Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1841)
- Article
- Kaukasien : Das jüdische Dorf Arachin [Nachricht]
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Seite 153 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zweiter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken fit Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeberi von Br. Julius F u t st. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, dasMeraturblattwitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 2O. Leipzig, den 15. Mai Ä84A« Orient. (Kaukasien. Das jüdische Dorf Ar ach in. Tlemsen, 'die Verjagung der Juden daselbst. Ben-Aissa. Hamab an. Denkmäler auf Elwend und Bi - Suttun.) — Großbritannien (London, die Feierlichkeiten, die verschiedenen Predigten; Meid ola; de Sola; Barnard; Mayer; Lindenthal u. A..) — Deutschland (Berlin. Schluß des Berichts üb. die Schule des Dr. Stern. Leipzig, die Gothaer Bank und ihre Mitglieder mosaischen Glaubens. Posen. Replik gegen den Correspondenten Kz. Schweidnitz. Ausrand der dortigen Gemeinde. F e r n b a ch). — Böhmen (Prag, der Verein ,,Liebe deinen Nächsten wie dich selbst".) — Ungarn (P e h st, Forts.) — LB. des Orients. Orient. Kaukttfien. In einer Beschreibung der russischen Provinzen im Kaukasusm den literarischen und kritischen Blattern der Börsenhalle (in den neuesten Nummern), wird auch, so weit ein flüchtig gleisender es zu thun vermag, der Juden gedacht, und da die Juden daselbst so ganz abgeschieden sind, so ist schon die bloße Nachricht von ihrem Dasein ein historischer Gewinn. Die gleise, welche der Beschreiber machte, ging von Tiflis aus durch Daghestan nach Derb ent und Baku; als er über Ru tut nach der Stadt Acht i und von da längs der User des Arach reiste kam er nach dem jüdischen Dorfe Arachin. Es ist aber nicht das einzige jüdische Dorf in dieser Gegend, vielmehr sind sie hier zahlreich umhergestreut; in Arachin aber ist eine Poststation. Obgleich diese Gegend nun ganz unter der Botmäßigkeit Rußlands ist, so sind die Juden dennoch nicht so willfährig gegen die Anordnungen der Regierung; ebenso die feindlich-gesinnte Umgebung. Dem Gesetze, dem Reisenden Transportmittel von einem Orte zum andern zu verschaffen, wird von ihnen nickt Folge geleistet. — Tlemsen. Das neueste Heft des Journal de la Marine (Set. bis Der. 1840) bringt die verbürgte Nachricht, daß Abd-el-Kader die Juden aus Tlemsen habe verjagen lassen, so daß jetzt keine mehr da wohnen. Schon bis jetzt hat die Tyrannei Abd-el- Kaders schwer auf der Gemeinde gelastet, wie noch jetzt in Miliana und Mascara, und die Verjagung ist nur diegrausameFolgederbegonnenm fanatischen Herrschaft. Als Vorwand der Verjagung hat er angegeben, daß sie fortdauernde Verbindungen mit den Franzosen Algiers unterhalten, was vielleicht bei dem schweren Drucke, unter welchem sie geseufzt, möglich ist. Abd-el-Kader hat aber die Juden nicht blos verjagt, sondern er hat noch befohlen, daß man sie nach der Provinz Benismic, drei Tagemärsche südlich von Tlemsen, transportt'cen solle, damit sie mit den Franzosen nicht zusammen kommen. Wenn diese Befehle, pünktlich ausgeführt werden, so läßt sich kaum ihr Untergang bezweifeln, denn gegen die Reiche wird der Dolch und gegen die Armen der Hunger ausstehen; jedoch ist die pünktliche Ausführung nicht bekannt. — Die Nemesis wird gewiß diesen fanatischen, übermüthigm Emir über kurz oder lang erreichen; seine Verwegenheit hat schon in diesem Augenblicke die Langmuth der Franzosen gebrochen und den Vernichtungskrieg eröffnet, und schon dieser Feldzug dürste leicht mit der. Wiederbesitznahme von Mascara, Miliana und Tlemsen enden, wodurch mancher gedrückten Gemeinde die Freiheit gebracht werden wird. Hat doch der grausame Häuptling Ben-Aissa, der 1837 bei der Erstürmung Konstantine's so viele Juden bei den Arbeiten an der Bresche opferte, endlich den Lohn seiner Grausamkeiten, indem er jetzt eingefangen und zu 20jahriger Gefangnißstrafe verurtheilt ist! —- ^crmadan. Zur Ergänzung des in Nr. 18 über Hamadan mitgetheilten möge hier noch Folgendes einen Platzfinden. Das schon erwähnte Heft des Journal de la Marine hat eine ausführliche „Mit- 20