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Der Orient · 1841-02-13 · 7 (13.2.1841) · p. Spalte 87-88

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
7 (13.2.1841)
Article
Ueber das Memoire, ...
Date
1841-02-13
Page
Spalte 87-88 (sequence 2)
Language
German
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87 88 Hebet das Memoire, bezüglich auf den Ursprung unserer Ziffern, von Zarfati. der Spitze trugen. Statt der Ziffern bediente man sich der Buchstaben des Alfabets oder sonst von ihnen abgeleiteter Zeichen, dies hat Hr. Chasles ganzevident nachgewiesm. Mittels dieser Abaci wurden nur die vier Operationen mit ganzen Zahlen zwar weniger schnell, aber ebenso leicht als durch unsere Methoden, vollzogen. Der eigentliche Dienst, den uns die indischen Ziffern geleistet haben, besteht in der Einführung eines Zeichens in die Stelle der fehlenden Einer. Dies Zeichen hat den Gebrauch der Abaci ganz unnütz gemacht, weil man jetzt die Ziffern eine neben die andere setzen konnte. Diese Vereinfachung machte sich namentlich-bei der Führung von Handlungsbüchern recht fühlbar. Es ist wahrscheinlich, daß jüdische Kausteute um das 21. Jahrhundert diese indische Methode nach den Küsten der Berbern und von da nach Spanien und Italien eingeführt haben. Man muß auch bemerken, daß Fibonacci von Florenz, von dem man den ältesten noch nicht herausgegebenen Abacus besitzt, diese Methode zu Oran in Afrika von jüdischen Kausteutm gelernt hatte. In den 15 Kapiteln seines Werkes, schlägt er beinahe denselben Weg ein, dm Jbn Esra' in seiner Arithmetik nimmt, wovon man sich in der Analyse dieses letztem Werkes, welche wir für das Journal Math ein atique von Herrn Liouville bestimmt haben, und wo es uns erlaubt sein wird mehr ins Einzelne ernzugehen, überzeugen kann. Das hier Gegebene reicht hin für die Leser des Archive8, um eine Idee von der wichtigen archäologischen Frage, welche von den Herren Ehasles und Vincent so lebhaft erörtert worden, in ihrem Zusammenhänge mit der jüdischen Geschichte zu haben. Gewiß ist's, daß man den Juden viele Einführungen und Übersetzungen verdankt, aber, man merke es wohl, keine Erfindung. Die Abwesenheit aller Originalität ist ein charakteristischer Zug in der jüdischen alten und modernen *) Literatur. In der philosophischen Literatur, ja selbst in der Theologie, haben wir Alles entlehnt, und in ein jüdisches Gewand gehüllt. Alles ist Nahahmung, Schöpfung nichts. — So gern wir auch diesem schönen Bericht voller vernünftigen Urtheile Gerechtigkeit wiederfahren ließen, können wir doch nicht das unterschreiben, was der Verfasser dem Systeme der Kabbalisten zu Gute hält. „Unmöglich ist's, sagt er, daß sich derjenige, der die mystischen Bücher im Original nicht gelesen, der das Spiel mit der hebräischen, als Zahlen betrachteten Buchstaben nicht kennt, einen Begriff von der Stärke des Geistes machen kann, welche von den Kabbalisten darauf verwendet wurde, Alles in Allem bald durch Anagramme, bald darch *) Die jüdische Literatur sängt mit Ezechiel an. Das Werk unter dem Namen Daniels ist schon legendenartig, nach chaldäischem Typus. Akrostichen, bald durch Homonyme re. zu finden." Wir haben die vorzüglichsten dieser mystischen Bücher im Original gelesen und glauben so ziemlich das Spiel mit den hebräischen Buchstaben zu können, und in allem diesem finden wir nur den Beweis für eine große Schwäche des Geistes. Wie konnten Männer, die ihre ganze Lebenszeit hindurch verworrenes Zeug über Zahlen träumten, nicht die kleinste numerische Eigenthümlichkeit, welche noch unter die ersten Elemente gehört, nicht entdecken? Fermat bedurfte mehr Stärke ^des Geistes, mehr Begeisterung, um seine göttlichen Theoreme zu finden, als man nöthig hatte, um die ganze kabbalistische Wissenschaft zu verfassen, vom So har, Jezira an bis zum Pardes des Moses von Cordova mir eingeschloffen. So vieler Einsicht man bedarf, um die Einbildungskraft zu zügeln, so wenig braucht man um ihre Zügellosigkeit freien Lauf zu lassen. Vergleichet noch die jetzige so zügellose Literatur, mit der so zurückhaltenden des großen Jahrhunderts; in welcher liegt die größte intellektuelle Kraft? Blei, sagt Bcrco, hat der Verstand nöthig, nicht aber Flügel. Die WrophetenIegerrdeZr des Islam. Aus dem Arabischen des Abderrahman Bestami übersetzt von Du- Zoh. Gottfr. Wetzstein« (Fortsetzung.) Desgleichen soll der Prophet zu Abu Horeira gesagt haben: durch Adam ließ Gott den schwarzen Stein *)' unb den Stab Mosis, welcher aus einer Paradiesesmyrthe bestand, herab auf die Erde bringen. Vor seinem Tode fiel Adam in eine lltägige Krankheit; starb an einem Freitage und sein Sohn Seth verrichtete über ihm das Leichengebet. Seine Lange betrug 60 unn seine Breite? Ellen. Hassan der Basrensev berichtet: eine Stunde im Paradiese betrage 140 Erdenjahre, und das Gestirn, welches bei Adams Verbannung auf die Erde regiert haben, sei der Krebs gewesen. Spater habe Gott den Adam über Sein und Nichtsein Untersuchungen anzustellen gelehrt, und in 7000 Capiteln der Wissenschaft unterrichtet. Das ganze Leben Adams habe 1000 Jahre betragen und er sei nicht eher gestorben, als bis die Zahl seiner Kinder und Kindeskinder auf 40,000 gestiegen war. Amrcr erzählt: man habe Adam, sobald er gestorben, unter das Thor der 1) Ist der nämliche Stein, welcher noch heutiges Tages in der Hauptmoschee zu Mekka (in der Kaaba) beim Grabe des Propheten sich befindet, und ein Gegenstand hoher Verehrung bei allen Muselmännern ist.

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