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Der Orient · 1840-11-21 · 47 (21.11.1840) · p. 729

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
47 (21.11.1840)
Article
Israels Erlösung im Jahre 1840
Date
1840-11-21
Page
729 (sequence 2)
Language
German
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729 Dr. Philippson: Israels Erlösung im Jahre 1840. Zur Geschichte der Homiletik. 730 Gott wählte ihn, den Moses, zum Gesandten Und schickte ihn nach jenen fernen Landen Sein Volk zu retten von verdachter Schuld, Und einen Aaron stellt er ihm zur Seite, Daß er nach Recht für Israels Rechte streite Und Recht erwirke, — keine Gnad' und Huld. Sie zogen hin, die beiden Glaubenshelden — Die spätesten Enkel werden sie noch melden — Und ihre Waffe war des Glaubens Muth; Und vor dem Pascha sprachen sie mit Feuer- Für Isr'els Recht, als Israels Befreier; So stillten sie des Haffes mächt'ge Gluth. Die große That ist ihnen schön gelungen, Sie hatten schnell des Herrschers Herz bezwungen. Die Brüder in Damaskus wurden frei, Und diese That wird ewig groß uns bleiben, In unsre Bibel wollen wir sie schreiben, In unserm Herzen bleibt sie ewig neu. Und wenn die Thoren wieder Bosheit schmieden, Um uns zu stören uns'res Glaubens Frieden Daß unser Glaube will des Nächsten Blut: Ein Moses lebt — ein Aaron, die uns leiten,,' Die da begeistert für den Glauben streiten Denn ihre Waffe ist des Glaubens Muth. Ein Baker lebt — er Liebet seine Kinder, Er kennt den Frommen und den frechen Sünder, Er schlummert nicht — sein Vaterauge wacht. Dem Vater dankt, der uns den Moses sandte, Der seinen Priester, seinen Aaron kannte, Der Herr hat Alles, Alles wohlgemacht!! Dr. Ph ilipp son. Zur Geschichte der Homiletik von jr* JL< & r U n Je e l* (Fortsetzung von Nr. 39.) Beurtheilung der Predigten des Dr. Holdheim, oder Sammlung homiletischer Regeln. I. Es ist ein alter Brauch der Gelehrten, vermutlich, weil Gottes Gebot sich zu mehren auf den Körper nicht aber auf den Geist bezogen wird, gewisse Gründe für die Schöpfung und Veröffentlichung ihrer Geisteskiuder in der Vorrede aufzustellen, welche Gründe, wenn Negationen so genannt werden, weiter nichts erweisen, als, daß alles in diesem Fache bisher Geschriebene noch unzweckmäßig und unvollkommen sei, und daß die Fortschritte der Zeit —. denn Chronos verschlingt seine eignen Geburten — das Frühere unbrauchbar machen. Prediger sind gottesfürchtige Männer, halten gewöhnlich an dem Alten, an dem durch die Zeit Geheiligten, und tadeln und negiren nicht das Vergangene und das in der Vergangenheit Producirte, darum auch bringen sie positive, allerdings gehaltlose Gründe vor für das Erscheinenlaffen ihrer Predigten — denn das Erschaffen derselben ist durch ihr Amt gerechtfertigt — welche leere Gründe sich in folgende Worte kleiden: auf dringendes, auf das dringendste und auf das atterdringendste Verlangen einzelner, vieler oder aller Zuhörer. Etwas anders verfahrt der Prediger Hold heim in seiner Vorrede; er will nichts wissen von einem dringenden und dringendsten Verlangen, er hält es nicht für nöthig, einen Beweggrund für die Veröffentlichung der Predigten angeben zu muffen; die Geschichte lehrt uns, daß die entstandenen Midraschim und Deraschot zu ihrer Zeit mit Nutzen veröffentlicht wurden, und soll denn gerade heute (S. V1JI.) in einer Zeit, wo die alte friedliche Einhelligkeit der religiösen Ansichten einer immer zunehmenden Divergenz Platz macht, in einer Zeit, wo das Iudenthum innerlich aufgeregt und von Spaltungen zerrissen ist, wo nur von einer (S, IX.) allgemeinen Durchdringung der heterogenen Ansichten und gegenseitigen Verständigung ihrer Vertreter eine bessere und heilsamere Gestaltung der Dinge sich erwarten laßt, heute soll der öffentliche Lehrer seinen Lehren nur eine, an dem Ohre der Zuhörer hinstreifende, schnell verfliegende Existenz verstärken? Dennoch der einmal angenommenen Sitte folgend, giebt er einen inner» Grund an, der im Verhältniß des Iudenthums zu sich selbst, und einen äußern, der in der Stellung zum Staate liegt. Was die Ausführung des inneren Grundes betrifft, welche zugleich einen Umriß des frühem und jetzigen jüdischen Lebens giebt, die Zerwürfnisse unserer Zeit schildert, die starre Orthodoxie, wie die zügellose Heterodoxie, besonders aber den Indifferentismus, das schleichende Zaulsieber des phlegmatischen Nordens, alle in ihrer Blöße darstellt, welche endlich den Mangel au hinlänglich vorbereiteter israelischreligiöser Bildung nachweist, so hätte Verfasser zu dieser Ausführung und Auseinandersetzung, bei seiner Klage über den Mange! an Oeffentlichkeit, wo der israelitische Lehrer im Streite pro ara et focis seine Stimme erheben kann, noch d e n Mangel einer jüdisch-theologischen Fakultät hinzufügen können, wo eigentlich religiöse Zustände gelehrt und besprochen werden sollen. Mag auch die Gründung einer solchen Fakultät in dieser materiellen Zeit, ohne Veranstaltung der Regierung eine Chimäre sein, das Bedürfniß ist da, die Nothwendigkeit, ein solches Institut in Israel zu errichten, fühlt ein Jeder von uns. — Wenn wir in der Erläuterung des ersten Grundes den Prediger und Lehrer erkennen, der mit schmerzlichem Gefühle die Wunden, die sich Israel selbst ge-

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