Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 24 (12.6.1841)
- Article
- Der Prophet Habakuk, ... [Rezension]
- Date
- 1841-06-12
- Page
- Spalte 363-364 (sequence 2)
- Language
- German
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363 Der Prophet Habakuk v. Dr. Abr. Wolff. 16. und ff. LB. d. O-, hat Referenten veranlaßt, einige Bemerkungen über einen allerdings schon altem Commentar dieses Propheten zu machen, und es soll ihn freuen , wenn seine Arbeit von dem geehrten Verfasser des obgenannten Aufsatzes als eine willkommene Vervollständigung angesehen wird. Hr. Dr. Wolff in Kopenhagen war, wie er in der Vorrede S. XXIN. selbst sagt, bei der Herausgabe seiner Arbeit erst zwanzig Jahre alt, und wenn man obenein in Betracht nimmt, daß seit 1822, in welchem Jahre das Werk erschienen ist, manche neue und reiche Quelle der Exegese erschlossen wurde, so dürfte es, unbillig erscheinen, wenn man bei der Beurtheilung dieses Commentars einen allzustrengen Maaßstab anlegen wollte. Auf der andern Seite erheischt aber wiederum die Wissenschaft, unumwundene Wahrheit und Strenge, und wir geben uns dieser um so mehr hin, als ja ohnedies unsere etwaiger Ausstellungen nicht den bewährten Rabbinen, nur den Jüngling treffen. Zwei Seiten sind bei dem Werke vorzüglich lobenswerth hervorzuheben; es ist der Fleiß mit dem das Material vor.allen Seiten her zusammengetragen und geordnet ist, und dann die Benutzung der hebräischen Comrüentare, welche, gewiß zu manchem Nachtheile, von den neuern 'Exegeten, mit Ausnahme Herzfelds im Kohelet, und Philippsons im Bibelwerk, meisthin vernachlässigt werden. Hr. Dr. Wolff hat Alles was er nur irgend habhaft werden konnte, bei seiner Bearbeitung benutzt; die Commentare christlicher und jüdischer Gelehrten (von diesen hauptsächlich Raschi, Jbn-Esra, Kimchi, Abravanel, und von den Neuem vorzüglich Heidenheim) sind excerpirt und wahrhaft schatzenswerth ist das reichhaltlge und ziemlich vollständige Verzeichniß der Literatur über Habakuk und die übrigen kleinen Propheten. Dem eigentlichen Commentar hat der Vers, eine Einleitung vorangeschickt, welche enthält: L Kurze Ueberftd)t der Dichter, welche im Pentateuch Vorkommen, tu s. f. Seite 1—14. II. Metrik S. 14. — 40. UI. Ueber die Schreibart und Dichtkunst der Propheten. S. 40. — 48. IV. Ueber Weissagung. S. 49. — 60. V. Ueber Benennungen der Visionen. S. 61. —-64. VI. Vorerinnerungen zu Habakuk. S. 64—78. Endlich VÜ. obenerwähntes Literatur-Veczeichniß @.79—90. Dann folgt der Text mit einer wörtlichen Uebersetzung und mit ausführlichen Bemerkungen; hierauf S. 263—272 eine freie, metrische Uebersetzung; S. 275 — 318 ein exegetischer und ästhetischer Commentar, und das Ganze schließt ein besonderer Exkursus über S. 329—324. Schon dies Jnhaltsverzeichniß zeigt deutlich, daß sich Hr. Dr. W. außerordentliche Mühe gegeben hat, seiner Arbeit die größtmöglichste Vollständigkeit zu verleihen und schon in dieser Beziehung ist das Werk recht sehr empfehlenswert^ (Beschluß folgt.) Dr. Haneherg u. S. Munk üb. Saadja. 304 21) Ueber die in einer Münchner Handschrift aufbehaltene arabische Psalmübersetzung des R. Saadia Gaon. Mit einer Probe. Von Dr. Daniel Haneberg a. Prof, an b. Univ. g. München. 1841. 4. 22) Notice sur Rabbi Saadia Gaon et sa Version arabe d’Jsaie, et sur une version persane manuscrite de la bibliotheque royale; suivi d’un extrait du Ih re DaLaL&t al-llayir in en arabe et eil frangais, sur les metaphores employees par Isaie et. par quelques prophetes; parSal. 1V1 u n k. Paris, 1838. 8. (Fortsetzung.) Jedenfalls ist es gewiß keine übermäßige Anforderung, wenn wir wenigstens über diejenigen arabischen Psalterausgaben einige historische Winke zu erhalten wünschten, die mit leichter Mühe noch allenthalben aufzuschaffen find. Zu solchen Psaltern rechne ich z. B. den dem syrischen gegenüber gedruckten Psalter, der von P a sch ali s in dem bereits erwähnten Kloster Kasch eja auf dem Libanon 1610 in Kleinfolio herausgegeben wurde; den arabischen .Psalter v. dem antiochenischen Patriarchen Athanasius, der 1706. 4. in Aleppo herausgekommen und nach der melchitischen Recension der LXX Gearbeitet ist. Ferner: das koptisch-arabische Psalterium, welches der berühmte Koptist Raffael Tuki zu Rom 1744. 4 besorgte; das arabische Psalterium, welches 1741. Lin Beiru t erschienen; das arabische Psalmbuch, mit noch 10 andern kirchlichen Liedern, welches in Bukacescht 1747. 4 herausgekommen; das arabische Psalmbuch mit arabischem Commentar, welches 1692 f. in Wien edirt wurde; das viersprachige (hebr. chald. griech. und arab.) Psaltecrum von Justiniani, welches in Genua 1516 ft herausgekommen. Auch hatten wir einige Worte über die arabische nach der Vulgata gefertigten Bibel der Propaganda (gedc. 1671), welche die Londoner Bibelgesellschaft nachgedruckt, erwartet. Wenn wir aber auch mit Recht uns über die literar-HLstorische Vernachlässigung der mittelbaren arabischen Psalmübersetzungen zu beklagen haben, so finden wir hingegen die Ansicht über den Werth einer gründlichen aus dem Originale unmittelbar geflossenen arabischen Uebersetzung sehr richtig ausgesprochen. „Für die wissenschaftliche Bibelerklarung, heißt es daselbst S. 4., ist es von hohem Interesse, eine von einem Orientalen gefertigte arabische Uebersetzung der heiligen Liedersammlung zu finden. Die prosaischen Theile der heiligen Schrift bedürfen, außer der dogmatischen Würdigung, einer antiquarischen, historischen, traditionellen Aufklärung.' Hierzu können arabische Uebersetzungen, ihrer nothwendig spätem Entstehung wegen, verhältnißmäßig wenig beisteuern. Bei den poetischen Büchern dagegen, und insbesondere bei den Psalmen, handelt es sich vorzüglich darum, uns eine Form begreiflich zu machen, welche wesentlich von der klassischen und modernen Form der Poesie abweicht. Die Eigenthümlichkeiten dieser. Form kann kein Mensch leichter erkennen, als ein geborner Araber, der mit seiner einheimischen Literatur vertraut ist, und Niemand eignet sich besser dazu, uns diese