Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 6 (6.2.1841)
- Article
- Probe einer etymologisch-lexikographischen Uebersetzung des ersten Tagsiebents
- Date
- 1841-02-06
- Page
- Spalte 73-74 (sequence 2)
- Language
- German
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73 Musafia's erstes Lagsiebent. Lkt. Uebersichten. Ueber den Ursprung unserer Ziffern. 74 glanzgelb, mischgrün, karbasgrün, purpurviolet; streifbunt, gesprenkelt bunt, schecklgbunt, röthlichbraun -— die Ohren mit dem zugespitzten Knorpel und dem herabhängenden Ohrläppchen, um zu hören, zu horchen, zu lauschen und auszumerken; die Nase mit ihren schnaubenden Nasenlöchern, um zu nießen unter heftigem Ausstößen der Luft und Aussprühen des Nasenschleims, um einzuathmen den Geruch der wohlriechenden duftigen Arome des Einbalsamirers, des Würzhandlers und des Salbenbereiters, die der Salbende versalbt, der Salbenausgießende nutzt zum Salböl derer, die durch Salbung geweiht werden — Jerichobalsam- Opobalsam, Mekkabalsam, weißer Weihrauch, tröpfelnde Myrrhe, fettes Galbanum, Ladangummi, muschelschaliger Onyx, Kampfer, spaltröhriger Mutterzimmt, abgeschälte Cassienrinde, Cinnametrohr, Aloeholz — und zu verabscheuen zerreißenden Ekelduft, Uebelgeruch, moderige Feuchtigkeit, ranzigen, stinkenden, faulenden Dunst, scheußliche, gräßliche, sudelhafte, schmuzumhüllte Unreinigkeit, ausgeworfenen, ausgeleerten Unrath, gehäuften, abgesonderten Abgang, Darmunflat, Speichel, Erbrochenes des sich Uebergebenden, Auswurf des Ausspeienden, triefenden Schweiß, thierische Epcremente, Taubenmist, der auf dem Düngerhaufen und auf der Miststätte zusammengeschafft und auf einen Haufen geworfen in Verwesung übergeht. Den Mund mit den zierlichen Zahnreihen, der beweglichen Junge, der schluckenden Kehle und der gurgelnden Gurgel, um emporgetönte Rede auszusprechen, um kündiges Bekenntniß auszudrücken, um einzupragende Geschichten einzuscharfen und zu erzählen, um bei innerem Verlangen den festen Gedankenausdruck in flüchtigen Lauten zu artikuliren und vorzutragen, und Worte, die Ausströmungen der Lippe, der Junge, des Mundes springbrunnartig hervorzuquellen und hervorzusprudeln, niederzutraufeln und niederzusprengen; und Worte als Hauche auszuathmen und wie Blumen hervorzusprossm, um sie zu Reihen zu verbinden und in sanftem Gange Hingleiten zu lasten, um sie, die den Lippen entsproßte Frucht, durch Sprache zu erzeugen. — Den seulenrunden Hals mit dem Wirbelknochen und dem Nacken; die Zahne, die zermalmenden Backen- und Schneidezahne mit ihren mörseractigen Zahnhöhlen, den speiseaufnehmenden Ober¬ und Untergaumen zum Schmecken; den fanftgewölbten Rücken und das Rückgrat mit den nach beiden'Seiten auslaufenden Rippen und dem kraftvollen Fettbauch; die beiden fassenden Hände mit den innern tiefrunden Höhlen und Flachen; die Finger und den die Faust schließenden Daumen, mit ihren Nageln, um zu begreifen, zu betasten und nachzufühlen; den hebenden Arm, den buchtigen mit den festvecknüpften Armgelenken und den festangehefteten Achseln, mit der Hinter- und Vorderschulter, um zu tragen und aufzuschultern Lasten wie Lasttragende, Doppelbürden wie Lastaufladende sie tragen; die empfindlichen Brüste, den lind anschwellmden Busen, um zu stillen Säuglinge, neugeborne, saugende, milchende Kindlein, die entsprossenen, entblüheten, aufgeknospeten Früchte des weiblichen Leibes; den bergenden alabasterförmigen Schooß, um zu tragen und zu warten, aufzuziehen und großzuziehen, zu hegen und zu pflegen die Entwöhnten; den ausgedehnten Bauch, den gerundeten, mit dem gehöhlten Magen, mit der hügelartigen Nabelmitte der verknüpften Nabelschnur; die starken Unterrücken und die rüstigen Hüsten, die fetten Lendmmuskeln, die Gebärmutter, die Mutterscheide, welche der Fölus durchbricht; die binnen und riesgelegene Scham um zu empfangen und zu gebaren auf dem doppelsteinigen Entbindungsstuhl Knablein, Mägdlein und Zwillingspaare, mit der umhüllenden Secundina, und zu früh entfallenden Fehlgeburten; die männlichen Geschlechtstheile mit ihren Testikeln und Hodengebinden für den Geschlechtstrieb, um zu befruchten und um zu harnen, dm Aster zum Stuhlgang; die weichfleischigen Lenden mit ihren pfannenartigen Einbiegungen, die Schenkel bei beugsamen Kniee, die Füße, die schreitenden, auftretenden Beine mit den Knöcheln, den Fußsohlen, ihren Höhlungen und den Fersen, um sich fortzubewegm, zu gehen, gängig zu machen, zu wandeln und eilend zu lausen. Die Eingeweide und deren Innerstes, das Herz, die Leber mit ihrer bittersaftigen Galle, den Überhängenden Leberlappen, den Schmeer und das ölichte Fett; die Nieren, das mit Fett überzogene Eingeweide. Und du hauchtest und bliesest und athmetest und wehtest in seinen Leib, in seinen Körper, seine noch embryonische Leibesmasie, wie Windesweben und Windeswehen, die Lebenskraft, dm Geist, die Seele. Literarische Uebersrchten. 5) Ueber das Memoire, bezüglich auf den Ursprung unserer Ziffern und den Abakus der Pythagoraer von Z. H. Vincent. Metz, 1840. 19 pag. in 8. (Aus dem Arch. Israel. Decemberheft). (Fortsetzung.) Dieser Endschluß des MemoireS ist nun der Gegenstand des Berichtes der Akademie von Metz. Herr Gerson-Levy, der Verfasser dieses Berichtes, der auch eine treffliche Arbeit über diesen Stoff ist, weist nach, daß, wenn man die symbolische Methode beibehalt, es durchaus nicht nöthig ist, seine Zuflucht zum Griechischen zu nehmen, und daß die semitischen Idiome Alles hinlänglich erklären. Wir wollen nun der Reihe nach den Weg dieser beiden Gelehrten andeutm. 1) Igin, Eins. Herr Vincent leitet das Wort von Tw, Frau ab. Herr Gerson-Levy aber giebt, .da