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Der Orient · 1841-05-01 · 18 (1.5.1841) · p. Spalte 269-270

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
18 (1.5.1841)
Article
Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter
Date
1841-05-01
Page
Spalte 269-270 (sequence 2)
Language
German
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269 27« M. Zt. Levy: Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter. Gotte" das Ganze auf den Chald.. bezogen und rin als Acc. §. 483. -- Ich beziehe nun den Vers anif die allgemeine Bestürzung, die bei den Judaern durch die Ankunft der Chaldäer entsteht, und übersetze: So schwindet jeglicher Muth und entfährt, und schuldbewußt ist der, dessen Kraft sein Gott war- (d. h. die Israeliten, die ihr Vertrauen auf ihren Götzen hatten, oder ihre Macht zum Götzen machten), heißt wechseln, d. h. von einem Zustande in den Andern übergehen, unb‘bann auch schwinden wie Hohl. 2, 11. nmT),' "Oy inDH DJiH O (wo und *}2y wie hier parallel sind und öfter), vgl. noch Hiob 4, 15. 9, 26 — p,n in der Bedeutung — Muth ist nicht ungewöhnlich, vgl. Pro». 18, 14. „des Mannes Muth (nn) erträgt seine Krankheit" (nach Z's. Bibelübers.) Kap. II, Dem Propheten wird die Weisung , die Weissagung auf Tafeln zu graben, denn sie beziehe sich auf die kommende Zeit, und solle während der Bedrängnis Trost und Hoffnung den Frommen gewähren, v. 1—4. Der Chaldäer aber, das Werkzeug in der Hand des Herrn, werde untergehen, sein liebermuth wird ihn stürzen, „aus dem Raube der Welt baut er sein eignes Verderben; der Herr allein wird herrschen und die elenden Götzen müssen vor ihm verstummen, v. 4 — Ende. Oie Anlage dieses Kapitels ist strophisch, und der Inhalt der Rede ist außer den einleitenden Worten auf den Chaldäer bezogen. Hitzig aber bezieht v. 9 —14 auf Jojakim und zwar aus folgenden Gründen: Nebukadiiezar unternahm seine großen Bauten, z. B. den Bau einer zweiten Königsburg, erst nach geendigten Kriegen, und zur Abwehr von Feinden baute er nicht Liese Burg, sondern die drei Mauern der innern, und die drei der äußern Stadt (Beros. bei Joseph, g. Ap. 1, 19. bei Richter p. 66.), Durch Las „Rest" aber v. 9 von der Stadt v< 12 verstanden, entsteht die Ungehörigkeit, da Babylon nicht, wie z. B. Petra (Ob. 3, 4) hoch, sondern in einer nj?p3 (1. M. 11, 1) lag. Man hätte eine m der hebr. Prophetie beispiellose Prädiktion anzunchmcn, und doch stieße die Annahme mithin auf eine Schwierigkeit. Aurch muß die Erwähnung von Vertheidkgungsanstalten des Mannes, der als Sieger und Eroberer die Welt durchzieht, billig befremden. — Diese Argumentation können uns in der That nicht überzeugen, von der gewöhnlichen Annahme,, wonach die ganze Anrede auf den Chald. bezogen wird, abzugehen. Nach H. würde das Ganze zerrissen werden, v. 4—9 bezöge sich auf den Chald. 9—14 auf Iojakim und endlich 14 Ende wieder auf den Chald. Ferner was sollte v. 10, Dl&p auf Iojak. bezogen, bedeuten? welche viele Völker hat denn Zojak. gestürzt? Vom Chald. konnte dies wohl gesagt werden, dessen Unersättlichkeit in den vorhergehenden Versen gerügt wird, besonders v. 8. O'Cn D^lJI r\T?lü HAK O. H. übersetzt nun v. 10 „du hast Schmach ersonnen deinem Hause, die Enden vieler Völker und verschuldest (verwirkst) deine Seele, d. h. sie die vielen Völker (Ier. 35, 11 (?) von ihrem Ende her, ihre ganze Anzahl rc., aber diese unverständliche Üebersehung ändert die Sache nicht. Dazu kommt noch, daß man allerdings v. 9. allgemein ans Verthekdigungsmaßregeln bezieht, - die der Chald. gegen seine Feinde nimmt, was gar nicht auffallen kann, da d,.r Prophet sich den völligen Untergang desselben im Geiste denkt. V. 6. rD“)OT ^73*. Man übersetzt dies gewöhnlich „Oder anbauft was nicht sein ist — bis wie lange? und sich auf- Lürdct Schuldenlast, von ücjj Ewald §. 352, vgl. die arab. W. \jGjJz). —- Ich denke mir, der Prophet mmmthier daS Bild von einem Trunkenen, der über das Maas vom Weine genossen (vgl. v. 4), und nun im Kothe sich walzt; ich stütze mich nämlich auf die alte Erklärung Raschi's 2}? im\> dies für DJ? vgl. Ez. 41, 25. (unb wenn es nicht zu gewagt wäre, so möchte ich ppD geradezu für HlD trinken nehmen. Man kann daher Änsetzen „wehe wer zu viel anhäuft, was nicht sein (über sein Maaß) -— wie lange? so wälzt er schlammigen Koth auf sich. Daran schließt sich dann gut v. 7 und besonders das eigenthümliche die dich aufrütteln. — Im Munde der rachesüchtigen'''Feinde, dürfte dieses Gleichm'ß nicht zu niedrig sein. Auf einzelne andere schwierige Stellen in diesem Kapitel kommen wir spater noch zurück; wir wenden uns zu der Krone der Dichtung unsers Propheten, zu Kap. 111. Daß auch dieses Kapitel keinen andern Zeitpunkt, als den früher angegebenen voraussetzft haben wir schon oben bemerkt; den Inhalt desselben glcbt Ewald gut an, welchen wir hiev im Auszüge mittheilen wollen, zugleich als Probe der Auslegung diefts Gelehrten. Das Loblied v. 13 —15 entwickelt in vier gleichmäßigen Strophen seinen geschichtlichen Gegenstand der Schilderung der einstigen Offenbarung am rothen Meere. Das Erscheinen der wunderbaren Hilfe ist wie die fühlbare Hilfe Gottes: und so schildert die erste Strophe den ersten Aufgang des damaligen Lichtes, und stellt sogleich in Lebendiger Einbildung das Ereigniß uralter Zeit wie gegenwärtig (§. 264). Von Tein an beim Sinai und vom Berge der Wüste Pharan d. i. vom Sinai selbst kommt er (Rcht. 5, 4. Deut. 33, 2'.), seine Hoheit und Glorie (nbnn wie D&y) überstrahlt, erscheinend, sogleich die ganze Welt, deckt den Himmel und füllt die Erde. Da steht er mm v. 4 am Himmel wie das reine Licht d. i. die Sonne (Tob. 31, 26) glanzend .... zugleich v. 5 unnahbar, wie ein heiliges Feuer, welches um sich Todesengel zu Hütern hat, und Alles Unreine, was ihm zu nahe kommt, vernichtend, vgl. 1 Sam. 5. 2 Sam. 6, 7. 2. In solchem Glanze am Sinai erscheinend und gleich bei dem ersten Blicke, den er wie zur Kenntnißnahme um sich wirft, Erde und Völker erschütternd, bewegt er sich nach dem Orte hin, wo gerade damals die göttliche Hilfe nothwendig war, also von den hohen Umgebungen des Synai nordwestlich hin über die Ebenen, wo die Zelte dcr Araber stehen v. 7 bis an das rothe Meer v. 81.; und überall beugt sich Alles sogleich zitternd vor ihm! .... 3 So weicht vor ihm wenn er, wie sich bald noch näher zeigen wird, der Völker Geschicke, dem Frevler zürnend, ordnet er alles in der Welt wie vor dem einzig kräftig eiuherschreitenden Krieger; Berge und Meere .... Sonne und Mond sogar v° 11 verlieren ihren Glanz vor dem erscheinenden höheren Glanze; . . . ferner Erde und Völker v. 12. — 4. Nämlich die Rettung des vor allen andern königlichen (Ex. 19, 6) also gesalbten erhabenen Volkes war eigentlich der letzte Zweck dieses Königszugs, wobei der Held um dies sein Werk der Erlösung zu vollführen, die unversöhnlichen Feinde des Guten vertilgen mußte, durchs Meer fahrend. Die Vertilgung Pharao's nfft seinem Heere wird zunächst verglichen, aber einem solchen Hauptabschlagen des Hauptes, wobei dies Haus zugleich bis in die Grundlagen erschüttert und umgestürzt wird, so daß dcr Grund bis zum Halse d. i. bis an den schon abgeschlagenen Gipfel offen liegt (NN>? nach §. 616). —- V. 16 f. Furcht ja Entsetzech ergriff und ergreift noch jetzt mich vsn oben bis unten, durch alle Glieder, darüber,

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