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Der Orient · 1841-01-09 · Heft 2 (9.1.1841) · p. Seite 10

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 2 (9.1.1841)
Article
Konstantinopel : Ausschreiben des Chacham-Baschi Moses Fresko [Nachricht]
Date
1841-01-09
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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10 über diesen Hirtenbrief ausführlicher. Dr. Löwe, der Begleiter Montefiove's, hat hier, tme Cremieux und Munk in Kahira, eine 3stündige Rede in der Synagoge zu Galata gehalten, worin er mit kräftigen Worten anregte und ermahnte, sie möchten sich der Aufklärung, der Civilisation und der Bildung hingeben, weil nur durch diese allein eine Besserung der jüdischen Zustände möglich sei. Freilich ist die verschiedenartige Zusammensetzung der Gemeinden ein bedeutendes Hinderniß, aber alle sollten sich bei -der türkischen Sprache wiedersinden. DitRede wurde an Simchat Tora gehalten. Böhmen. Pvtzrg, 27. Dec. Antwort des Herrn Adolph Cremieux an den Herrn Overrabbiner von Mahren und Schlesien Neh em i as Tr ebi tsch, mitgetheilt von Dr. Gustav Phitippson. — So wie in den verschiedenen isr. Zeitschriften die blutige Tragödie von Damaskus von ihrem Beginne bis zu ihrem-Ende genau und frei besprochen wurde, eben so ist wohl jetzt unsere Pflicht, den Helden, denen nichts so theuer war als die Angelegenheit ihres Glaubens und ihrer Glaubensbcüder, die Vaterland, Familie und Alles verließen, um der leidenden Menschheit nach dem Bewußtsein und dem Standpunkte des Rechtes sich anzunehmen, einen lebendigen Beweis unsrer Dankbarkeit öffentlich darzubringen. Jene für Wahrheit und Recht erglühenden Männer riefen sich selbst als Gesandten auf und übernahmen von Gottes Geist geleitet jene schwierige und heilige Mission. Sie hatten nicht allein unsre Glaubensbcüder in Damaskus von jenem schrecklichen Foltertode zu befreien, ihre Reise hatte noch einen höhern, wichtigem Zweck. Sie mußten zugleich darthun, daß das Gesetz unsrer heiligen Lehre frei ist von jener blutigen Anklage, die das Mittelalter ganz zufällig hervorgerufen; darum untersuchten sie erst noch einmal den Kern unseres heiligen Glaubens, und gestützt auf die Basis jener ewigen Wahrheiten, ausgerüstet mit dem alles besiegenden Rechte von dem göttlichen Geiste des Rathes, der Starke und dec Erkenntniß, durchdrungen von dem Glauben an den Schöpfte des Universums, der in seiner Schöpfung als eine liebende Gottheit lebt und regiert, konnten sie hintreten vor die strengsten Pharaonen. Cs ist wohl nicht nöthig, ihre große That zu wiederholen; wir kennen sie, und der segensreichen Folgen werden unsre spatesten Nachkommen noch gedenken. Die Herren Montefiore und Cremieux sind uns wie (röstende Helfer in der Wüste erschienen, die unser Recht führten, unsre Streitsachen leiteten, die wie der Hohepriester Aaron einst sich zwischen Todte und Lebende stellten, bis da aufhörte die Pest. — Wie aber ihnen danken, wie ihnen aussprechen die Gefühle unseres Herzens? Nicht durch prunkende Geschenke, noch durch laute Feste können wir diese Dankbarkeit an den Tag legen, in dem sich kundgebenden Geiste der Einzelnen nur, in den Bestrebungen der isr. Theologen, jene große That der Geschichte als eine echt religiöse unfern jährlichen Festen anzuschließen, würden wir das schönste Denkmal jenen Männern errichten. Unserm Chanuka- und Purimseste müßte es gleich stehen, denn an denselben könnte man sagen, wurde Israel körperlich befreit, hier aber geistig. — Dort wüthete der Krieg mit Schwerdt und Feuer, hier blutete der Geist unter der Folter des Fanatismus. Die Geschichte wird diese That ewig feiern und größer als der sterbliche Mensch; denn die Namen jener Männer hat sie eingetragen in das Buch des Andenkens und des Lebens. Sie ist eine Bibel der Zeit, die ewige Ueberlieftrung ihres lebendigen Inhaltes. Sie vergißt keinem Helden den Lorbeerkranz zu reichen, keinen Märtyrer zu. krönen, keinen Tyrannen mit blutigen Geißeln zu strafen. — Eine solche öffentliche Anerkennung ist insbesondere dem Herrn Adolph Cremieuxwährend seines Aufenthalts in Wien von der dortigen Gemeinde auf eine sinnreiche und wahrhaft erhebende Weise geworden. Bei einer ihm zu Ehren gehaltenen Feier, welche durch eine gehaltvolle entsprechende Rede unsers wackern Mannheimer verherrlicht wurde, überreichte man ihm die Geschichte Damaskus in einer Pergamentrolle in Form einer Megilla in ein goldnes Futteral gefaßt. — Von Böhmen schrieb ihm im Namen aller Israeliten des Königreiches der würdige Rapaport, erster isr. Religionsvorsteher in Prag, einen rührenden Dank. Ebenso der Oberrabbine von Mähren und Schlesien, Herr Nehemias Tr.ebitsch, begleitet mit der Morenu, der folgende Antwort von Herrn Cremieux erhielt: Vienne, 25. Nov. .1840. A Monsieur Nehemias Trebitsch Graudrabbin de la Monivie et de la Silesie. Monsieur et lionore Coreligionaire 1 «Pai requ la lettre que vous nPavejz faite Phoiineu.r de m’adresser avec Ie diploma qui Paccompagnait. Je suis penetre de tont ce que vous avez bien voulu nPccrire au neun de mes freres de la Moravie. JJa.Tirais voulu qu'il me fut possible d'alier leur temoigner de vive voix toutes mes sympathics, mais puisque, vous avez ete leur Organe aupres de liioi, veuillez je vous prie, etre mon intreprete aupres d^eux; dites leur bien, que rien n’est plus doux a mon amc, comme les temoignages que je reqois de Pestime et de -Painitie des Israelites de PÄllemagne, que je regarderai comme un veritable bonheur de pouvoir un jour yisiter toutes les populations de ces confcrees. Heureux, iniIle fois, d^avoir trouve pres de mes freres un si touchant accueil, je me sens fcrop vecompense du devoucinent si naturel, que jai niontre pour eux dans quelques occasions, et surtout dans cette sanglante tragoedie de Damask, ou Pesprit de ha ine, de violence a voulu toufe a la fois calomnier la purefce de notve religion et reper^dre Le sang de nos martyres. Le bonheur

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