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Der Orient · 1840-12-26 · Heft 52 (26.12.1840) · p. 404

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 52 (26.12.1840)
Article
London: ein englisches Bibelwerk
Date
1840-12-26
Page
404 (sequence 3)
Language
German
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— (Dl/4fc — erstrecken sollen: 1) Erklärung der Gebote, wie sie Ln jedem Abschnitt Vorkommen, besonders in Bezug auf solche, die jetzt Ln Gebrauch sind. 2) kritische und grammatische Forschungen, um anscheinende Widersprüche zu heben, sich aufdrangende Fragen zu lösen, und Schwierigkeiten die sich im Texte finden, zu entfernen. 3) Moralische Betrachtungen, Schlüsse, die aus den im Abschnitte erzählten Thatsachen zu nehmen sind — gewissermaßen zum Ersatz des fehlenden moralischen Unterrichts in unfern Synagogen. 4) Alte Geographie, Theologie und Naturgeschichte in Bezug auf die Bibel und des Morgenlandes. Unter dieser Ueberschrift wird das Beste aus neuern Werken über diesen Gegenstand gesammelt, und authentische Nachrichten von neueren Reisenden nach dem Heiligenlande mitgetheitt werden, so wie sonstige Belehrungen von altern Schriftstellern. Um dies Werk einem Jeden zugänglich zu machen, soll es in Bogen und einzelnen Heften erscheinen, nämlich:- ein Bogen von sechzehn Seiten hebräisch und englisch mit Noten, erscheint jede Woche, Preis 6 Ps. oder in Monatsheften, mit jeden Monat erscheinend, und 4 — 5 Nummern enthaltend, Preis 2 Sh. 2 Ps. oder in WierLeljahrsheften von 13 Bogen, Preis 6 Sh. 6 Ps. Das erste Heft wird am 1. Jan. 1841 erscheinen. Das Werk soll auf dem feinsten Papier und mit möglichster Rücksicht auf typographische Schönheit und Vollkommenheit gedruckt werden. Da die Herausgeber sich schmeicheln, daß ihre Namen ihren Brüdern nicht ganz unbekannt sind, so hoffen sie, daß sie in diesem ihren Versuch unsre Nation mit einem lang entbehrten, und jetzt unerläßlich gewordenen Werke zu versehen, Unterstützung/Aufmunterung und thätigen Beistand bei den gelehrten Rabbinen und Aeltesten unsrer Gemeinden finden werden, so wie bei jeden wahren Israeliten, der für die Wohlfahrt unsers Volkes Wünsche hegt. Wir . freuen uns mittheilen zu können, daß die würdigen 5pm. Salowon Hirschel, Oberrabbinen der deutschen Juden, und David Meldola, Rabbiner der portugiesischen Gemeinde, welchen wir diesen Prospectus vorgelegt, unftrm Unternehmen und den Plan nach dem es geleitet werden soll, ihre unbedingte Zustimmung ertheilt haben, und die besten Wünsche für dessen Gedeihen aussprechen." Ich werde auf die Herrn Uebersetzer und die Uebersetzung nächstens zurückkommen. — Deutschland. + Berlin, 15. Dec. Es wird gewiß und besonders für Israeliten in Preußen von Interesse sein, die nachstehende Kabinetsordce zu lesen, die der König an die jüdischen Einwohner von Koblenz und Creuznach erlassen hat. Diese hatten sich mit der Bitte an dm Thron gewendet: daß das die Juden des linken preußischen Rheinufers noch belästigende und beengende napoleonische Dekret vom 17. Marz 1808 möge endlich abgeschafft werden, zumal bereits der verewigte König und der Staatskanzler im Jahre 1818 zur Aufhebung geneigt gewesen. Außerdem war in der Supplik noch angeführt, daß Ludwig XVII!., Belgien und Holland dasselbe längst aufgehoben, und daß auch die Königl. Sächs. Verordnung vom 13. Febr. 1840, das dem napvleomschen Decretc nachgebildete Mandat vom 1. Aug. 1811 auf-, gehoben habe. Der König antwortete: „Auf Ihre Eingabe vom 8. Sept. d. I. habe ich die Beschleunigung der schon vorliegenden Arbeiten, die Regulirung des Iudenwesens betreffend, angeocdnet, wovon Ich Sie hierdurch benachrichtige. Eharloktenburg, d. 18. Nov. 1840. gcz. Friedrich Wilhelm." Böhmen. /X 4. Dec. Ich habe Ihnen seit dem Berichte über die Ankunft Rapaport's nicht wieder geschrieben, und hatte doch so manche Gelegenheit dazu gehabt. Immer mangelte die Zeit; denn weil ich Lange nicht geschrieben, wollte ich recht ausführlich über unsere Verhältnisse werden, und darum blieb der Brief von Tag zu Tag aufgeschoben und soll nun ein Anfang gemacht werden, so müssen Sie sich mit Wenigem begnügen. Ich will heute damit beginnen, wo ich zuletzt abbrach, mit Rapaport nämlich. Es ist dieser Mann jedenfalls eine interessante Erscheinung. Wer da gewohnt ist, wie so viele Menschen dies thun, von dem Aeußern auf das Innere zu schließen, könnte sich in Rapaport vollkommen Lauschen. Der Mann tritt uns im Aeußern ganz vollkommen als eine antique polnische Notabilirat entgegen und , entspricht auch in seinem Leben den strengsten Anforderungen, welche nur der Ielotismus an einen Rabbinen machen kann, so sehr, daß man versucht werden könnte, in ihm einen Mann zu finden, der auf einige Jahrhunderte zurückweise. Indessen ist dies keineswegs der Fall, und Rapaport ist ganz der Mann der vorwärtsstrebenden Wissenschaft, des neuerwachten Lebens. Es scheint, als ob er beweisen wollte, daß sich die altrabbinische Strenge gar wohl vereinigen ließe mit dem Streben der Neuzeit, wie unsre altchrwürdige Religion selbst seit Jahrtausenden schon bei allem Wechsel der Zeiten in ewiger Jugend dasteht und mit göttlicher Kraft die Herzen verjüngt. Es scheint, als wolle er die mit dem Streben der Neuzeit durch sein äußeres Auftreten versöhnen, welche in ihrem Argwohne gegen alles Neue dennoch mehr auf das Kleid, als auf den innern Gehalt zu sehen vermögen; obwohl Rapaports ganze Erscheinung ohne alle Ostentation sich zeigt. Das Siegreiche in ihm aber ist sein durch die Wissenschaft gelautertes, durch Lebenserfahrungen und innere geistige Einheit und Einigkeit gesundes , kräftiges und politisch - kluges Herz. Hiermit thut er Wunder und gewinnt sich in seiner Weltanschauung nicht allein selbst Toleranz, selbst von Seiten derjenigen, die sich mit dem Sfteben der Neuzeit noch gar nicht befreunden können, sondern übt durch dieses Herz, das ihn vor Dünkel und Aberweisheit bewahren

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