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Der Orient · 1841-01-09 · Heft 2 (9.1.1841) · p. Seite 9

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 2 (9.1.1841)
Article
Ostindien : Juden in der Bombay-Armee [Nachricht]
Date
1841-01-09
Page
Seite 9 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter m® Jahrgang. Berichte, Studie« und Kritiken Das Abonnement für ein Zahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei alten lobt. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. fftt jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeben von Dr, Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, bas Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 9. Januar Orient. Ostindien (Juden in der W o m bay - Arme e). Syrien (Bericht über dortige Zustande). Konstant! nopel (Ausschreiben des Chacham-Baschi Moses Fresko. Or. Lowe's Rede). — Böhmen (Prag, Antwortschreiben des Hrn. Cremieux an den Rabbrnen Nel). Trebitsch. Rapaport's Schreiben). — Ungarn (Pesth, Berichtigung von dem Rabbiner Hrn. Schwab). — Galizien lLemberg, eine Consirmation von Hirsch Chajas). — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart: Die Gesellschaft der Freunde in Berlin. — Sind jüdische Schulanstalten Bedürfnis und wie müssen solche beschaffen sein, um ihrem Zwecke zu entsprechen? —• L.-B. d. Orients. Orient. Ostindien. In der Bombay-Armee, die aus 31,106 M. von Eingebornen besteht, befinden sich auch eingebocne Juden; sie befinden sich unter den Eingebornen aus den bengalischen Provinzen, Muhammedanern, Maratten. Alle Leute, die aus Hindostan rekrutict sind, wuchsen in diesen Beschäftigungen auf. Die Juden sind sehr gute heute und über die ganze Armee einzeln verbreitet; das 19. Regiment dürfte die meisten zählen, nämlich 70 — 80; das vierte, einundzwanzigste und vierundzwanzigste Regiment haben jedes 20—35, die übrigen nur wenige, 3 oder 4 bis höchstens 15. Fast jeder Jude in der Bombay-Armee ist in den resp. Regimentern entweder geboren, oder von Jugend auf da aufgewachsen. Syrien. Mehmed-Ali hat dem Diecmachte- Vertrage nachgegeben und Syrien geräumt; Beiruts Damask, Aleppo, jene Statten, welche Zeugen der Anklagen gegen die Juden waren, sind wieder wie ehemals durch das Einschreiten europäischer Gewalt unter die Botmäßigkeit der Türkei gestellt; nur mit dem Unterschiede, daß dort durch den bleibenden Einstuß der Europäer eine bedeutend größere Freiheit für Juden und Christen sich gestalten wird. Nach der Malta-Times wurde bereits im November der Hattischerif von Gülhane in Beirut proklamirt, und wie ernstlich'der Sultan Abdul - Medschid dieser türkischen Charte nachzukommen willens ist, namentlich in Bezug auf Juden, haben wir bereits aus dem Berichte über die Audienz des Sir Moses Montefiore hinlänglich gesehen. Montefiore hat vorläufig seinen Plan über Kolonisirung Palästinas, wenn er überhaupt einen hatte, aufgegeben; nach seiner Audienz beim Sultan unternahm er sofort eine Reise nach der Heimath, und aus Malta vom 6. December wird bereits berichtet, daß er die Quarantäne daselbst verlassen habe. Es ist aber gewiß zu bedauern, daß Hr. Montefiore gerade jetzt, wo ganz Syrien pacisicirt ist, abgereist. Der mysteriöse Schleier, der die damasker Gräuelthat noch verhüllt, der hirtenlose und zerrüttete Zustand der jüdischen Gemeinde in Aleppo (wo fast 10,000 Juden), Damaskus, Beirut, Acre, Tabarieh, Jerusalem, Safed u. A. brauchen jetzt mehr als ft eine Einwirkung der europäischen Juden. — Korrstantirropel. Der Chacham-Baschr (Moses Fresko) hat einen Hirtenbrief in hebräischer und jüdisch - spanischer Sprache ausgeschrieben (26. October 1840), worin ec die türkischen Juden ausführlich und eindringlich erinnert an die Wohlthaten des Hattischerifs von Gülhane und sie ermahnt, das Studium der türkischen Sprache, nämlich die ihres Vaterlandes, mehr als bis jetzt geschehen, zu betreiben. Das Vorurtheil, der Haß.und die Absonderung wird verschwinden, sobald die Juden mit den Türken in der Sprache des Vaterlands zu reden vermögen werden; es ist natürlich, daß so lange dies nicht geschieht — und es wird noch lange dauern, bis die Civilisation die Juden daselbst ergreifen -— eine Verbesserung der jüdischen Zustände daselbst von Grund aus kaum möglich ist. In der nächsten Nummer 2

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