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Der Orient · 1840-12-12 · Heft 50 (12.12.1840) · p. 389

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 50 (12.12.1840)
Article
Kopenhagen
Date
1840-12-12
Page
389 (sequence 2)
Language
German
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389 einiges Erhebliche mittheilm. Für diesmal sei der Eul- ] tus Gegenstand unsres Referats. In einem früher» Aufsatze in der Zlllg. Z. d. Judenth. (Jahrg. III- Nr. 78. 84) unter der Aufschrift: „Der verbesserte Cultus der israelit. Gemeinde zu Copenhagen" haben wir den allhier geregelten, an Vollkommenheit grenzenden Gottesdienst naher besprochen und nachgewiesen, daß die Predigt ein integrirendec Theil desselben geworden ist, wie es hier auch der Fall ist. Daß die Kanzelvorträge unseres Dr. Wolfs, der durch dieselben seiner Gemeinde bald die aus seinem Schatze gesammelten Ideen und umfassenden Kenntnisse darreicht, bald die endlichen Ergebnisse seiner Forschung, die er auf dem Gebiete der Theologie, wozu ec durch den glücklichen Fortgang der Wissenschaften tieferer und richtigerer Einsicht gelangt, ihr überträgt, zu den gediegensten zu rechnen sind, bedarf kaum noch der Erwähnung. Dr. R.... Galizien. % Lemberg, 10. Nov. (Schluß.) Wenn nun gar Pfaffenthum und Politik im Osten ihre Opfer. schlachten, und Bosheit und Ignoranz im Westen ein Halelujah dazu anstimmen und Kreuzzug predigen: da regt sich freilich thatige Hülfe für die unschuldigen Schlachtopfer, erhebt sich das gewichtige Wort gegen die Lästerung der bekannten Religion in jedem einzelnen Bekenner. Aber heißt dies das Uebel mit seiner Wurzel ausrotten? Auch hier müssen wir laut bekennen: Die europäischen Juden haben Vieles verschuldet, um ihrer bisherigen (hatlichen Lossagung von den Bekennern ihres Glaubens im Osten willen. Wieder mahnt die 'göttliche Vorsehung schwer die Vergeßlichen an die ewige Wahrheit: „Alle Israeliten bürgen Einer für den Andern!" Wenn nicht jetzt das rechte Mittel ergriffen wird, so fordern wir die ewige Vergeltung von Neuem heraus. Wir wissen es Alle nur zu gut, daß Proselytenmacherei nicht zu den bezeichnenden Merkmalen des Judenthums gehöre; aber wenn diese von einer andern Seite kein Mittel unversucht läßt, dasselbe zu untergraben, wenn abgefallene Brüder mit Kenntniß unsrer schwachen Seiten die scharfen Waffen des Wortes und der Schrift gegen ihren ihren ehemaligen Glauben an den oft nur angeheuchelten neuen verkaufen; wenn schwärmerische Episcopalen einen christlich - hebräischen Gottesdienst auf densTrümmern des Gottestempels erbauen; wenn Europa's Machte aufgerufen werden, den selbstgeknechteten Juden ihr altes Land wiederzugeben, um dann desto leichter und sicherer dm gänzlichen Abfall vom einigen Gotte zu bewerkstelligen: soll da mit der Rettung einiger Unglücklichen mit Deklamationen und Gegenerklärungen schon Alles gethan sein?! Oder sollten wir nicht endlich gelernt haben, wie sehr es Noch thue, den Juden der Levante an uns heranzuziehen, den die Knechtschaft so weit entartet hat, daß man seinen Glauben, den unfern, auf solche Weise lästert. Und was dort der Despotismus, hat in Frankreich die urplötzliche Freiheit, in England die Alleinherrschaft des Geldes, in Italien die des fremden, in Polen und Deutschland die des eigenen Fanatism und des Materialism nicht um gar sehr viel besser gemacht. Ueberall das eine Uebel: Absonderung! und darum überall nur ein Mittel: gegenseitiger Anschluß! Es ist nicht unsre Ausgabe, dasselbe hier praktisch zu beleuchten. Nur möchten wir unsre Freude darüber ausdrücken, daß ein Hauptmedium der allgemeinen Verständigung sich gegenwärtig einer neuerwachten Thätigkeit dafür erfreut: der An- und Ausbauder heiligen Sprache -- Und nun zu unserm vorläufigen Bericht über ein Vorhaben, das wir mit einigen Wünschen für seine Verwirklichung begleiten. Man beabsichtigt hier einen Tempel zu erbauen, welcher Chor und Vocbeter, Predigt und Gottesdienst nach dem Muster des Wiener erhalten soll. Es ist zu diesem Behufs ein Eomite aus unfern jüdischen Advokaten und Aerzten zusammengetreten. Mehr als 100 Familienväter haben sich definitiv dafür ausgesprochen, und durch eine bereits auf 5 — 6000 Fl. C.-M. sich belaufende Subskription ihre thätige Theilnahme bewiesen. Die Wünsche, die wir nun diesen edeln Vertretern ans Herz legen, sind: Möge diese Verbrüderung zu einem so heiligen Zwecke vor allem nicht als separatistischer Verein gleich von vorne herein der Gesammtheit gegenübertreten. Möge die Aufmerksamkeit zunächst auf das Wesentlichste, Gebet und Predigt gerichtet sein, damit der Gottesdienst nicht blos nach ästhetischen, mehr Unterhaltung als Erbauung bezweckenden Kriterien gemodelt werden. Möge man mehr auf die dauernde Erhaltung eines so kostspieligen Unternehmens, als darauf bedacht sein, die Stadt mit einem prunkendem Gebäude verschönert zu haben, damit die gottgefällige Habe nicht zur drückenden Steuer, zur mühsamen Tilgung einer lastenden Schuld werde, wie wir über dies Alles Klagen von anderswoher vernehmen. Euch aber, die ihr noch schwanket auf beiden Seiten, und euch, die ihr etwa schon Hemmniß und Störung sinnet, ehe ihr noch recht erwogen, was da eigentlich kommen solle! haben wir nichts mehr zu sagen, als: NLPvN b m O JHt W tJDÜ'OD 82' O'n^ru

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