Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1840)
- Article
- An das Publikum [Nachricht]
- Date
- 1840-11-28
- Page
- 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jühr ist 5 Thlr. Man abouuirt bei allen!öbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Dulins Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. M 48. 1840. Leipzig, den 28. November An das Publikum. —- Orient. (Algier, Dr. Goldscheider's Bericht üb. d. dort. Zustande. Leipzig, üb. das Institut der Mlle. Hartoch, nach dem Arch. Isr.). — Anrerika (New York, verschiedene Mittheklungen über Judenangelegenheiten. — Großbritannien (London, Fortsetzung der srühern Berichte und einige Dokumente). — Deutschland (Darmstadt, neue gesetzliche Bestimmungen und deren Beurtheilungen). — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Geschichte der Gegenwart: Stimme aus Berlin, mitgetheilt von Jolowicz. — L.-V. d. Orients. An das Publik««. Für den Beginn des zweiten Jahrganges dieses Blattes richtet die Unterzeichnete Redaktion an ein geehrtes Publikum die ergebene Bitte, sich recht frühzeitig darauf abonniren zu wollen, da nach dem Verhältmß der Abonnentenzahl die ganze Auflage bestimmt werden wird. Außer allen Buchhandlungen Deutschlands nehmen auch alle Postämter und Zeitungs-Expeditionen Bestellungen an, da die Königl. Sachs. Wohl. Zeitungs-Expedition zu Leipzig die Hauptspedition übernommen hat. Da von Seiten der Redaktion weder Mühe noch Kosten gespart wurden, um das Beste und Gediegenste recht schnell herbeizubringen, so vertraut sie den Freunden und Förderern des Guten, daß sie für Verbreitung dieses Blattes in ihren Kreisen, namentlich bei Gemeinde-Vorständen und angesehenen Gemeindegliedern, recht thätig sein werden. Die Redaktion. Orient. AI gi tt (Fortsetzung des Berichts von Goldscheider aus Nr. 43 des Orients). Die Juden dieses Landes sind Sklaven ihrer Vorürtheile; sie leben mit, in und für dieselben;' und auf diese Art entfernen sie sich täglich mehr von dm lautern Vorschriften der Religion, wovon sie gar oft nicht die geringste Kenntniß besitzen. Sie glauben an Zauberei, sie fürchten das, was man gewöhnlich Verhängniß nennt, sie sind völlig überzeugt, daß der Verlust, den eins der Ihrigen durch ein Unglück hat, von dieser finstern mit Eifersucht und Mißgunst erfüllten Macht herrührt. — Die Lage der Juden seit der französischen Eroberung ist der Stellung, die sie unter der türkischen Herrschaft einnahmen, völlig unähnlich. Vor der französischen Besitznahme waren sie dm lästigsten Plackereien ausgesetzt, sie seufzten unter dem Joche eines höchst verletzenden Despotismus. Nichts war vorhanden, was sie hatte erheben, was die Achtung der Menschenwürde in ihnen hatte voraussetzen können. Rücksichtlich der Quälereien, die auf dieser unglücklichen Menschenfawilie lasteten, berufen wir uns auf das Folgende; die Betrachtungen, welche sich dabei anftellen lasten, werden sicher reichern Stoff an die Hand geben, als Alles, was wir selbst über diesen interessanten Gegegenstand sagen könnten. —- Von 6 Uhr des Abends konnten die Juden nicht mehr in den Straßen hin und her sich bewegen, ohne eine besondere Erlaubniß, die nur. von der höchsten Behörde ausgehen konnte, wofür eine. 48