Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 52 (26.12.1840)
- Article
- Poetische Mittheilungen
- Date
- 1840-12-26
- Page
- 811 (sequence 2)
- Language
- German
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TO. ] lieber Musa Mcn'muni von dem lieblichen Dichter Nab Chisdai Ha-Ncrsi: : flDRJJ ^b 2HJ b2~bx R£W nopn . * D'ypii'n drirrk d| : npnp) rnpnrn cr^n v^ej * $dk drq vAs4 niö^K röd : rdsj dj) inn\s; ncjp si. Aus dem Werke '^eov p, von dem ausgezeichneten Gelehrten Samuel ha-Na gib Jbn-Gekatilia:! Wi2-W) DRW) ’ ^>DR DIRN4 2b DDR' : iwiR-ppb Wien * Pdr i?poi : R»DR TiN TjRi’R, * BRRR] Rlpl? )p6l : n» rabpo) pn >m 4 ob?d pnpj Ein anderes Distichon aus demselben Werke: : RjDDD RB'2 ^) 4 D'RDDDD pR' ^IDK : rOFJDD f)ks4 i6l 4 Rpp-pRD RRX Rpl' Die natürliche Wrrslegung der biblischer» Grzahlnngen. Die natürliche Auslegung der Bibeln nach welcher die unbegreiflichen Erzählungen auf natürliche Erscheinungen zurückgeführt und in dieser begründet werden, hatte nach ihrem allgemeinen Grundprinzip schon von altersher in den Köpfen der Exegeten unbewußterweise ihre Anwendung gefunden; so wohl jüdische als christliche Bibelforscher hatten keinen Anstand genommen, sobald es nur irgendwie anging, das Unverständliche, je nach dem jedesmaligen Standpunkte, aufzulösen und sich verständlich zu machen. Mag nun immerhin dieses letzte Streben nicht gerade den natürlichen Auslegungsversuchen zu Grunde liegen, sondern vielmehr als die Basis jedweder andern Exegese betrachtet werden müssen; die besondere Modistcation dieses Strebens, die, wie sich im Verlaufe dieser Betrachtung zeigen wird, einzig und allein der natürlichen Auslegung angehört, insofern sie nur aus das Verstandniß der äußern Form der'Erzählung gerichtet ist, hatte nicht minder, trotz der vorherrschenden anderweitigen Lösungsversuchen, ihre bestimmte Berücksichtigung sich errungen. Doch ihre Höhe hat die natürliche Auslegung erst in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erreicht; sie wurde sich ihres Strebens bewußt, und wie das immer zu gehen pflegt, sie hatte damit auch ihre Endschaft erlangt. Wohl vegetlrt sie noch hier und dort in den Köpfen einiger, die noch nicht die encyclopadische Richtung ■ v w«V.VVJA>HJj V. VtV»t| Vl/IH V ( f ö JL Ä ordentlich verdaut haben, und in deren Geist noch der französische Leichtsinn fetjicn Unfug treibt, fort und fort; doch geflissentlich wagt sü es nicht hervorzutreten-'-und sie verbirgt sich unter anderer Form. Sie hat sich daher gewissermaßen metamorphosirt und dem kritischen Auge entzogen, indem sie unter anderer Firma ihr Geschäft treibt. Wir lassen sie in dieser veränderten Gestalt ihr Handwerk üben, und betrachten sie hier als verschollen. Einem Lobten geziemt aber ein ^Denkmal, und das wollen wir hier ihr setzen. Wir wollen ihre Entstehung und Lebensgeschichre beschreiben, zugleich aber auch / wie ehemals in Egypten über die Könige, über sie ein Lodtengericht haltern Es dürfte den nun herrschenden Auslegungsversuchen Jn mancher Beziehung eine Ermahnung sein. Ihre Entstehung nimmt die natürliche Auslegung in dem Streben zu verstehen. Sie setzt der Exegese engere Grenzen, indem sie nicht nur auf die Erkenntniß des Objectes, sondern auf das Verstandniß dringt; sie sucht den Gegenstand dem Verstände, je nach seiner jedesmaligen Bildung, conform zu machen, und ihn von der Unverständlichkeit zu retten. Da indessen das exegetische Streben aus die bestmöglichste Erkenntniß dringt, diese aber nothwendig nicht immer das Verstandniß ausschließen kann, so führt jeder exegetische Versuch zu einer sogenannten natürlichen Auffassung. Freilich wird dadurch die Klarheit der exegetischen Erkenntniß verdunkelt, und in dem Streben, den Gegenstand auf dem jedesmaligen Standpunkt des Verstandes zu erfassen und in diesem zu veristciren, dem Objecte selbst manches beigelegt, manches abgenommen, der Gegenstand also nicht in seiner absoluten oder mindestens nicht in seiner approxürratwabsoluten Gestalt aufgefaßt, aber die Uebereinstimmung mit sich selbst, oder mit seinem Verstände gewährt eine innigere festere Uebe.rzeugung und ist vom subjectiven Standpunkt aus nichts anderes als die reine Wahrheit, welche zu erlangen doch das natürliche Streben des Exegeten ist. Die natürliche Auslegung, die nach unserer Annahme dahin führt, ist darum fast ein integrirender Lheil der exegetischen Bestrebungen, und kann folglich nicht ohne scharfe kritische Prinzipien, die überdies keineswegs sich genügend Legitimiren können, von jenen geschieden werden. Sie ist darum uralt und findet sich im Lalmud ebensowohl, als Ln den neutestamentlichen Büchern vor. Natürlich sind die Resultate ganz anders, als die der Schule der sogenannten natürlichen Auslegung jüngerer Zeit. Aber die Lebensansicht und der menschliche Geist hat sich ja auch verändert, und um den Gegenstand der subjektiven Ansicht conform zu machen, um auf diese Weise zu einem Verstandniß zu gelangen, mußte natürlich dazumal etwas,ganz anderes substituirt werden, als in dieser jüngern Schule. Das Resultat kann darum verschieden sein, und dennoch ist das Grundprinzip dasselbe. Wenn beim Hinaufblicken zur kupfernen Schlange Uraltes angenommen wurde, die Richtung des Auges nach Oben, zu Gott,, um in Buße und Gebet das Herz auszuschütten, sei damit beabsichtigt, und dieses habe die Heilung hervorgebracht; so unterscheidet sich dieses kemesweges wesentlich von der etwaigen An-