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Der Orient · 1841-02-13 · Heft 7 (13.2.1841) · p. Seite 55

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 7 (13.2.1841)
Article
Lemberg: üb. eine Schrift von Hirsch Chajas
Date
1841-02-13
Page
Seite 55 (sequence 2)
Language
German
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55 fenttsten dem Wortlaut des Gesetzes widersprach. Es wird zu weitläufig, hier auf alle die wichtigen Fragen, die hier beantwortet erscheinen, aufmerksam zu machen, es möge genügen darauf hingewiesen zu haben. In einem zweiten Abschnitte befindet sich auch ein schönes Dankschreiben an Moses Montefiore und Cremieux. Rußland. DvLPSl, 24. Decbr. Nächst der polnischen Literatur in dem weiten Gebiete des Slaventhums war seit Erfindung der Presse die jüdische in quantitativer Beziehung die bedeutendste, obgleich diese Literatur nur räumlich zur slavischen gehört. Gegen zwei Millionen Hebräer, wie man hier zu Lande die Juden nennt, sind unter den Slaven verstreut, und die westlichen Provinzen allein, wie Bessarabien, die Krim und die Lander jenseits des Kaukasus, haben sogar, nach der neuesten Statistik Rußlands, 1007 Gemeinden, 586 Synagogen und 2377 Tempel- oder Religionsschulen der Bekenner des mosaischen Glaubens. Diese unter sich durch Religion und Abstammung zusammenhängende Masse hat aber stets in einer geistig-literarischen Aeußerung Ergiebigkeit und Fruchtbarkeit bewiesen. Von jeher waren deshalb jüdische Pressen in großer Anzahl über das Reich verbreitet; fast in jeder nur einigermaßen ansehnlichen Gemeinde gab es eine Druckerei, wo außer Ritualien zum Gebrauche der jüdischen Kirche auch andere Werke gedruckt wurden, und noch vor zehn Jahren zählte man ungefähr 60 solcher Druckereien, die einen bedeutenden Umfang hatten. Daß es in Bezug auf diese Literatur auch viele treffliche Schriftgießereien gab, ist nicht zu verwundern, da sämmtliche jüdische Druckereien dieses Landes ihren höchst bedeutenden Bedarf an Schrift nicht aus der Fremde her holten; aber merkwürdig und unbegreiflich schien es mir, daß in allen Druckereien keine Spur einer russischen Schrift sich vorfand, obgleich alle außer den hebräischen Schriften auch deutsche hatten. Dieser Gestaltung der jüdischen Presse hat die Regierung, wie der polnischen, ein Ende gemacht; durch einen Ukas wurden sämmtliche jüdische Pressen Rußlands bis auf die in Kiew und Wilna geschlossen. So klar und einleuchtend die Motive der Regierung in ihrer Strenge gegen die polnische Presse waren, so unbekannt sind die Gründe, welche die Regierung zu einer solchen Harte gegen die jüdische Presse veranlaßt haben mochten. Nach Einigen soll der Fanatismus einer jüdischen Sekte in Rußland, die man Chasidim nennt und die sehr Ausgebreitet sein soll, Schuld dieser Strenge sein, da seit einigen Jahrzehnten diese Sekte fast alle jüdische Pressen Rußlands zur Ausbreitung ihrer fanatischen und gefährlichen Lehren benutzt haben soll; nach Andern soll nach dem Falle Warschaus ein geheimes Verstandniß zwischen der jüdischen und polnischen Presse bestanden haben; die conspirirenden Polen nämlich sotten sich der weniger beaufsichtigten jüdischen Presse zu unerlaubten Schriften bedient haben, welcher letzteren Meinung aber die Furchtsamkeit der Juden und ihre Feindschaft gegen Polen widerspricht. In jedem Falle ist diese Anordnung der Regierung höchst merkwürdig, und in so fern sie eine Literatur abtobtet auch höchst tragisch; denn die zwei Pressen in Wilna und Kiew, weit entfernt die aufgehobenen zahlreichen Pressen zu ersetzen, sind gerade seit jenem Ukas tiefer gesunken und fast ganz verschwunden. In Kiew ist die Presse stumm, und die in Wilna hat ein Zufall vernichtet; denn vergangenen Sommer wurde die schöne Druckerei daselbst, welche unter der Firma der Gebrüder Rom sehr bedeutend war, von den Flammen verzehrt, wobei auch noch die einzige jüdische Schriftgießerei mit vernichtet wurde. Die Karaer seine jüdische Sekte, die den Talmud verwirft,) in der Krim allein scheinen von dieser Maßregel ausgeschlossen zu sein, da diese nach wie vor ihre Druckereien in Dschufut-Kale haben, wo sie früher schon ihre Ritualien druckten, und in neuerer Zeit auch in Kosloff oder Jewpatoria, wo sie durch Unterstützung ihres Krösus Sima Bobowitsch viele Werke herausgeben. (Allg. P.Z.) Licht- und Schattenbilder aus süSischen Ge sch ich Dev Chassidismus in Dolen. 1. Artikel. (S chlu ß.) Daß man andererseits zu diesem Allen nicht schwieg, läßt sich leicht denken, das Schriftenthum hierüber nahm jedoch der e Ser Gegenwart. gleich Anfang den heilsamen Charakter an, der überhaupt für das Zudenthum aus dem Entstehen der Sette hervorging. Es war nämlich keine eitle, 'müßige Polemik gegen die Sette, welche in ihrem Fanatismus durch wissenschaftliche Begriffe nicht zu bekämpfen war, sondern vielmehr nur ein Berwcchrungs- und Borbauungsmittel gegen das Umsich- und Eingreifendes verderblichen Pietismus, eine Bertheidigung des Zu-

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