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Der Orient · 1841-04-24 · 17 (24.4.1841) · p. Spalte 255-256

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
17 (24.4.1841)
Article
Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter
Date
1841-04-24
Page
Spalte 255-256 (sequence 2)
Language
German
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255 266 Der Prophet Habakuk und seine neuesten Bearbeiter. Lit. Ankündigungen. eine falsche Auslegung von o. 17, wie wir unten sehen werdev. Ewald 'tritt der gewöhnlichen Ansicht bei. Was derselbe über dm Zusammenhang der Chaldäer mit den Scythen bemerkt: (Hitzig hat schon früher diese Vermuthung ausgesprochen) verdient eine weitere Anführung. Es bleibt immerhin eine auffallende Erscheinung, daß Herodot, der doch die Scythen, die in dieser Zeit erobernd auftreten, naher kennt, die Chaldäer gar nicht erwähnt. Diesen gründlichen Kenner der Unkenntniß oder Ungenauigkeit zu zeihen (er kennt freilich nicht einmal den Namen Nebukadnezar!) bleibt jedenfalls gewagt. Ewald meint daher, daß Scythen und Chaldäer Namen für nördliche Völker seien, die Beute suchend nach Süden vordrangen und daß vielleicht die Reste der Scythen in die Chaldäer Herrschaft aufgingen, indem die Babylonier sich durch die Aufnahme und Einübung dieser kriegerischen Naturvölker und diese durch die Künste und Wissenschaften jener verstärkten. Düse -Momente, glaubt Ewald in der Schilderung der Chaldäer bei unserm Propheten zu finden, einerseits in der natürlichen ungeschwächten Kraft, wie man sich Scythen und andere erobernde Völker nur denken kann 1, 6—11, anderseits in der Welagerungskunst, worin sie die Hebräer übertrafen 1, 10 und in der ausgebildeten Baukunst 2, 9—14. (Herod. I, 184 ff.), was beides bei den Babyloniern uralt und nicht ungewöhnlich war, bei rohen Völkern aber auffallend sein mußte. Nach dieser Voraussetzung kann aber dennoch die Erscheinung des Chaldäers eine auffallende sein, (l, 6) weil die Chaldäer jetzt als Wetteroberer auftreten, und die Scythen, wenn sie vorher sich zeigten, gewiß nur vorübergehende Streifzüge in das Bergland gewagt hatten. Gewiß verdient die Untersuchung über die Scythen die ganze Aufmerksamkeit. Der Ausleger, da ein näherer Aufschluß über sie (die wir von der Entzifferung der egyptischen Inschristen, wo sich oft der Name Scheta (Scythen) findet, erwarten dürfen) auch Licht über das Leben des Nahum, Zrfanja und die Weissagung des Ieremja verbreiten kann.30) Doch genug davon, wir kehren zum Habakuk zurück. 10) Gewöhnlich ist (wie Gest Hall. Lit. Ztg. Jan. 1841 Nr. 1—-4 richtig nachweist) bei der Bestimmung durch 625 i Kap. I, Der Prophet.klagt über das Säumniß des Herrn, der mnern Verwirrung und Zerrüttung, eine Folge der äußern Noth, abzuhelfen 1, 1 — 5. Gott offenbart ihm, daß er zur Sühne den Chaldäer senden'wolle, v. 5. Schilderung dieses furchtbaren Volks 6—10. Bestürzung über seine Ankunft v. 11. Vorstellung des Propheten v. 12. Ende des Kapitels. Auf diese Wesie glauben wir das Cap. auffassen zu müssen, denn so nur ist das Ganze abgerundet und gegliedert. Gewöhnlich faßt man v. 1—5 in Bezug auf den Druck, welchen der Chaldäer (wie ihn sich der Prophet im Geiste denkt oder wie er wirklich vorhanden war) ausübt, so schon Rosenmüller, Knobel denen de Wette (a. a. O.) beistimmt.' Hitzig bemerkt dagegen mit Recht (S. 258): „Waren die Chaldäer schon längere Zeit da, und sattsam bekannt, so verlöre ihre Ankündigung v. 6 und ihre Schilderung v. 6—10 allen Sinn und Zweck rc. Zur Bestätigung können wir noch die alten Versionen anführen, diese lasen ohne Zweifel v. 6 statt EVU2 )W), Qv^q 18h (wie v. 12), die LXX. übersetzen löste ol HOivcccpQovrjtcä und nach ihnen der Araber tj t, der Syrer ja eben derselben Stelle bedient sich der Apostel Paulus gegen die Juden Act. 13, 41; — dieses vorwurfsvolle Pradicat kann aber nur Sinn haben, wenn in den vorhergehenden Sätzen die Juden als die Frevler genannt sind. Ewald meint: „die Folge einer im Reich aufkommenden Gewalt ist immer die, daß auch unter den bis dahin friedlichen Bürgern unendlicher Streit entsteht rc. die erste Belagerung Ninive's durch Cyaxares, welche durch die Invasion der Scythen gestört wurde, oft verwechselt mit der Zweiten und letzten, welche sich 28 Jahre später nach der Vertreibung der Scythen im Jahre 597 zutrug, und das Orakel des Nahum wäre dann noch vor der wirklichen Zerstörung. Danach wäre auch die Zeittafel von Z unz zu berichtigen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. (46.] Bei Ioh. Palm in München ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Vollständiger Jahrgang von Terzettrmd Chorgesängen der Synagoge in München rc. II. Lieferung, enthaltend sammtliche Gesänge von ' O'hT] uhw überhaupt sowohl, als auch die besondern skr rraov .am Ktytenn, noD, nijnty und min nno&y, welche sorgfältig gewählt, durch Einfachheit und Erhabenheit ihrem Zwecke auf das Vollkommenste entsprechen. Man bezieht dieselbe durch' jede solide Buchhandlung, in München bei Z. Palm für 5 Fl. 15 Kr. oder 3 Thlr. preuß. netto, welcher Preis bei der Reichhaltigkeit und Größe dieser 19 Bogen stacken, also die erste und weit mehr als das Doppelte übersteigende Lieferung, im Verhaltniß um Vieles billiger gestellt ist. — Für Porto wird noch eine mäßige Vergütung entrichtet. Die erste Lieferung (Gesänge für den Sabbat) ist noch um 8 fl. 30 Kr. oder 2 Thlr. preuß. netto zu haben. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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