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Der Orient · 1841-03-20 · Heft 12 (20.3.1841) · p. Seite 93

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 12 (20.3.1841)
Article
Italienische Grenze: Synagogen ; Schulen ; Wohlthätigkeitsanstalten
Date
1841-03-20
Page
Seite 93 (sequence 2)
Language
German
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93 sie umgebenden Christen ausgenommen, denn Neides findet'man in katholischen Kirchen Italiens sehr häufig. (Fortsetzung folgt.) Deutschland. HalberstadL, 4. März. Zu meiner in Nr. 9 dieses Mattes vom 27< v. M. an hiesige sammtliche Gemeindemitglieder ergangene Aufforderung: vereint zur , Niedersetzung einer unbestechlichen Commission zur Con- Lrolirung unsers Vorstandes zu wirken, sehe ich mich veranlaßt, hinzuzufügen: 1) daß es nicht in meiner Absicht lag, den Privatcharakter der betreffenden Beamten zu verdächtigen, vielmehr 2) daß die unumgängliche Notwendigkeit gebietet, eine Reorganisation unserer Verwaltung auf gesetzlichem Wege herbeizuführen. Ein Freund der Wahrheit. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Fünfzigste General- Versammlung der GefellsHaft öeL FvsNKös i n B e r l i n. Berlin, 9. Marz 1831. Mit meinem Bericht vom 25. Februar, der in der vorigen Nummer dieses Blattes seine Aufnahme gefunden, fahre ich hier meinem Versprechen gemäß fort. Verbrüderungen und Gesellschaften, deren Wirksamkeit auf mildthatige Abhülfe materieller Leiden gerichtet und deren Endziel die Erweckung jener humanen bürgersinnigen Befreundung ist, wo jeder staatliche Unterschied der Bekenntnisse schwindet, sind die erquickenden Oasen in der von selbstischen Interessen zersplitterten menschlichem Gesellschaft, und sie sind es auch nur ganz allein, welche die tiefen Wunden der Jsolirung heilen. Was wäre aus den zersprengten jüdischen Resten geworden, wenn sie nicht aus ihrer Mitte jene bindenden Vergesellschaftungen geboren? Wer hätte die Lhränen ihrer Witwen getrocknet, ihre verlassenen Waisen geschirmt, ihre bedrängten Armen unterstützt, die lastenden Tage ihrer. Greise gemildert, bei der schmerzlichen Verlassenheit und Jsolirung, zu der sie die Staaten gedrängt; Nur die Gesellschaften allein sind und waren die unsichtbaren Geister, welche rettend die zersprengte Masse gehalten und noch Zusammenhalten; wie bei den wallfahrenden Karawanen durch die Wüsten haben nur Vereinigungen sie vor Untergang bewahrt. Und die Gemeinde Berlins, diese Schöpferin der modernen jüdischen Bildung , diese Chorführerin des Bürgersinns, der einst politisch alle jüdisch-nationalen Unterschiede vernichten soll, verdient in dieser Beziehung gewiß die erste Stelle, wie es schon der Fond der in ihrer Mitte zusammenwirkenden Intelligenz bewahrt. Die Leser dieses Blattes werden es daher gewiß von Interesse finden, wenn ich über die Gesellschaft der Freunde noch dasjenige supplire, was ein schönes herrliches Zeugniß von diesem Vereine abgiebt und in manchen Erscheinungen sogar segensreich, über den Kreis dieser Gesellschaft hinausgeht. Der jetzige Vorsteher Herr Joseph Lehman, bekannt aus seinen anderweitigen geistvollen Arbeiten, dessen treffliche, gediegene Rede in eben dieser Gesellschaft bei Gelegenheit derHuldigung gehalten, im Orient auch mitgetheilt wurde, hat auch in dieser fünfzigsten General-Versammlung, den 1 5. F e b r u a r 1841, eine historisch zusammenstellende Rede gehalten, die wohl eine Stelle unter den historischen Lichtbildern, verdient. Diese Rede lautet: „Hochgeehrte Freunde! Das Jahr unserer Gesellschaft, das wir mit der heutigen General-Versammlung abschließen, ist ein sehr erfreuliches für uns gewesen, und wir können unfern Dank dafür nicht lebhaft genug dem Himmel darbringen. Blicken wir um uns, so sehen wir nicht blos die Lücken, die die Zeit und ihr unerbittlicher, trauriger Begleiter in den Reihen unserer alten lieben Freunde gemacht, wieder ausgefüllt, sondern wir finden auch den gewohnten Kreis ansehnlich erweitert durch solche Mitbürger, die zu den ehrenwerthesten unserer Stadt gehören. Wir heißen sie willkommen, die Freunde, die heut zum erstenmale unter uns erscheinen und die sich uns angeschlossen, von dem Gedanken beseelt, daß ihnen die Gesellschaft eine Gelegenheit mehr darbieten werde, die edlem: Regungen ihres Herzens zu befriedigen. Sie werden sich nicht getäuscht finden, unsere neuen Freunde;, je länger sie unserm Bunde angehören und je mehr sie durch Teilnahme an der Wirksamkeit desselben mit seinen Zwecken vertraut werden, um so inniger werden sie ihn auch lieb gewinnen und mit um so größerm Rechte werden sie sich Freunde der Gesellschaft nennen. Noch zu keiner Zeit ist diese so zahlreich gewesen, wie in dem gegenwärtigen Augenblicke. Sie hat die Zahl 400, die ihr lange als ein äußerstes Ziel gesteckt schien, welches sie nur erreichte, um wieder umzukehren und dann mehr oder weniger entfett davon zu bleiben, jetzt bereits überschritten, und wenn der Geist,-der von ihr ausgeht, die Liebe, die sie zu wecken weiß, ihr auch ferner wie in den letzten Jahren beistehen, so dürste unser fünftes Hundert, um vollzählig zu werden, nicht halb so viel Zeit brauchen, als das vierte bedurft hat. Keknesweges ist auch die Zahl der bedrängten und unsere

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