD ([. Biogr. S. 23) verabfaßt habe. Rabbi Petachja sagt in seinem Reiseberichte D’HD& >DD pNDl nmpn ^dd myo non wns, aber unter E/nD versteht er nur die Uebersetzung, wie schon Gedalja die Pentateuch-Uebersetzung Saadja's minn' L7NQ nennt. Das Einzige, was sich a posteriori als richtig herausstellt, ist, daß Saadja den meisten Stücken seiner Uebersetzung kurze Scholien anhangte, wie wir sie zu den meisten Psalmen der Münchner Handschrift finden, worin er manchen sonst unverständlichen Ausdruck erläutert und sich über die ungewöhnlichen Auffassungen mit kurzen Worten rechtfertigt, welche Scholien keineswegs Commentare. genannt werden können, da sie weitläufige Abhandlungen und Auseinandersetzungen vermieden und mit Recht deshalb vermeiden konnten, weil die Uebersetzung selbst schon einen Commentar-Charakter hatte. Solche Scholien, unzertrennlich von den Uebersetzungen, versteht Petachja unter &y?HD, Bechaji in dem Vorworte zu feinem Chobat Ha-Lebabot, wenn er sagt: nfen hnd 'HyD l^m NHpDD HDD DTO D\Mj>ro, und die Cltate bei Kaftor wa-Ferach (o. 11), in dem Gutachten des Isaak b. Scheschet (n. 35) und die bei. den Auslegern Jbn- Esra, Kimchi u. ft w«, sind mus Scholien und Uebersetzung entnommen, wenn nicht aus eigenen Monographien, wie wir weiter unten sehen werden. Bevor ich aber auf Dr. H. zum Komme, um seine Mttheilungen über den Saadja'schen Psalter zu besprechen, stelle ich vorerst altes zur Beleuchtung der exegetischen Thätigkeit Saadja's geleistete übersichtlich zusammen: 1) die Pentateuch-Uehecsetzung (riNHiniw H'ODfö wurde bekanntlich schon 1546 zu Constantinopel von und für Juden gedruckt, und zwar in einer Ausgabe, in der noch zwei andere Uebersetzungen, nämlich Onketos' aramäische und Jakob Tussi's persische, sammt dem Commentare Raschi's den Text begleiten. Auf dem Titelblatte dieser Ausgabe heißt, es nach M's Mittheilung (Notice 64): mn.'... nnwo "■> min naninoi nrf?r *ßn rhm und 7mn dhhd ncmiDD rniw rlr$? pw fcnyo yb my) DibpjN;Dinn nunc6 -uhm *]DV» HDD npy^ HD DDDl .pDl HtO H0N '’DHD] yi DUND, Daß das Arabische mit hebräischen Charakteren gedruckt wurde ist ganz natürlich, da alle Handschriften Saadja's, wie überhaupt fast alle arabischen der Juden, mit hebräischen Charakteren geschrieben sind. Ich komme auf diesen Gegenstand übrigens noch zurück. In der Londoner und Pariser Polyglotte ist diese Version mit manchen Veränderungen abgedruckt, und zwar in arabischen Charakteren umschrieben; die vorzüglichsten Nachrichten über Veranstaltung und Hilfsmittel dieser Ausgabe findet man gesammelt .in den Prolegomenen (Prut. XIV de lingua Arabica et scripturae versionlbus arahids §. 15) der Londoner Polyglatte und bei Richard Simon in seiner Histoire crilique du V. T. (B. 2, c. 19), und Christian Friedrich Schnurr er hat 1780 in Tübingen eine eigene Monographie über den arabischen Pentateuch der Polyglotte herausgegeben, welche den Titel führt S)e S^Bitateucho arabico polyglotte . disputatio philologica (7 Bogen stark in Quart). In der Pariser Handschrift, aus welcher der Abdruck in der Pariser Polyglotte gemacht, wurde, wird der Uebersetzer pn7N Tyo genannt, und nur die Hyperkritik konnte,einige Zeit daran mäkeln. (Fortsetzung folgt.)

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