Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 10 (6.3.1841)
- Article
- Die Prophetenlegenden des Islam
- Date
- 1841-03-06
- Page
- Spalte 141-142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 141 - Die Prophetenlegenden des Islam, aus dem Arabischen übersetzt Dr. Wetzstein Gottes, war der Sohn der Maria, der Tochter des Omran, eines Nachkommen Davids, und einer von dm Häuptern der Propheten. Er rief Sem, dm Sohn Noahs, nachdem er bereits seit 4000 Jahren gestorben war, ins Leben zurück. Es ist bemerkenswert, daß es vier Evangelien Zielt, das Evang. -es Matthäus, das Evang. dts Markus, das Evang. des Lukas und das Evang. des Johannes. Man erzählt, daß Jesus das einzige Kind gewesen sei, welches acht Monate alt lebend zur Welt gekommen. Zwischen ihm und der Hedschra liegen 631 Jahre, welcher Zeitraum nach dem Ausspruche des Koran mit der Sendung dreier Propheten begann; denn Gott spricht (im Koran): „Siehe wir sendeten an sie zwei Propheten, und als diese der Lüge geziehen wurden, kräftigten wir sie durch einen dritten. Da sprachen sie: fürwahr, wir sind zu euch gesandt^)!" Es erzählt Kaab, der Kundensammler, daß Jesus der Sohn der Maria zwei seiner Apostel in die Stadt Antiochia gesendet haben; diese seien die beiden ersten der obgenannten Propheten, und der dritte sei der Zkmmermann Habib gewesen, dessen Grab sich auch in Antiochia befindet. Nach Andern aber istSimeon -er dritte gewesen^). Abulfaradsch führt an, daß von der Zeit an, wo Adam aus dem Paradiese verstoßen wurde, bis auf die Himmelfahrt Jesu 5552 Jahre verflossen seien, und daß der Zeitraum zwischen Jesus und Muhammad, während dessen keine Propheten gesendet wurden, 434 Jahre umfasse. In einer Aufzahlung sammtlicher Propheten gehört der Vollständigkeit wegen noch folgendes: Zerdaschth (Zoroaster), der Perser, soll auch ein Prophet gewesen sein. Nach andern war er überhaupt nur ein Freund Gottes und einer seiner frommen. Verehrer. Er war der Erste, -er dem Feuer göttliche Verehrung erwies, weil er meinte, daß das Feuer der Urquell des Lichtes sei. Dieser Ansicht war er aber deshalb, weil der Teufel über das Licht und darüber, daß das Feuer der Urquell desselben sei, mit ihm gesprochen hatte, welche Mittheilungen er nun für göttliche Offenbarung hielt. Er 5) Kor., Sure 36, 13. 6) Im Commenrar Beidhawi's zu obiger Koranstelle ist die Tradition dem Wesentlichen nach diese: 2 Apostel Jesu, «ach Antiochien gesendet, treffen vor der Stadt den Zimmermann Habib, der seine Heerde weidet, beurkunden ihre höhere Sendung durch Heilung seines kranken Sohnes, treten darauf in der Stadt selbst mit großem Erfolge auf und werden vom Könige (!) der Stadt ins Gefangniß geworfen. Ihretwegen nun (vgl. Koran a. a. St. cJlw sendet Jesus den Simeon (Simon Petrus), der sich unbeachtet die Gunst des Königs zu verschaffen weiß, und ihn zu einem Verhör der beiden Gefangenen veranlaßt, bei welchem der König äußerte, er wolle Ihnen glauben, wenn sie einen Tobten erweckten. Ein bereits seit sieben Tagen gestorbener Jüngling wird gebracht und belebt, worauf derselbe durch seine Erzählung von dem, was er in der andern Welt gehört und gesehen, dem König pm Glauben an die Sendung und die Lehre der Apostel bestimmt. betrachtete sich selbst seitdem fü.r einen gottgesendeien Propheten und forderte die Menschen zum Dienste des Feuers auf. Dschirdschis (St. Georg) soll ein göttlicher Prophet gewesen sein. Er stammte aus dem Volke -er Palästinenser und wurde von Gott an die Götzendiener gesendet, um sie zum Dienste Gottes einzuladen. Siebzigmal tödteten sie ihn, und ebenso oft rief ihn G'vtt ins Leben zurück. Simsen und Habakuk waren Propheten der Kinder Israel. CHali d der Sohn Sin ander Aabsite, trat in dem Zeitraum zwischen Jesus und Muhammed auf. Der Gesandte Gottes (den Gott segnen und beglücken möge!) sagte zur näheren Kenntniß desselben, daß. er von seinem Volke gesteinigt worden sei, weil er öffentlich mit der Behauptung aufgetreten war, daß das Pwphetenth-um selbst nach dem Tode noch bis zum jüngsten Gericht fortdauern werde. Asaad Abu Aulaib, der Himjarite, glaubte an den Propheten (Muhammed) 700 Jahre vorher, ehe dieser gesendet wurde, und sagte: Ich bezeuge, daß Ahrned der Gesandte Gottes ist, des Schöpfers der Menschen. O möchte mein Leben so lange währen, bis ec selbst im Leben erscheinen wird! Fürwahr, ich würde sein erster Diener und sein innigster Freund werden! Muhammed (Gottes Segnungen über ihn!) wurde den achten, nach Andern den zehnten, des Monats Errabia elauwel, welcher damals dem 20. Msan entsprochen,. an einem Montage geboren, morgens, als das Frühroth erschien. Seme Geburt fällt in die Zeit des Kaisers Nuschirwan und zwar in das 42. Regierungsjahr desselben. Als Muhammed 40 Jahre und Einen Tag alt war, trat er als Gottgesandter auf, was zuerst wiederum an einem Montage geschah. In seinem 53 Jahre floh er nach Medina, in welcher Stadt er nach der Flucht, wie die Geschichtschreiber allgemein behaupten, zehn Jahr blieb. Er starb an einem Montage und zwar, nach der einzig wahren Annahme, in einem Alter von 63 Jahren. Schließlich ist noch zu bemerken, daß Kaab, der Kundensammler, sagte, es habe 1 Million 200,000 Propheten gegeben, ja Mokatil nennt deren selbst 1 Million 420,000. Dagegen führt Ins vom Gesandten Gottes folgenden Ausspruch an: Ich wurde sagte er, als Prophet in die Fußtapfen von 8000 früheren Propheten gesendet, von denen allem 4000 an die Kinder Israel geschickt worden waren. Einen andern Ausspruch des Gesandten Gottes berichtet Abu Dserr, nach welchem er gesagt hat: Der Propheten sind 124,000, statt welcher Zahl man noch einer andern Lesart, auch 224,000 angiebt. Jbn Abbas soll gesagt haben , es habe nur 10 Propheten der Kinder Israel gegeben, nämlich: Noah, Hud, Salih, Lot, Schoaib, Abraham, Jsmael, Jakob, Jesus und Muhammed. AbuHoreira sagt: Der Prophetenhaupter giebt es fünf: Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammed (Gottes Segnungen über sie Alle.'). Abu Mansor, der Lexikograph, bemerkt, daß alle Prophetcmramen fremde (nichtarabischen) Ursprungs waren, außer vieren: Adam, Salih, Schoaib und Muhammed. Erwäge sorgfältig, was ich dir in diesem nennten Capitel ausemandergesetzt habe! Die Ehre ist Gottes, des Erha-