Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 47 (21.11.1840)
- Article
- Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
- Date
- 1840-11-21
- Page
- 724 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Bibelübersetzung unter Dr. G. Salomon. Die neuesten Bibelübersetzungen.. 72k unserem aramäischen (rp?:nN) zwar verwechselt, aber durchaus nichts gemein hat, nämlich eines ''QN DDin, oder der sogenannten Jtala, deren der Talmud und der Midrasch gedenkt. In einer Stelle in j. Megilla c. 1 heißt es: rw p-> D.nnnb mtnn lNäDi ip-n nononb nth \xnn; da das nnntt dort an der betreffenden Stelle gar keinen Sinn hat, so hat der sel. Rabbi Mosche Sofer mit Recht rmn für m:m gelesen. Eine Bestätigung dieser trefflichen Verbesserung habe ich im Midrasch Ester (c. 4. zu Vers DnDD hbism j gefunden, wo es ausdrücklich or« *pnD ■‘Dn niD heißt. Wirklich ist die Jtala 0&D DVnn) bekanntlich aus der Septuaginta angefertigt und die älteste lateinische Uebersetzung. Die Vulgata hingegen, welche innerhalb des Christenthums entstanden ist, wurde aber aus dem Hebräischen übersetzt. Die citirten Stellen aus Talmud und Midrasch sind, so viel wir bekannt ist, die einzigen, welche der Jtala gedenken und gewiß nicht uninteressant für jüdische Literaturgeschichte. — (Fortsetzung folgt.) Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. L. Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomon. (Fortsetzung.) i') (Levit. v. 19.) zweyerley — zweierlei Sa amen — aus zweierlei Faden gewirkt. Könnte nach der Distinction die Naturwissenschaft zwischen mengen und mischen als terminologische Ausdrücke nicht die Uebersetzung Gemenge durchaus zulaugen? Man ist freilich um so eher geneigt, hier gerade den Begriff der Zweiheit vorherrschend zu finden, als neben der arabisch-koptischen Wurzel auch die Bildung des Wortes dafür spricht. Doch muß ich bekennen, daß der vermeinte Dualis mir durchaus als kein solcher erscheinen will. D'EM, ajnrjl, Drn (neben ron) D’nssru, □wp“]/ njnirn^ D’noin, cipi^y/ n’Dtsv cpo, onm, otnj?, Q'ncrn, doip, co'-n, dobn, nrniön, dvpb, das traditionelle cpWl'T, und manches Andere muß gar zu gewaltsam ins System eingezwangt werden. Andererseits sehen wir an Hfr, 'uibN, nn, nfr, u. a., in der Endsylbe die Collectiv-Bildung ausgesprochen. Darum glaube ich, in meiner Grammatik nicht ohne hinreichenden Grund auseinander gesetzt zu haben, daß die Bildung auf — jene Mehrheit bezeichnet, in welcher mehre Einzelheiten zu einem höheren Ganzen verbunden sind. Sie ist daher für Collectiv-Abstracto sehr geeignet, und wird mit ihr bezeichnet Ey3N (Exod. 1, 16.) (Collectiv von ]2 und D?) di e Geschlechtstheile. (Ezech. 16, 7.)> welches in den meisten Ausgaben den Hauptton penultim hat, wird gewöhnlich als Schmuck verstanden. Allein, wenn man auch das unpassende dabei hinnehmen will, so will doch das Bild eines nackten Weibes in Schmuck hier nicht verstanden sein. Noch unerklärlicher wird, wozu die bereits geschmückte Person erst spater (v. 11.) geschmückt werden muß. Nach der eröffneten 'Ansicht aber erscheint mir das Wort in ganz anderer Bedeutung. ^8 bezeichnet" nämlich nicht den Schmuck als bloße Zierde, sondern wie in der Partikel NV die Bedeutung dieser Wurzel als Beziehung zu etwas Anderem liegt, so bezeichnet auch das Wort ^8 nur denjenigen Schmuck, durch welchen sich die ihn aufhabende Person als irgend Jemandem geweiht zu erkennen giebt, Brautschmuck, Verlobungsschmuck u. dergl. (vergl. Jes. 49, 18., 61, 10., Jer. 2, 32., Hof. 2, 13., besonders aber Exod. 33, 3 und 4., das dadurch viel an Bedeutung gewinnt). In dieser wesentlichen Grundbedeutung bezeichnet es auch (Ps. 32, 9.) die Brunst, den Geschlechtstrieb ohne Rücksicht auf Schmuck. In der Bildung des Wortes E^ny aber, das den Collectiv-Begriff mit einschließt, ist die Zeit, der Zustand der Reife für das andere Geschlecht ausgedrückt: die Mannbarkeit. Wie viel nunmehr das ganze Bild des Ezechiel an Klarheit, Zusammenhang und Bedeutsamkeit gewinnt, mag der Leser entscheiden. g) cnn stump fnasig (S alomon) (Lev. 21, 31.). Mag der Uebersetzer die Entrüstung mancher gefeierten Schönen über seine Ansicht von Entstellung für sich allein tragen. Wir wollen es selbst beim Ernst der Bibel-Auslegung nicht an die nöthige Galanterie gegen die niedlichen Stumpfnäschen fehlen lassen; wenn uns auch die tägliche Erfahrung zeigt, daß auch manche derb und kernig hervorstarrende Nafe dennoch wegen gänzlichen Mangels an Zuspitzung wahrhaft stumpf zu heißen ist. Ich glaube daher die Uebersetzung plattnasig angemessener finden zu dürfen. b) ETtfD (Lev. 25, 34.) Bezirk. Warum wird das eigentlich übersetzende Wort: Weichbild verschmäht? Aus den casuistifchen Discust'onen der Rabbinen über diesen Gegenstand (flnJD rro jwiy ]\\v) ist doch zu ersehen, daß darunter keine eigentliche Ackerstücke verstanden sein konnten, wenn wir auch den dortigen Kategorien bei der natürlichen Auslegung keinen Zutritt gestatten können. Wie das Wort Weichbild gegenwärtig verstanden wird, scheint es mir genau den Begriff des hebräischen i£H.1Q zu enthalten. Seine Etymologie ist dunkel und Adelungs Conjectur wegen des Heiligm- 47 *