Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 50 (12.12.1840)
- Article
- Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
- Date
- 1840-12-12
- Page
- 779 (sequence 2)
- Language
- German
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179 Kritik der Salomon'schen Bibel v. Skremka. Gar wohlgemäß umtrailfk. Wie Hermons TaugewdlL In Sions Berge tränst. Nur da verheißt der Herr Den Segen und Bestand Bis in die fernste Zeit. Z&D ITOl M31T pnK (Dem. 23, 19.). Neben der Dunkelheit, die auf dieser Stelle liegt, ist der Ausdruck frOSD SÖ auffallend; da nach der gewöhnlichen Auslegung, welche hierin reguläre Opfer sieht, die nur wegen der Att ihres Besitzes verboten sind, der Analogie gemäß (Lev. 22.) 'Q'Hpn $b kommen sollte. Vielleicht gewinnt die Stelle an Bedeutung, wenn wir Folgendes bedenken: pnN zeigt sich durch das dagesch-lose D als Derivat der Wurzel run (Hof. 8, 9.), welche den Buhlerzoll bedeutet, wie (Jes. 23, 17. und 18.). Nun wissen wir, daß Ast arte oder Melitta als Beschützerin der sinnlichen Liebe gesegnet worden iji. In Egypten aber war der hundköpsige Anubis als Beschützer der Jagd gefeiert. Es war also natürlich, daß jener für befriedigte Liebesglnth und diesem fürgelungene Jagd ein Thier zum Opfer votirt worden ist. Beide Arten Gelöbnisse sind mit diesem Gebote im Hause Gottes untersagt. Die Übersetzung wäre demnach: Du sollst nicht Hurenanbot und Hundeszoll in das Haus deines Gottes Jehovah bringen. □TO *TO ZM) (Num. 24, 24.). Die der Mendelssohnischen Uebersetzung beigefügte Erklärung, nach welcher eine römische Flotte von Cypern aus zur Zerstörung, des Assyrischen Reiches Herkommen soll, widerstreistreitet zu sehr aller historischen und geographischen Thatsache, um noch einer weitern Widerlegung zu bedürfen. Lassen wir auch der Nachweisung Gesenius zur Bestätigung der Behauptung des Josephus, daß Cypern nach einer dortigen Colonie den Namen Kitiön geführt habe, ihren vollrn Werth. Doch widerspricht offenbar die Genealogie des Genesis, der fortgesetzten Behauptung, daß Kittim dem Ursprünge wie dem Namen nach von den Phöniciern herkomme, da die Kanaanitischen Phönizier (Gen. 10, 15.) unmöglich das StammvolkderJavanischen Kittim (ibid. 4.) sein können. Vielleicht würde man weiter ausreichm, wenn man annimmt, daß Kittim identisch mit Scythen ist, welche ihre Wohnungen im Nordwesten hatten; weil aber die entlegenen Besitzungen ITlEO n?K£}) Steppenlande, Eilande wie Inseln ihnen zugeschrieben sind, so haben nachher manche entlegene Colonieen gleichfalls den charakteristischen Namen Kittim erholten. Nun wird von Herodot die Thatsache berichtet, daß die Scythen das assyrische Reich 28 Jahre unterjocht gehalten haben, und daß das assyrische Reich Zur Ceschichte der Homiletik von Frankel. 780 kurz nach seiner Befreiung von den < Scythen unter die Botmäßigkeit der Kaldäer gekommen ist. Die Kaldäer aber finden wir (Jes. 23, 13) gerade um diese Zeit ihrer Ermächtigung über Assyrien als eine aus wilden Schwärmen zusammengetretene Ration mit dem Namen □^ bezeichnet. Saft sich also nicht dieses ganze Geschick Asiurs in obiger Stelle lesen? Assur hält sich für unüberwindlich. Da ruft der Seher über ihn aus: Wehe, wer kann bestehen gegen das Verhängniß der Allmacht! Oie wilden Horden (Kaldea) nehmen es aus der Hand der rohen Skythen, und dehmüthigen Assyrien und demüthigen Mesopotamien, und auch er ist für immer verloren. (Vergl. Heeren: Ideen Art. Scythen 1 Abschn. Rottek a. Wg. 1 Th., 5 K. tz. 4. und 5.) (Schluß folgt.) Zue Geschichte hee Homiletik von JT. .JL ffl r li nie e l* (Schluß.) Eia Exordium hier zu geben, konnte unsren Verf. unmöglieh eine Schwierigkeit machen; denn es bieten sich zu viel der mannigfachen Betrachtungen und Beziehungen dar zwischen den Pflichten gegen Gott und den Pflichten gegen Nebenmenschen. So harte z. B. angeführt und unfern Brüdern an's Herz gelegt werdee können, daß oft ein Wahn die Gemüther umstricke, anzunehmen, mit Beten und mit Glauben an Gott hatten sie alle religiöse Pflichten erfüllt; allein dem ist nicht so; denn flDio rDilN) ist eine Grundwahrheit, worauf nach Hilel die ganze Lehre beruht. Oder Verf. hatte streiten können gegen die, welche uns der Verknöcherung im Ceremoniendienst und der Vernachläßigung der Bruderliebe beschuldigen, da die zweite Bundestasel mit unzerstörbarer Schrift zeuge, daß die Pflichten gegen Nebenmenschen so viel Raum auf den Tafeln einnahmen, und rn unfern Herzen einnehmen sollen, als die Pflichten gegen Gott. Doch wozu sollten wir unsrem gewandten und geistreichen Redner die Möglichkeit einer voranzuschickenden Einleitung nachweifen, ihm genüge die von uns ausgestellte Nothw endigke it, welche er gewiß leichter und schöner zur Wirklichkeit gestalten konnte. Das sechste Gebot „Du sollst nicht morden" wird in der Ausführung auch auf die Verletzung der Ehre in Anwendung gebracht; allein hier malt der Redner, mit zu starker Tinte, das Bild im Hintergründe tritt hervor, verdunkelt den Vordergrund, und will allein alle Augen auf sich gerichtet wissen. Hier wird dem Verletzer der Ehre zugerufen! (172) „Du hast mir verruchter Hand seinem innern Menschen ein Siechthum eingepflanzt, daß er ungebraucht (?) muß verkümmern und aus Mangel an angemessener Lebens - und Kraftäußerung dem