Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1841)
- Article
- London: die Feierlichkeiten, die verschiedenen Predigten ...
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Seite 155 (sequence 2)
- Language
- German
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— 155 — Danklied n) von Meldola, mit Ausnahme der etwas harten 5. Strophe, sehr Lieblich, wurde mit Innigkeit gesungen. Au Ende des Gottesdienstes begrüßten noch sehr Viele persönlich den wie es schien freudig gerührten Mann des Festes, und begleiteten ihn vor das Gotteshaus, wo ihn noch die oben geschilderte Überraschung erwartete. — Freitag (12.) Abend wohnte Montesiore den Dankgebeten in der Hambiough-School bei. Der Vorbeter Hr. Barnard erwarb viel Lob. Hingegen sprach die Rede des jungen M. Mayers, Chasan in Montefs. Synagoge zu Ramsgate, nicht sehr an. Montes. schenkte 10 Guineas. — Sonnabend (13.) wurden dem gefeierten Manne zu Ehren die Dankgebete in der OuKes-xluoe- «chool abgehalten. Auch hier erregte der Lhasan Mr. Asher mit seinem ausgezeichneten Organ und guten Chore Bewunderung, während Rev. M. Jsaacs in seiner Predigt nur mimisches Talent vereint. Zu NND fand eine gleiche Feierlichkeit in der schönen New-school statt. Mit vieler Würde trug M. Lindenthal die Gebete vor. Der Lehrer M. Salomo ns zog in seiner Rede eine hinkende Paralelle zwischen Moses, Mordchai und Sir Moses. Ec begann mit den begeisternden Worten: 'W »Tpun rpn mm Wir müssen gestehen, den Redner wegen seines leisen Vortrags nicht durchaus verstanden d.h. vernommen zu haben. Auch die letztgenannten Synagogen erhielten von Montes. jede 20 Guineas als ,Tru. Die Ordnung der Gebete ersehen Sie aus einer mitfoU genden Broschüre^). Unwillkührlich drängt sich uns hierbei die Bemerkung auf, daß bei all diesen Feierlichkeiten, die Reden, mit rühmlicher Ausnahme der des Rev. de Sola, nur eine sehr untergeordnete Rolle spielten. Ueberall waren es mehr die Chasanim, welche den Feierlichkeiten Würde und Arnnuth verliehen. Wir sind aber der Meinung, daß der Gedanke, und das ihn darstellende Wort, bei jeder öffentlichen, vorzüglich kirchlichen Feier die Hauptsache sei. Und finden wir es lächerlich von einer geistlichen Rede zu verlangen, daß sie „einen Genuß bereite", oder ein oratorischer Ohrenßizel für ästhetische Feinschmecker sei, so verlangen wir um so mehr Geist und Gemüth, verlangen einen mächtigen Eindruck, der dem gebildeten Zuhörer es möglich macht, ein Referat darüber zu schreiben, das einer Theateccezension oft bis aus Bemtheilung des Costüm ähnlich ist. (Unsre Zeitschriften sind leider nicht frei von solchen, aber die Schuld mag nicht imm er auf Seiten des Predigers sein.) Uns fehlt es an Predigern 11) 'El nurb DDK) Psalm of Thanksgiving etc./ t> vlerzeilige Strophen hebr. ti. engl. 12) 'Dl min Wl nfen Order of service delivered at all the Synagogues broughoufc Great Britaiu, on Sabbat the roth Ädär— 13 th. March >— 56 or etc. London 1841; 8. 5 Seiten hebr. eben so viel engl. Uebers. wie an Lehrern, wie an der Erziehung in religiösem Sinne überhaupt. Es fehlt aber auch leider an Sinn für diesen Mangel, und darum hatten wir gewünscht, daß die Hrn. F. und H. das von Ihnen wohlerkannte Bedürfniß den englischen Juden so lange vorhatte/ bis der zur Abhilfe nöthige Schritt geschehn. — Was wir bei dieser Gelegenheit für das passendste Denkmal an Montesiores herrliche That gehalten, ist in unserm letzten Bericht ausgesprochen und begründet worden. Haben aber die Empfangenden es verabsäumt, solches zu thun, so möge der mit so allgemeiner Anerkennung Empfangene vielleicht selbst Len Grundstein zu einem ewigen Denkmal seinesNationalsinnes legen. Ich werde es bei mehr Muße,versuchen, diese nicht von Wenigen gehegte Idee deutlicher zu machen. Deutschland. Berlin, 1. April. (Beschluß.) Daß aber Hr. Dr. S. den Muth hatte, die von ihm unter schützten Leistungen dem Publikum vorzufühcen, zeigt uns das wohl begründete Selbstvertrauen desselben, .das Bewußtsein eines guten Strebens, eines beharrlichen Kampfes mit den ungünstigen Verhältnissen von außen. Unter diesen nennt uns derselbe einen Umstand, der Beachtung verdient und hier noch erwähnt werden muß. Es ist dies der häufige Wechsel der Schüler, welchen eine zur Einsicht ausgelegte statistische Tabelle der letzten zwei Jahre anschaulich machte, und die vorzüglich veranlaßt durch die (Abhandl. S. 25) mit Recht gerügte Sucht der Ettern und Kinder, die Bürgerschule mit dem Gymnasium zu vertauschen, den größten Schaden der Schule zusügt (ft S. 26). Wir wissen nicht, ob diese hier wirklich bis zum Unsinn getriebene Eitelkeit sich auch anderwärts so empfindlich macht. Krankheiten und andre Umstände übergehen wir um so mehrmals nach dem Obigen die Entschuldigungen als überflüssig erscheinen, oder mehr Anklagen zu nennen sind. — Für den Nachmittag war in der Einladung nur Hebräisch durch alle Klaffen angekündigt, und dürste einem Sprachphilosophen kaum zu verzeihen sein, daß unter diesem Ausdruck auch biblische Geschichte und Religionslehre verstanden sein wollte, wenn wir auch die jetzt ziemlich anerkannte Methode gar sehr toben müssen, jene Gegenstände im Unterrichte als sine sich durchdringende Einheit zu betrachten. Auch fürchteten wir, ungeachtet der^ bereits gesteigerten Schatzungder Anstalt im Ganzen, und des höchsten Ranges dieses Gegenstandes in einer jüdischen Schule, dennoch hier endlich die schwache Seite jener anzutreffen; da wir sonst nicht zu erklären wußten, warum derselbe ganz allein, nach allen Gegenständen, Anrede und Prämienvertheilung aus die weniger besuchten Stunden des Nachmittags verlegt worden. Jetzt aber möchten wir beinahe 20*