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Der Orient · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 142

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Article
Pesth: Statistisches ...
Date
1841-05-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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— 142 — gam über 280,000 Juden, worunter nicht Mmal die vielen Fremden, die mit jedem Jahre hier Zuströmen, als noch nicht förmlich domicklirend mit eingerechnet sind. ^) — Während nun die galicifchen Juden sich zweier Feinde des Fortschrittes zu erwehren haben, herrscht in ungarischen Gemeinden das germanische Element fast überall vor; dabei sind die politischen Verhältnisse (wie viel sie auch sonst noch zu wünschen übrig lassen) durchaus freundlicher, als sonstwo in den deutschen Erblanden der Monarchie. Um so betrübender ist die Ueberzeugung, daß man es hier zu Lande nicht früher, vielleicht auch spater, als bei unfern polnischen Nachbarn zu einer würdigen Haltung unserer Konfession in sich selbst, wie zu den christlichen Kirchen überhaupt bringen werde. — Wahrend anderswo der gute, der beste Wille an einer feindseligen Umstellung, nicht des Staatsgesetzes, sondern engherziger Privilegien scheitert, und die frömmsten Wünsche unerfüllt bleiben müssen, weil der Jude überall belastet, überall gehemmt — sich nicht einmal seiner -geistigen Waffen bedienen darf: liegt es hier nur an ihm, sich geistige wie materielle Gültigkeit zu verschaffen. Die 2) Da außer den Registern der Pfarrer und Seelsorger von Seiten der Negierung keine Zahlung und Negistrirung des Populationsstandes zu erwarten steht — so ist dieseder theologischen Sion entnommene Notiz die einzig glaubwürdige; solcher Uebelstände gibt es aber in Ungarn nur zu viele und wahrhaft dankenswert!) ist das Bestreben einiger Illustrationen, ihnen' allmahlig auf dem Wege des Gesetzes abzuhelftn. ungarische Nation ist eine jugendlich aufstrebende, voll der herrlichsten Anlagen, die ihr eine große Zukunft versprechen; doch der hervorstehendste Zug im Charakter dieses Volkes, ist sein gesunder, unbestechlicher Sinn für Recht und Billigkeit, der sich weder durch Eigennutz, noch durch schlechtes Beispiel irre machen laßt. Wäre dem Publikum im Auslande ein Einblick in die Verhandlungen des Letzten Landtags über Juden und Judenstellung gestattet (die Veröffentlichung der Discussi'onen beider Tafeln ist erst letzthin beschlossen und zwar für die Landessprache entschieden worden) ich glaube, wir müßten ihnen vor denen der erleuchtetsten Kammern, wo in letzter Zeit die Gleichstellung der Juden zur Sprache gekommen ist, den Vorzug eimäumen. ~ Wahrend nahmlich der Deutsche sich in Theorien verliert und — darüber nur zu oft der Praxis vergießt, legt der ungarische Landtags-Deputirte, bevor er stimmt, die Hand aufs Herz, und dieser Codex trügt nicht: auch schämt sich der edle Magyar nicht, das mit dem Munde zu bekennen, was sein Rechtsgefühl ihm eingibt. Hier ist endlich keine unzeitige Scheu der Besseren vor dem Häuflein klemdenkendec Rechtskrämer, die die sogenannten „Rechte" nach Apothekergewicht verabreicht wissen möchten (deren giebt es aber Gott sei Dank, bei uns nicht so viele) noch weniger hat Eigennutz Theil an dem Beitritt des Einen oder dem Wiederstreben des andern: mit Einem Worte, die Sache der Juden steht hier für die nächste Zukunft so gut, als irgendwo im aufgeklärten Deutschland. (Schluß folgt.) Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Die Emancipationsfrage in dem Herzogthume Sachsen-Meiningen. (Fortsetzung) * Schlimm für uns, wenn sie Recht hätten! Wir hätten dann nicht den mindesten Anspruch an das Vaterland, nicht blos keinen Anspruch auf Freiheit, sondern nicht einmal einen Anspruch auf Duldung, und mehr, als dieses, wir hätten dann kein Vaterland. Aber min! wir haben ein Vaterland, und zwar können und wollen wir kein anderes hab.cn, als das, an welches wir durch unsere Geburt, durch die Sprache, die wir reden, durch die Lust, die wir arhmen, durch die Gesetze, die wir befolgen, drvrch den Kreis unseres Wirkens und Schaffens, überhaupt durch alle Bande des Lebens geknüpft sind, wenn uns gleich dieses Vaterland noch stiefmütterlich behandelt. Aber wir haben keine besondere Nationalität, keine eigene- Volksthümlichkeit, wir haben keine andere, als die gemeinsame unseres Vaterlandes. Wir sind seit 1800 Jahren keine Nation, kein Volk mehr, wir sind nur eine Glauben s gen offen sch afr, wie Katholiken, wie Protestanten, und wenn man jene Worte „Nation" und „Volk" noch zuweilen in Bezug auf uns gebraucht, so haben sie nur dann Sinn, wenn sie sich lediglich aus die Gemeinsamkeit des Glaubens beziehen, außerdem sind sie sinnlos. Der Glaube ist das Einzige, was wir mit Israeliten anderer Länder gemein haben i

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