Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1841)
- Article
- Stettin : Aktenstücke von Seiten des Ministeriums, die Juden betreffend [Nachricht]
- Date
- 1841-01-02
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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3 gedachten der Gesellschaft gehörigen Platz gegen eine gewisse Gebühr zu erzwingen, sondern wir würden, wenn sich die Hinterbliebenen nicht mit der Gesellschaft einigen könnten, das Begräbniß aus den hiesigen Stadt-Armenkirchhof veranlassen, welcher keiner christlichen Kirche ausschließlich angehört, und auf welchem also ohne Bedenken die Leichen von Personen jeden Glaubens beigesetzt werden können. Das Sachverhältniß ist hier in dieser Beziehung ein anderes als dasjenige was bey dem von Ihnen allegirten Rescripte an die Königl. Regierung zu Bromberg obgewaltet zu haben scheint. Stettin d. 10. Mai 1831. Königl. Regierung. Abth. des Innern. (Gez.) Frauendienst. An den Herrn N. N. Borsteher der jüdischen Gottesdienstlichen Gesellschaft hier." Ob erb er gh eim, 30. Juli. 40. (Nach den Archiv. Jsr.) Mein Herr, in Ihren Archives Nr. 3. p. 155. finde ich einen Artikel über die Juden in Indien, der mich sehr erfreute, weil ich einiges Specielle über die hebräische Chronik zu finden hoffte, die die Juden von Cochin besitzen; aber da Ihr Artikel derselben nur Erwähnung thut, und da Sie bemerken, daß Novitäten über die Juden von Indien und China, bei ihrer Seltenheit dem Leser sehr willkommen sein dürsten, selbst wenn sie von älterem Datum wären; so wage ich zu hoffen, daß Sie den ersten Baustein, den ich zur Aufführung Ihres löblichen Gebäudes beizubringen willens bin, nicht verschmähen, sondern beifolgenden Artikel der Aufnahme in Ihr geschätztes Blatt für würdig halten werden. Eichhorn in seiner allgemeinen Bibliothek der biblischen Literatur, Th. 1, S. 926, gibt einen Artikel von Paulus verfaßt, der im Haag bei dem protestantischen Prediger Butz einen holländisch geschriebenen Auszug von einer in althebräischer Sprache geschriebenen Chronik gesehen zu haben vorgibt, die sich bei dm Juden zu Cochin vorfände, und sich über Malabar verbreite. Sie beginnt mit der Versetzung der Israeliten unter Salmanassar und nennt als erstes Datum das Jahr 894 nach dem Auszuge aus Egypten. Sie enthält die erste Zerstreuung der Israeliten nach Teman (im glücklichen Arabien) und nach Malabar. „Im Jahre 894 — sagt der Auszug — machte Salmanassar 1IL dem Purawo, König von Teman, ein Geschenk mir 460 Familien aus der Zahl der gefangenen Juden, die dort als Sklaven behandelt wurden." Diese Stelle, verdient, wie Paulus bemerkt, wirklich die Aufmerksamkeit der Orientalisten und Historiker, indem sie für die Authenticität und das Alter der Chronik beweist; denn das Datum 894 stimmt mit der wahren Chronologie, die Variante 592 anstatt 480 im 1. B. d^ Könige 6, 1 vorausgesetzt (vergl. Michaelis). Nur unter dieser Voraussetzung kann die Chronik dem Salmanassar die Versetzung nach Teman zuschreiben. Denn das Jahr des Einfalls in Samarien ist gleich 592 vom Auszuge aus Egypten bis zur Erbauung des ersten Tempels; weiter 36 bis zum Beginn des israelitischen Königreichs;^ weiter 253 bis zum Einfälle unter Salmanassar, gleich 681. Das Jahr 894 ist das dreizehnte nach dieser Invasion; aber nach unserm Texte 480 könnte die Versetzung 'der Israeliten .nach , Teman erst 112 Jahre darnach stattgefunden haben und folglich könnte dieselbe dem Salmanassar nicht zugemeffen werden. Das ist bemerkenswert): nach Brotier (ad Tacitum, f. 3, Paris 1771. si Michaelis, Bibl. des Morgenlandes f. 5, S. 81. 82) wurden die Juden in China gleichförmig mit der Variante, 593, begünstigt.J) Diese Einstimmung mit der Chronik von Malabar kann daher nicht rein zufällig sein. Sie erzählt auch, daß im Jahre 1415 nach dem Auszuge aus Egypten, also 187 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung, die Juden sich von Teman aus über die Mongolei verbreitet harten und von dort aus im Jahre 2100, 497 nach der gewöhnlichen Zeitrechnung, in die Gegenden von Barecka gegen Hodu (Malabar) hin gekommen wären. Die Existenz einer israelitischen Kolonie in der Mongolei, im Jahre 187 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung, verbreitet sehr viel Licht über ihre Niederlassung in China, im Jahre 73 nach der gewöhnlichen (s. Michaelis, Bibl. des Morgenl. ibid. S. 73.* 2). Sie steht in voller Einstimmung mit der israelitischen Chronik von Malabar und den übrigen historischen Documenten. Die im Jahre 894 nach Theman gesandten Israeliten nahmen dahin keine andern Bücher mit als Pentateuch, Josua, Ruth, die zwei Bücher der Lichter, das erste Buch Samuelis, das Lied Salomons, die Psalmen Davids, Assafs, Hemans und der Kinder Korach, die Sprüchwöcter Salomons und den Prediger, die Prophetien Gad's, Natans, Semejas' und Ahia's, das Buch Job, Jonas und die elf ersten Kapitel des Jesaja. Eine sonderbare Bemerkung des Auszugs sagt, daß die Juden von Malabar noch zwei Briefe von Ahasveros über die Geschichte der Esther in tulmudischer Sprache besäßen, und daß die Urnation von Malabar mit den Juden das Fest der Loose daselbst feiern. Dieser holländische Auszug ist im Jahre 1787 von einem gelehrten Israeliten in Cochin gemacht worden. Vermag einer der zahlreichen Leser Ihres ausgezeichneten Blattes zum Mindesten die Spuren dieses interessanten Auszugs zu verfolgen, und zur Veröffentlichung durch dies Journal beizutragen, so wird dessen Redacteur, ausgezeichnet durch seine weitverbreiteten philologischen Bekanntschaften und seine Ideen über Reformen, bereitwillig alles aufnehmen, was den moralischen und intellectuellen Fort- S. Joseph. Antiq. 8, 31. Eichhorn, Einleit, in das alt. &eftain. f. 2, ©. 448. 2) Vergl. Joseph., Michaelis, Bibl. des Morgenl. 4, S. 156. 7, S. 154. 1*