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Der Orient · 1841-05-29 · 22 (29.5.1841) · p. Spalte 333-334

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
22 (29.5.1841)
Article
Die neueste Ausgabe des Kusari [Rezension]
Date
1841-05-29
Page
Spalte 333-334 (sequence 2)
Language
German
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833 Die neueste Ausgabe des Kasan. Beitrag zur Exegese v. B. F. Mannheimer. 334 Thell von Lesern noch heut zu Tage anwendbar sei. Wer kann z. B. läugnen, daß Bechaji's Chobat ha- Lebcrbot, dies Veilchen im Blumenstrauß jener Literatur, in seiner Anmuth und Lieblichkeit, in seiner warmen Menschenliebe und erhebenden Frömmigkeit, eine jüdische Ethikssei, wie sie unsrer modernen, an Religionsschriften so reichen Lit. noch fehlt? Für diejenigen also, die vom Hebe. eine Kunde besitzen, wird dies Buch immer noch von praktischem Nathe und Nutzen sein, wenn sie auch nicht weiter nach seiner gesellschaftlichen Bedeutung fragen. Au diesem Zwecke wird es also genügen, und sogar als lobenswerth zu bezeichnen sein, wenn nur die nothwendigsten Realien beigebracht werden. — Was die im engem Sinne Philologische Erläuterung des Textes betrifft, so konnte man bisher aus eine empirische Kenntniß des neuhebräischen.Jdiomes im Allgemeinen rechnen, ja wer noch einen hebräischen Kommentar schrieb, mußte dies wohl, und so nahm man zu grammatischer und lexikalischer Analyse nur selten seine Zuflucht, am wenigsten bei Erklärung der in dieser Literaturgattung herrschenden Arabismen, da eine große Anzahl von Commentatoren des Arabischen gar nicht kundig war, und auch wirklich, wo nicht jener aus der Empirie gewonnen instinktactige Takt auf die rechte Fährte brachte, in Kreuz - und Querzügen vergebens dem Sinne nachjagte. - Mit Recht beklagt das Vorw. (S. V.), daß es noch immer keine neuhebräische Sprachlehre und kein neuh. Lexikon gebe. (Beschluß folgt.) Beitrag zur Exegese. I. a) Der alte diakritische Grundsatz der jüdischen Grammatiker: EN W' DN hat im lausenden Jahrhundert so manchen Stoß erlitten, und man legte die frühere Befangenheit, die ich lieber Pietät nennen möchte, insoweit ab, als es vernünftige Philologen nicht mehr für Häresie ansehen, wenn man die Unfehlbarkeit des-Nikkud hie und da in Zweifel zog, und der ursprünglichen, richtig ent Leseart auf die Spur zu kommen suchte. So versuchte sich die Kritik in mehren schwierigen Parthien der Bibel mit Erfolg: das Meiste jedoch ist noch zu thun übrig. — Möge es mir nun ertaubt sein, auf dem einmal betretenen Wege ebenfalls einige Schritte vorwärts zu versuchen und die Aufmerksamkeit der Bibelfreunde auf folgende Stellen zu lenken: d) Genesis 9.27. Dieser Vers hat bisher zum Leidwesen der Kritiker keine genügende Erklärung gefunden und die von den Meisten beliebte Uebersttzung: „Gott möge Len Iefet ausbreiten" scheint den Wenigsten zureichend; denn was thun die Verteidiger dieser Version mit dem Nachsatze, der gerade das Gegentheil für Iefet erbittet? — Ich suche daher das Motiv des daselbst ausgesprochenen Wunsches oder Segens Ln dem vorhergehenden D&P 'H pTO, auf den sich jenes Augurium bezieht — sehr mich aber dadurch veranlaßt, die Interpunction des HD* zu verdächtigen, den..ich doch hinwiederum das vielleicht zu kühne flro, obgleich in dieser Bedeutung minder vereinsamt in der h.'Schrift, unterzuschieben nicht wagen durfte. — Freilich steht der Uebersttzung: „Gott gebe dem Iefet kn den. Sinn" (siehe im 2. Buche der Könige 22. 20„wo dieses Wort in demselben Sinne genommen wird) der Präpositionsbuchstabe b (statt des Accusativs) im Weg. — Das ließe sich jedoch caeteris paribus vor dem Forum der Kritik allenfalls noch vertreten. — Ich gebe Ihnen, mein Verehrtester, nur zu bedenken, ob ich nicht schon mit dieser Anfrage (mehrsoll es auch vorläufig nicht sein) zu viel gewagt habe? c) Genesis 10, 5. Hier fühle ich mich schon eher getrost, denn ich habe festen Boden unter mir, ohne die Axt an die Wurzel setzen zu müssen. — Ich hoffe, der Leser errath schon, daß ich cs mit der Deutung des DOT ■»WO zu thun habe, dessen Entgegensetzung mir „Insel der Völker" auch den Genügsamsten nicht ganz befriedigt. Zudem wiedersteht das Beigefügte BmiTuvl jener Annahme, und ich freue mich, wenigstens hier die hermeneutische Angabe dieses Versesvon dem regsten Gesichtspunkte aus in's Auge gefaßt zu haben. — Ich glaube nämlich überhaupt, mit diesen OM seien die damals (von Kleinasien oder Indien?) ausgegangenen Kolonien gemeint, die im Gegensätze zum übrigen, größten Theits noch unbewohnten Lande, wo sie ihre Niederlassungen gründeten, wie Oasen in der weiten Wüste, oder mit der Bibel zu sprechen, wie Inseln aus dem unabsehbaren Meere hervorragend, sich ausuehmen mochten. Die ursprüngliche Bedeutung des W widerspricht dem vollends gar nicht: Etwas im Gegensätze zu Nichts; was mich aber in dieser Meinung noch bestärkt, ist der Schluß dieses Satzes: ttfW DrPMD crrrnriD^B1?, womit, wie ich glaube annehmen zu dürfen, hinlänglich angedeutet wird, die Sprache dieser Pslanzorre sei lange die aus dem Mutterlande herüber gebrachte, heimathliche geblieben. d) Exodus 16. 8. 9. So unmöglich ist es, die damals nach allgemeiner Annahme angetretene Dynastie genauer zu bestimmen und Andererseits der Angabe Einiger, es feien die Hyksos jene Eindringlinge gewesen (obgleich der Name des Volkes zur Aufhellung dieses Theiles der egyptischen und resp. israelitischen Geschichte wenig oder gar nichts beitragt) irgend einen triftigen Grund herauszusinden; glaube ich dennoch, daß auf Ein Wort, das für die letztere Meinung zeugt, bisher zu wenig Aufmerksamkeit gerichtet worden ist: es ist dies das sehr bedeutende : iDy ‘w 1DN0 wo augenscheinlich von des Usurpators eigenen Leuten, die mit ihm ins Land gekommen waren, die Rede ist. So gering auch die Ergiebigkeit dieser kleinen Hermeneutik sein mag, sie ist doch nicht ganz müßig, und D'JfDDH IHN nmm TW man nahm ja bei Errichtung der Stiftshütte auch des Aermsten Gabe an. e) Jeremija 31. 22. Hier ist es das ppDiinn, welches von den Uebersetzern gar verschiedene Auslegungen erfahren hat. Gegen jede sind Einwurfe gemacht worden, und ich halte es für nicht unstatthaft, auf einen bedeutungsvollen Wink, den mir mein fleißiger Freund, Herr Ahron Kohen (sonst auch ein scharfsinniger Lalmudist) vor einiger Zeit gegeben hat, aufmerksam zu machen. Nach ihm und Castelli (den mein Freund früher nicht gesehen hatte) ist die Radix pftfi mit der araö. t einer und derselben Bedeutung, obgleich wir im j: hebräischen keinen dem arab. Namen analogesSubstantiv finden, ja selbst das Verbum in dieser Bedeutung nur im Hithpael gebraucht wird, wie Sam. 1. 1 das p-OHttfn. Hier treffen wir aber wieder mit den übrigen Commentatoren zusammen, und sind kaum zweifelhaft, daß die u r-

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