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Der Orient · 1840-12-05 · 49 (5.12.1840) · p. 756

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
49 (5.12.1840)
Article
Netiv emuna
Date
1840-12-05
Page
756 (sequence 2)
Language
German
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758 757 Bemerkungen überdie Tempelverein eingeführten Gesangbuchs, so trefflich sie auch sein mögen, scheinen hier nicht am rechten Orte zu sein, weil der Schüler beim Religionsunterrichte mehr auf die Wahrheit der Offenbarung, als auf eine poetische Formirung derselben hingeleitet werden soll. Im Allgemeinen aber verdient die 'Arbeit des Hrn. Vers, überall Anerkennung und es wäre zu wünschen, daß in allen Schulen Israels dieselbe Eingang finden itnb jeder Lehrer hingewiesen würde, den Unterricht nach vorgeschriebener Weise, die so sehr das Gemüth des Kindes anspricht und seine Gedanken auf Gott und die Offenbarung hinlenkt, zu leiten habe. — .cp. Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. K. Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salonwn. (Fortsetzung.) Ueberdies sprechen schon zwei Wörter wie ipp einen erhabenen Gedanken aus, indeß oft gerade durch das Ueberfluthen der Wörter alle Klarheit des Gedankens verschwommen ist. IsO CWin (Deut. 32, 17.) Neuen, die aus der Nahe kamen (Salomon). Wenn Onßelos, Luther und Mendelssohn nahmhafte Uebersetzer genannt werden dürfen, so finde ich die- Behauptung der Refutation S a l o m o n s, daß fast alle nahmhaften Ausleger dieser Deutung beipflichten, nicht bestätiget. Der Borwurf soll darin bestehen, daß sie sich vom Naheliegenden haben verführen lassen, das nicht einmal durch seine Entfernung die Anlockung magischer Täuschung für sich har. Es gibt wohl auch einen Reiz der Neuheit. Doch dieser sieht wieder mit dem früheren Vorwurf, des Mangels an Autorität, in Widerspruch. So hat jede Sache ihre zwei Seiten; und auch jener gute Pole hatte Recht, wenn er den Mann, der während einer Tagessrist zehn Meilen zurücklegen konnte, als unbrauchbar zurückwies, weil es ihn über das Ziel seiner Bestimmung hinaustragen werde. Das Ausschaffungsgebot der Kanaaniter aus dem Lande wäre demnach eben so unzweckmäßig als grausam; denn gerade durch die unmittelbare Nahe ihres Unwesens hatte es zurückscheuchen anstatt verführen müssen. Die sicherste Verwahrung vor Sünde wäre die Gelegenheit; und die früheren Vorfahren konnten noch ihren Abfall damit entschuldigen, daß sie sich angestrengt, ihn aus weiter Ferne herzuholen. Was die Salomonische Uebersetzung der Namen H und betrifft, so glaube ich Folgendes erinnern zu dürfen. Die Salonwn'sche Bibel. 1) Der Uebersetzer selbst spricht es aus, daß der Name uirp ein Nomen Proprium ist. Der Name Gott ist auch in der engsten Bedeutung, als Bezeichnung der allhöchsten Ursache aller Wesen, doch immex ein Begriffsname, und kann gerade wegen der allgemein verbreiteten Erkenntniß seiner Einheit um so weniger als Eigenname gedacht werden, als jeder Eigenname die (gleichviel als wirkliche oder nur imaginäre) Eonsistenz homologer Wesen voraüssttzt, welche nicht diesen Namen führen. Die Einheit des Gegenstandes macht seine Benennung noch lange nicht zu einem Eigennamen. Sie macht diese Benennung höchstens zum vermeinten Jndividual-Begriff der vormaligen Logiker, welcher von den Neueren verworfen ist; und auch für den Idioten der Astronomie, der sich wenig um die Natur der Fix- und Wandelsterne und ihrer Trabanten kümmert, bleiben die Benennung Sonne, Mond und Erde dennoch wahre Appellative. 2) Das QTibx als Herr kann durchaus keine Confeguenz hallen. Wie soll z. B. der Lehrer beim Bibel- Unterricht verfahren, wenn er dem Zögling den Vers bvimn ’omi c>rta\%n 'nh# am h (Deut. 10, 70 zu übersehen hat? Salomon sagt hier: Denn Gott, euer -Herr, Er ist Gott der Götter und Herr der Herren. Der Lehrling soll doch wissen, welches hebräische Wort den Herrn bedeutet, CVteS oder; er soll doch nicht in einem und denselben Verse in "pröbs den Herrn, in den gesperrten Gott und in CTPfcsin die comnumcn Götter finden. Entspricht übrigens das deutsche Herr dem hebräischen Der Herr hat das Recht zu befehlen, der Elohim die Macht zu verfügen, jener heischt Gehorsam, dieser Verehrung, jener verlangt die That, dieser den Willen. Ein Elohim ist auch absolut denkbar, ein muß einen Diener haben. Was soll ferner der Herr mit einem Propheten ansangen, wie dieses Salomons Uebersetzung (Exod. 7, 1.) ausdrückt; ich habt d ich z u m H e r r n gesetzt über Pharao und Ahron, dein Bruder, soll dein Prophet sein. Die Reactionen haben doch für manche Individuen ihre eigene Plage. In unseren Gegenden lebt noch mancher Veteran, der seine ganze Jugendkraft daran verwenden mußte, um nach dem durchgreifenden Systeme des höchstseligen Kaisers Joseph sein angeborenes Ungarisch gegen das anbesohlcne Deutsch zu verlernen, und jetzt ist er durch den Nationalismus der Stände gezwungen, dm Rest seiner Tage dahin zu verwenden, daß er das ganze Resultat seines früheren Bemühens so schnell als möglich vergessen möge. Gerade so geht es mir Armen mit der Verdeutschung des höchstheiligen Namens. In meiner frühesten Jugend übernahm ich vom Cheder- Rabbi: mrp Gott. Mein seliger Vater, ein eifriger Anhänger der fortschreitenden Partei, gab sich alle Mühe, mich zu Mendelsohns Ewigen überzusichren, und ich befolgte seinr Weisung so treulich, daß ich noch viele 49* neuesten Bibelübersetzungen.

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