Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1841)
- Article
- Konstantinopel : Ueber das Rundschreiben des Moses Fresco ... [Nachricht]
- Date
- 1841-01-16
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
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Zweiter Berichte, <Lt«-ie» und -iLLrAMA. Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen ki'lst. Postämtern und allen soliden Vuchhand- Lrmgen aus ein Jabr. ftt t jüdische Geschichte und l Heraus gegeben. von Dr. Ier! Lus F ü t ft on dieser Zeitschrift einen wöchentlich, Literaturblatt mitgerechnet, zwei Vogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 3» Leipzig, den 16. Januar 1841. Orient. (Konst a ntin 0 pel, Ueber bas Rundschreiben des Moses Fresco in Constantinopel. Kahira, jüdische Zustande daselbst). — Großbritanien. (London. Zustand der jüdischen Literatur daselbst. Die verschiedenen Synagogen. Einzelnes.). — Deutschland. (Frankfurt a. d. O. Eine unwürdige Bewerbung. Wollstein. Ergänzungen und Berichtigungen vom Vorstande). — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart: Sind jüdische Schulanstalten Wedürfniß, und wie müssen solche beschaffen sein, um ihrem Zwecke zu entsprechen? — Ueber die Karaiten von Kohl. — Personalchronik und Miscellen. — L.-B. d. Orients. Orient. Kottsttttttinopel. Es ist bereits in der vorigen Nummer mitgetheilt worden, daß der. Rabbiner in Konstantinopel Moses Fresco, der als Chacham- Baschi in religiöser Beziehung die ganze Judmschaft daselbst zu vertreten hat, einen Hirtenbrief an seine Gemeinde in hebräischer Sprache erlassen, neben welcher Sprache aber noch eine judenspanische und eine türkische Version Platz fanden. Das hebräische Original wie die Versionen desselben sind gleich schlecht, wie überhaupt dieser ganze Hirtenbrief kaum diesen Namen verdient, wenn wir nicht bei der großen Barbarei im ganzen Lande einen andern Maßstab anzulegen haben. Das Extenso dieses Circulars finde ich bereits schon anderswo mitgetheilt, und die Leser des Orients mögen sich mit dem dürren Inhalt begnügen, daß er seine Gemeinde auffordert, die türkische Sprache zu treiben, wozu er aber selbst freilich nicht das beste Muster gegeben. — KnhrVB Die Didaskalia theilt vom 4 — 6 Jan. einen schönen Aufsatz über israelitische Zustande im Orient mit, worin namentlich über Kahira Ausführliches sich findet. Dieser Aufsatz möge auch hier seinen Platz finden, wo schon manches aus die Juden im Orient Bezügliches gesammelt wurde. „Die Ehrenbezeugungen, womit Hr. Cremieux in ganz Deutschland überhaust wurde, zeigen hinlänglich, daß auch die israelitischen Glaubensgenossen, nicht weniger als die übrigen Bewohner Europas, ihren Blick nach dem Punkte der Erde richten, von welchem dem Weltfrieden schon lange Gefahr droht. Auffallend bleibt es indessen, daß von den zahlreichen Correspondenzen, welche seit Jahren aus dem Orient in französische, englische und deutsche Blätter übergegangen sind, und worin seit dem Verschwinden des Pater Thomas in Damaskus die Juden mit hineingezogen wurden, noch Niemand über ihren Standpunkt, der im Orient so verschieden von dem der unftigen ist, berichtet hat. Vielleicht gelingt es mir, wenn ich ihren Zustand in Cairo, das ich erst im letzten August verließ, und worin Hr. Cremieux seitdem Untecrichtsanstalten gründete, schildere, diesem Mangel abzuhelfen. Cairo und seine Umgebung, von den Arabern Mazr, von den Juden Mizraim genannt, ist in religiöser Beziehung nach Jerusalem der wichtigste Punkt der Erde. Nur wenige Stunden von Cairo erreicht man das einst so berühmte Memphis, wohin sich schon der Patriarch Abraham flüchtete, um der Hungersnoth in Syrien zu entgehen. Am Hofe zu Memphis war es, wo Joseph als Traumdeuter austrat, und sich bis zum ersten Minister in Egypten emporschwang. Hier wurde Moses in alle Mysterien eingeweiht; hier faßte er den großen Gedanken, mit sechszigtausend (?) Sklaven durch die Wüste zu ziehen, um ein selbstständiges-Reich zu gründen; und hier überschüttete er Pharao mit seinen zehn Plagen. Wer nur im geringsten bezweifelt, was Großes einst in Memphis geschehen ist, der werfe seine Blicke auf die Pyramiden, die heute seine Ruinen umringen, und an deren Seite die größten Monumente Europas klein dastehen. Sechs Stunden weiter erreicht man Heliopolis, von den Juden On genannt, wo Joseph 3