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Der Orient · 1841-02-20 · Heft 8 (20.2.1841) · p. Seite 61

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 8 (20.2.1841)
Article
Leipzig: Bericht über die Statuten des Vereins Jeschuat-Achim
Date
1841-02-20
Page
Seite 61 (sequence 2)
Language
German
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61 Die Verwaltung des Vereins steht unter einem Directorium und einem Vorstände, die beide durch ein Comite erwählt werden, welchem die Gesammtheit hier Orts studirenden Israeliten aus ihrer Mitte hervorgerufen hat. Das Directorium erscheint aus 3 jüdischen, zu Leipzig Studirenden gebildet, wird auf ein Jahr gewählt, muß seine Function unentgeltlich verwalten, so daß es nur baare Aussagen ersetzt erhält, und entscheidet stets in pleno. Daher es auch der Zahl der Comitemitglieder Substituten für sie giebt. Niemand kann sich der Wahl ohne triftige Gründe entziehen, keiner ohne dieselben sein Amt vor Jahresschluß niederlegen und nur der Verein hat das Recht, jeden bei überwiesener Amtsvernachlässigung rc. sofort zu entlassen. Die erste Direction ist überdem unfähig, Unterstützungen zu fordern. Das Directorium hat sich, außer dringlichen Fällen, regelmäßig alle 14 Tage zu versammeln, um sich über den Gang der Geschäfte zu unterrichten, muß alle Monate mit dem gesammten Comite conferiren und Rechnung ablegen, hat alle Semester einer Versammlung aller in Leipzig studirender Israeliten und alljährlich einer Generalversammlung aller Mitglieder Bericht über seine Wirksamkeit zu geben. — Der Vorstand, ein jüd. Geschäftsmann Leipzigs hat die disponibeln Gelder des Vereins in seiner Verwahrung, zahlt aufAnweisung des Directorii die Unterstützungen aus, legt die übrigen Fonds des Vereins gehörig an und vertritt überhaupt dm Verein gerichtlich und außergerichtlich. Das Vermögen des Vereins aus dm Eintritts¬ und Beitrags-Geldern sowie der etwaigen außerordentlichen Geschenken bestehend, wird mit allen Documenten über etwa ausgeliehme Capitalien bei der Leipziger Bank ad deposituni gebracht; zwei Caffen, von 50 Thlrn. bleiben zur augenblicklichen Disposition des Vorstandes und des Directorii augenblicklich offen. Aenderung der Statuten kann nur von dem Directorium entworfen werden, muß mit Abstimmung aller zu Leipzig studirendm Israeliten erfolgen und ist der nächsten Generalversammlung zu notificiren. Bei einer möglichen Auflösung des Vereins, die nur durch Generalbeschluß erfolgen kann, fällt das Vermögen desselben der jüdischen Gemeinde Leipzigs zu, die es zu einem Stipendium für hilfsbedürftige jüdische Studirende ohne Rücksicht des Vaterlandes anzulegen hat. Möchte auch dieser Auszug dem Vereine zur Empfehlung gereichen, und ihm recht viele Mitglieder gewinnen. Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart. Die Gesellschaft der Freunde in Berlin. Schon in No. 2 dieses Blattes von diesem Jahre ist ausführlicher von der obigen Gesellschaft gesprochen worden, die nun schon seit beinahe einem halben Jahrhunderte besteht und für das sociale Leben unsrer Glaubensgenossen in der Hauptstadt unendlich viel gewirkt hat. Eine Gesellschaft die im künftigen Jahre ihr bOjähriges Jubiläum feiert, die nach einem halben Jahrhunderte noch kräftig und rüstig, noch als Musterbild dasteht, bedarf wahrhaftig nichts zu ihrer weitern Empfehlung, und es müssen in ihr Keime, Kräfte und Ideen liegen, die über die Vergänglichkeit der blos sinnlichen Freude erhaben, ihr dieses dauernde Leben zu sichern im Stande sind. Und allerdings, wo die Freude des geselligen Zusammentritts gewürzt und veredelt wird durch das schöne Streben, Thränen zu trocknen, Leiden zu mildern, Menschen zu bilden, Wahrheit, Tugend und Recht zu fördern, da ist der Keim zu einem Leben gelegt, das so lange währen muß, als Menschen athmen. Mit Vergnügen theilen wir darum auch nachträglich unten stehendes Gedicht mir, das als Toast beider in No. 2 geschilderten Feier des 24. Oct. 1840. von Hrn. Carl Hey mann vorgetragen wurde, und sind überzeugt, daß es eben so interrffiren werde, wie die herrliche Rede des Hrn. Lehmann, die wir dort mitrheilten : dieser Toast, der Gesellschaft der Freunde, und dem geselligen Vereine ausgebracht am 24. Oct. 1840 von Ca r l H e y m a n n, lauret: Es wirkt nun seit fast 50 Jahren Viel Gutes — eine edle Frau; Die Welt kann nicht ihr Thun gewahren, Sie trägt ihr Wirken nicht zur Schau, Sie trocknet Thronen, lindert Schmerzen, Heilt Wunden die das Schicksal schlägt. Aus tausend neugestärkten Herzen, Ein Seraph Dank zum Himmel tragt, . Denn im Bewußtsein edler Thaten, Verschmäht sie jeden ird'schen Preis, Dort, jenseits reifen ihre Saaten, Ein Gott ihr Thun und Handeln weiß! Und vorwärts strebend, ihr zur Seite, Steht lebenskräftig frisch, ihr Sohn;

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