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Der Orient · 1841-05-08 · 19 (8.5.1841) · p. Spalte 285-286

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
19 (8.5.1841)
Article
Bemerkungen [Nachricht]
Date
1841-05-08
Page
Spalte 285-286 (sequence 1)
Language
German
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285 Bemerkungen. Ztntr-Kritik, die Predigten Pleßncr's betreffend. 286 Bemerkungeu. Hrn. PH. in P.': Las fuc die 2. 2C. Z. kommt zu spat; die Sache hat daselbst schon früher eine Entgegnung gefunden. Das Belletristische kann ich nicht aufnehmen. — Hrn. M. H. in T.: über R —d haben Sie richtig geurtheilt; Sie haben nichts versäume und Sie erfahren noch darüber zur Zeit. — Hrn. St. in B.: Die Anzeige über die Masaol: kaim erfolgen. — Hrn. K. in P.: die Recensi'on üb. Aschru Chamoz kann in dieser verletzenden Form nicht ausgenommen werden, wohl aber, m\m Hr. K. sich entschließt, mit würdiger Ruhe diesen Gegenstand zu besprechen. — Hrn. Z.: der Orient hat keinen Raum für Gedichte. — Hebräische Zuschriften an Cremieux und Montesiore laste ich nicht abdrucken, es ist ohnehin der Sache schon zu viel geschehen; sie stehen daselbst zur Verfügung. — Hrn. M—r in Prh. ersuche ich fortzufahren. — Hrn. Sk. in A—d kann ich nur durch d. Bi. antworten. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Anti-Kritkk.*) In der 15. Nr. der allgemeinen Zeitung des Judentums S. 215 wurde uns eine u n p a rth e i i sch e, leidenschaftslose (!?) kritische Beleuchtung der Pleßnerschen Reden zu TlM, und wohl ist es uns gestattet, den Gehalt derselben, 1. e., der Kritik, naher zu beleuchten. Daß es a priori einzig und allein löblicher Zweck des Referenten gewesen sein mag, das Produkt gebührender Weise zu prüfen, wollen wir um aller Rccensenten Ehre willen glauben; daß derselbe aber hic:> einer rhetorischen Regel analog, das totum pro parte, dm Verfasser selbst angreift und mit blinder Wuth ihn zu zerzausen strebt, kann nur insofern weniger auffallend erscheinen, als gerade dieser sich nicht nennender Aesthetiker jenen gelichteten Kopsen anzugehören scheint, die mit dreister Stirn es wagen, selbst dem festen, lichtvollen Gesetz, unserer Thora nebst ihrer: Erweiterung, der sanctionirten talmudischen Exegese, selbst diesen einer wahrhaft höheren Quelle entströmten Worten jenen unzulänglichen Maaßstab der Wissenschaften, wie Rhetorik^ Archäologie k. anzulegen, die recht zweckgemaß dastehen, sv fern sie menschlichen Schöpfungen im Gebiete der Sprache vermöge wohltönender Harmonie erst durch das leckere Oho einen Weg zum Herzen bahnen müssen,- die aber ganz überflüssig werden, wo es auf das Wort Gottes ankommt. — Das Wort Gottes bedarf nicht der geregelten Kunst, nicht der ge-' künstelten Regel, um sich in das Herz des Menschen einzuschmuageln, in dem Herzen selbst gleichsam steht es als Ur- und Naturkraft da, und es bedarf bloß einer Verdeutschung dieser heiligen, innern Stimme, welche späteren Menschensatzungen sich nie subordinirt. Doch wollen wir des Herrn Plessners Verbrechen einzeln mustern. Allerdings spricht derselbe von einem ,,Ohnmächtigen, durch den Gott in einer Zeit geistiger Erschlaffung ff. ins Leben zu rufen vermag", abermit keiner Sylbe davon, daß er dieser „Ohnmächtige" sei; so viel Arroganz kann der Autor nicht besitzen, der hier gerade *) Die entstandene Verzögerung dieser Gegenrecenst'on hat ihren Grund darin, daß dieselbe zuerst an die wohll. Redaction der Judenzeitung geschickt, von derselben jedoch zurückgewiesen wurde, aus dem Grunde, weil. ..... Dem Herrn Verfasser der in Rede stehenden Recensi'on wollen wir jedoch, wahrlich ohne Ironie oder Kränkungssucht es anrathen, die Redeir des Hrn. Plessner mit unbefangenem Auge zu lesen — es könnte seiner theologischen Philosophie, oder besser seiner philcsophischen Theosophi'e so manches kleine Krümm chm zufallen. darauf aufmerksam macht, wie nur erhabene Bescheidenheit vor Gott bestehen und wirkungsfähig erscheinen kann; es waren also die Worte nur dahin zu erklären: „Durchdrungen von dem Bewußtsein des Beistandes dessen", hierzu als Epitheton der Zwischensatz, „der durch einen Ohnmächtigen rc." einfacher Sinn: der nur den Bescheidenen zu seinem Wortverkünder wählt, „wage ich es" ff.: warum? „um einem kleinen re.". Wo liegt nun hier, wenn nicht im Hirne des Rccensenten selbst, die geträumte so häufig erwähnte Arroganz? Aber Hr. Pleßner will verstanden sein; er spricht oder predigt nicht nur blos, er sagt Schiur, in so fern er immer von einem Abschnitte, Schiur, zum anderen empörst eigt, und nicht das ewige Einerlei bis zum Ekel wiederkaut, und wohl dürste von ihm es heißen: riFTO 'Dl DTOO b& p^n, Aber wie könnte man Geistern es zumuthen, über die Reden des Hrn. P> nachzudenken, der ihnen ,,der Prediger kn der Wüste" ist; doch nicht ihnen nur, er ist es wahrhaft in so fern, als jener Urprediger in der Wüste, unser Lehrer Moses, schon oft und viel mit dem falsches Licht verbreitenden 2*1 ITiy zu kämpfen hatte. Dieses nur konnte,an Moses zweifeln' und von ihm sagen: )b 'Dl HD ÜJTP N1? t^NDl ntW3 .1! D — And was ist dirs am Ende anders als heut von' einem Gott durchdrungenem Manne sagen: er halte sich für inspirirt, sei ein Schwärmer, wahrend er doch nur mit gebührend erhabener Scheu von Gott und seinen Werken -spricht; erscheint das Wort schwärmerisch, so liegt das oft nicht an ihm selbst, sondern an der Lähmung, an der Taubheit des Gefühls, das einem so hoben Aufschwünge zu folgen nicht vermag. ,,Hr. P.", heißt es ferner, „könne es gar nicht vergessen, daß er zum Schleiermacher seiner Nation erhoben wurde"; aber acht welches Mißverstandm'ß! gerade hier will Hr. P. sehr deutlich darthun, daß schlaues, fades Lob von dieser Seite ihn nicht besticht und nie bestimmen kann; er kennt sie, diese süßen Schlingen und denkt mit jenen Trojanern: ,,Quidquid ul est, tim00 Danaos et dona ferentes“. Wieweit jedoch er über Schleiermacher stehe, findet man mit unbewaffneten Augen auf benannter Seite nicht heraus; daß ein Prediger aber im Allgemeinen über dem Propheten stehet, ist sehr deutlich in einer Note wissenschaftlich erläutert, wenn Sie es der Mühe werth erachteten, den Sohar zu lesen. Im Ganzen ist es also sehr unverkennbar, daß Hr. P. und nicht seine Worte, überhaupt nicht Liebe zur Wahrheit, den Geist des Res. in Bewegung gesetzt, daß er allein es ist, auf den man Gift und Galle speien wolle. — Giebt die neuere, erhabenere theologische Ausbildung die Anweisung, so lieblos mit feinem Nächsten zu verfahren?

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