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Der Orient · 1841-03-27 · Heft 13 (27.3.1841) · p. Seite 104

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 13 (27.3.1841)
Article
Die Uebergabe Jerusalems Alexander durch den hohen Priester Jadua
Date
1841-03-27
Page
Seite 104 (sequence 2)
Language
German
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104 ist; denn eine göttliche Erscheinung wie dieser Priester gestaltet, hat mich im Geiste begleitet und umschwebt bei allen meinen Zügen und Siegen." — Im Vordergründe dieses Bildes nun sehen wir, als erste Hauptfigur, den hohen Priester in vollem getreu nach den historischen Quellen gezeichnetem Ornate mit allen heiligen Attributen. In der Lhat, wir finden in den verklärten Zügen dieses Gesichtes, in den in Gott und.seinem beseligenden Glauben schwelgenden Augen, in der, durch ausgebreitete Hände, sprechenden Resignation und Ergebung in dem von Zebaot über Israel beschlossenem Schicksale, die Idee des innigsten Glaubens an Gott und seiner großen Lehre so treffend personisicirt, daß wir sogleich diese Figur für die gelungenste erklären muffen. Die zweite Hauptfigur ist der kniende Alexander; eine jugendliche, krastige^Gestalt, dessen Mienen, staunende Verwunderung und durch einen innern Geist erzwungene Verehrung ausdrücken. — Es ist dies die Kniebeugung des Polytheismus vor dem Monotheismus; des Fleisches vor dem Geiste. Es ist ein historisch prophetisches Symbol des einstigen Unterliege ns der Lüge vor der alles besiegenden W ahrh eit.— Wahrend wir im Mittelgründe eine ganze Schaar der Diener des Herrn erblicken, deren ächt orientalische Physiognomien den angenehmsten und der Idee des Ganzen würdigen Eindruck machen, begleiten den hohen Priester zwei Knaben, von denen der eine auf einem Kissen die Krone und der andere die Schlüssel der Stadt tragen; was sie, mit kindlichere Naivität und Unschuld in den Blicken, dem knienden Macedonker präsentiren. Angenehm wird das Auge des Beschauers noch durch eine von dem außerordentlichen Aufzuge neugierig herbeigezogene, jüdische Volkspruppe gefesselt, in welcher ein Mädchen- Gesicht uns begegnet, in dem der Künstler alle Schönheiten dieses Geschlechts des Orients zu culminiren scheint. Zur Seite Alexanders stehen Parmenio und andere Generäle an der Spitze ihres Heeres deren Mienenspiel und Geberden, Verachtung und fragende Verwunderung zu erkennen geben. Im Hintergründe erblicken wir eine Stadt mit romantischer Umgebung, welche ein italisch azur blauer Himmel mit schwach verschleierndem Gewölke in einen magischen Zauber hüllt. Nicht unser Urtheil, sondern das bewährter Meister ist es, wenn wir dieses Bild, dessen Größe Fuß Höhe und 3 Fuß Breite beträgt, hinsichtlich des Süjets, der Auffassung, der Gruppirung als vorzüglich gelungen betrachten; und wenn wir auch hinsichtlich des Colorit, ein dem Charakter des Gemäldes entsprechenderes, glänzenderes Farbenspiel gewünscht hatten, so finden wir diese Manier in der Schule des großen Cornelius begründet, dessen Schüler Herr Ottensosser ist. Das Bild war zur Concurrenz der Michel-Beer'schen Stiftung für Maler,-in der letzten Kunstausstellung in Berlin; zu welchem Behufs noch einige Bilder vorhanden waren; wir konnten aber bis heute noch keine Preiß-Erkennung, welche die Königl. Akademie der Künste in Berlin zu ertheilen hat, erfahren. So sehr wir nun auch zu hoffen berechtigt sind, daß Hrn. O ttensosser dieser Preis zuerkannt werden wird, veranlassen uns dennoch namentlich die ungünstigen pecuniären Verhältnisse des jungen Künstlers, einerseits unsere begüterten Glaubensgenossen aufmerksam zu machen, wie sie durch den Ankauf dieses Bildes ihre irdische und einstige himmlische Wohnung auf das glanzenste ausschmücken können, und wollten wir anderseits hauptsächlich den Berliner wvhlthätigen Vereinen; der Gesellschaft der Freunde und dem neuen Cultur-Verein, diesen Künstler empfohlen haben. S..... r. Perfonalchronik und MiseeAen. Berlin. Der Minister der geistlichen Unterrichts-und Medicinalangelegenheiten hat unterm 3. Febr. ein Rundschreiben an sammtliche königl. Negierungen erlassen, worin er denselben aiizelgt, daß er die für die aus dem Großherzogthum Posen gebürtigen M e d i c i n a l p e r s o n e n jüdischen Glaubens bisher besonders abgefaßten Approbationen aufgehoben habe und in Zukunft diesen Glaubensgenossen dieselben Approbationsformulare wie den übrigen Medieinalpersonen ertheilen werde. Zum nähern Verständnisse dieser Verfügung muß hlnzugefügt werden, daß die jüdischen Medieinalpersonen aus der Provinz Posen, sofern sie nämlich nicht das Staatsbürgerrecht erlangt haben, nur in der Provinz Posen prakticiren dürfen. Zu diesem Zwecke wurden die genannten Personen nur für die Provinz Posen, und nicht wie die übrigen „in den königl. Landen" approbirt. Jetzt ist zwar nicht die gesetzliche Bestimmung über die Niederlassung aufgehoben, vielmehr wird es den Regierungen überlassen, die Juden aus der Provinz Posen bei ihrer Niederlassung als Arzt oder Wundarzt auf das bestehende Gesetz ausdrücklich hinzuweisen. Es ist neuerdings nur etwas in der Form, nichts aber in der Sache geändert. Neue jüdische Zeitschrift. Von Dr. C a r m o l i in Brüssel erscheint in Kurzem eine neue Zeitschrift in Lieferungen, betitelt: „Revue Orientale",und zwar in französischer Sprache. Der Inhalt der ersten Lieferung ist: Malham- Hachim.— Ueber die (jüdische?) Literatur in Persien. — Der bekannte Brief an den König der Chazaren.. — Chaldaische Mährchen. — Versuch über die Juden in Belgien. — Bibliographie. — Literarische Neuigkeiten. Die zweite Lieferung enthält: Völker Asiens. — Das Antwortschreiben von dem König der Chazaren. — Auszüge aus dem M — Die Reisen des Bar-Bad. — Versuch über die Juden in Belgien (Fortsetzung). — Ibrahim-Mansur-Effendi. — Elia de Pesaro. — Neuigkeiten und Correspondenzen. — Die dritte Lieferung enthält: Wessely und seine Schriften. — Geschichte der Chazaren. — Reisen des Binjamin von Tudela. — Das junge umgebrachte Mädchen. — Zustand der Juden in Polen. — Correspondenzen und Neuigkeiten. — Abraham Bing. Den 1. Marz dieses Jahres verstarb der größte baierksche Nabbme, Abraham Bing in Würzbürg. Ueber die Vorfälle bei seinem Leichenbegängniß haben öffentliche Blatter berichtet. Verlag von C. L. Fritzsche. Druck von I. H. Nagel.

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