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Der Orient · 1841-06-05 · Heft 23 (5.6.1841) · p. Seite 178

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 23 (5.6.1841)
Article
Daghestan: Forts. üb. die zehn Stämme
Date
1841-06-05
Page
Seite 178 (sequence 2)
Language
German
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- 178 — wird und der (Ketubot e. 12 Anft) sogar zu den Civilrichtern in Jerusalem gehörte/ Der Amora Rabbi Jose (Chulin 51») war aus Medien, und mancher schickte seinen Sohn nach Palästina, damit, er die talmudischen Akademien besuche (Moed-Katan 20^, Semachot e. 12 Ans.). Die gegenseitige Annäherung war aber im Ganzen doch nur Ausnahme; gewöhnlich hiUt man Medien für ein sehr fernes Land, so daß es sprüchwörtlich geworden ist: man führe es ihm nach bis nach Medien (Baba Kama c. 9 Misch. 5). Auch Gernsaka oder Gaza hielt man für einen sehr fernen Ort; denn Rabbi Zadok, der dorther pW) nach Palästina kam, um die' Akademien zu besuchen, erfuhr erst den Tod seines Vaters nach drei Jahren (MoLd-Kat. das. Semach. das.). Es ist also kein Wunder, wenn die Bewohner daselbst in Sachen des mündlichen Gesetzes weit zurück waren; es ist kein Wunder, wenn sie dem ganz Medien bereisenden Rabbi A kib a, als er auch nach Ganzaka ("HD hw p?JJ) kam (Aboda - Sara 34», 39 a vgl. Jalk. Schim. p. 1041 ed. Franks, a. d. O.) über, Halacha's des mündlichen Gesetzes befragten. Er hat ihnen auch' vorgetragen über das sündige Geschlecht der Sündflut und über Jjob, bei welchem ersten er in ihrem Herzen keinen Wiederhatt gefunden (Bereschit Rabba pap. 33). Welche trübe Eindrücke Rabbi Akiba von seinem Besuche der zehn Stamme in Medien in seine Heimath mitgebracht, wie verklungen er jeden nationalen Ton in den nuu ganz entfremdeten Herzen gefunden, das laßt sich leicht aus seinen lieblosen Aussprüchen über sie entnehmen. (Forts, folgt.) Deutschland. Stvelrtz, 27. Marz (Verspätet.) Ein hiesiger Rabbinats-Kandidat, welcher kürzlich einen seiner Pensionäre in dessen Vaterstadt Kyritz consirmirt hat, mußte bei dieser Gelegenheit mit -vielem Bedauern bemerken, wie das religiöse Leben in den kleineren Gemeinden Preußens jeder geistlichen. Beaufsichtigung fast gänzlich ermangelt. Es hatten sich Verwandte des Confirmanden aus mehreren kleinen preußischen Städten, aus Ritzwalk, Belitz u. cu Orten zu diesem Familienfeste eingefunden und , obwohl fast Alle unterrichtete Leute . und eifrige Israeliten , die bereits auf Reisen in Hamburg, Berlin, Magdeburg, oder bei besonderen Feierlichkeiten in ihren eigenen Gemeinden Vorträge von den vorzüglichsten unserer Prediger gehört hatten, konnte doch keiner von den Anwesenden sich, rühmen, daß das Wort Gottes , in seiner Synagoge von irgend einem Rabbiner, Prediger oder Lehrer bis jetzt anders als in seltenen Fällen.und auf ganz besonderes .Verlangen verkündet worden sey. Ist nun auch dieser Uebelstand nur durch das Eingreifen größerer Gemeinden und ihrer beamteten Lehrer gänzlich zu heben, so konnten doch demselben wenigstens in Etwas die strebsamen Jünglinge abhelfen, welche an preuß. Umversitatsorten dem Studium der jüdischen Theologie , obliegen, wenn sie zuweilen einen Ausflug nach den. benachbarten kleineren Gemeinden machen-und daselbst Ihre jungen Kräfte versuchen wollten. Aus den größeren Synagogen meistenteils durch den Stab der dort angestellten Hirten verscheucht, würden sie hier stets willkommene Gäste seyn, ihren Zuhörern die schöne Gabe des göttlichen Wortes mitbringen und für sich selbst die Uebung im Kanzelvortrage jgewinnen, welche der künftige Volkslehrer niemals zu früh erlangt.— Güst 2 ö w, 16. Mal. Ist es auch befremdlich, daß bei den zahlreichen Synagogen-Einweihungen von all den " betreffenden Geistlichen, selbst von denen, die im Ruf der Orthodoxie und talmudischer Gelehrsamkeit stehen, das ttVTO gesprochen worden, so ist es hinwiederum erfreulich, daß der durch talmudisches Wissen sich auszeichnende Rabb.Kand.Herr I. Gebhardt, bei Einweiung der neuen Synagoge zu Wollstein, sich nicht seinen Vorgängern angeschlossen und vielmehr das rmsm DiDH gesprochen hat. Die Gemara giebt Berachot 59. b. die Regel : sey zu sprechen, wenn der betreffende Gegenstand nur dem Segensprechenden allein angehört, hingegen 'OHl Diion, wenn derselbe auch Andern außer ihm zu Gute kommt. Wenn nun die Synagoge nicht blos für den Geistlichen, welcher gerade die Weihung vollzieht, sondern auch, und zwar zumeist zum Heil und Frommen der Gemeinde erbaut wird, so dürfte dabei wohl das rmoni nuon zu sprechen sein. So entscheidet auch der Verfasser des Leket Kemach § 179 mit den Worten: Hat, eine Gemeinde eine Synagoge gebaut oder gekauft, oder eine zerstörte wieder aufgebaut, so erhebe sich der Vorbeter und spreche das niEn. Es könnten dennoch wohl nur diejenigen Lehrer bei Synagogen-Einweihungen das OTW sprechen, welche, von den schärferen talmudischen Distinctionen abstrahirend, für jegliche neue Gabe aus der Hand Gottes in allen Fällen mit demselben allgemeinen Segensspruche dem Geber alles Guten danken wollen; und würde dieses zwar dem denkgläubigen Israeliten, nicht aber dem streng-orthodoxen Juden genügen. Es wäre daher zu wünschen, daß, um allen Prateien zu genügen, von allen Geistlichen Israels der nicht minder schöne Segensspruch nnooni füx Synagogen-Einweihungen beibehalten werde. Dr. M. Löwe. Bueslan, 18. März» (Verspätet). Die ausführlichen Berichte, welche der Orient theils in seinen Licht- und Schattenbildern, theils in den den Nachrichten gewidmeten Spalten seines Blattes über Schulen und ihre Organisation gegebenveranlassen mich, Ihnen folgende Artikel, entnommen aus der Beilage zu No. 62 und 64 der schlesischen Zeitung zu überschicken; diese Artikel betreffen die königl. Wilhelmsschule, die Feier ihres fünfzigjährigen Jubiläums, und die bei dieser Gelegenheit von Dr. Francolm gegebene Mittheilung „zur Geschichte der königlichen Wilhelmsschule." Diese zwei Artikel lauten: Am 10« und 11. d. M. fand in der hiesigen, königl. Wilhelm s-Schule die öffentliche Prüfung sämmt- Licher Klassen statt, zu welcher der erste Jnspector und Oberlehrer derselben, Herr Dr. I. A. Francolm durch rin kurzes Programm, in welchem die Ordnung der Prüfung und nachstehende Schulnachrichten mitgetheilt werden,-eingeladet hat. Der jetzt beendete Eursus-wurde am 1. April v. I. mit 102 Schülern eröffnet. Im Laufe desselben traten 47 Schüler hinzu und gingen 44 ab, jo daß die Zahl der Schüler jetzt am Schlüsse, des Schuljahres 105 betragt. Im Lehrerpersonal ist keine Veränderung eingetreten, und der Lehrplan ist unverändert beibehalten worden. Eine Abhandlung, wie si'essonst das Prüfung-Programm zu begleiten pflegte, wurde diesmal nicht beigefügt, weil man sichdieselbe zu dem nächst bevorstehenden Jubiläum der Anstalt Vorbehalten hat. Res. ist auf die Geschichte dieser Schule sehr begierig, denn ihm will es bedünken, als ob die Schüler-

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