Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 46 (14.11.1840)
- Article
- Ueber einige französische wenig bekannte Dichter
- Date
- 1840-11-14
- Page
- 715 (sequence 1)
- Language
- German
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Literarische Analekten. I. Neben einige französische wenig bekannte Dichter von I)r. C a r m o l y. 1) 2cnt Bar Abraha rn Ben C h a j i m war ein ausgezeichneter neuhebraischer Dichter beim Beginne des sechsten Jahrtausends der Welt, der zwei höchst interessante Werke geschrieben, die -ihm einen rühmlichen Namen in der Literatur erhalten.- Das eine Werk desselben heißt OD . ,“)ÖD DWtal, welches ich handschriftlich besitze, und , in dessen Vorrede ausdrücklich bemerkt ist, daß es im Jahre 5036 d. i. 1276 von ihm abgefaßt wurde. In dem ersten Liede ist sein eben angegebener Name angebracht, nur fügt er noch zu dem Namen seines Großvaters die Abbreviatur OL, d. i. pOÜ «TIT IflllDNO, hinzu In Bezug auf die Eintheilung des ganzen Werkes sagt der Verfasser selbst in seinem Vorworte, daß cr es in zehn Abschnitte (Maamarim) und in 1846 Strophen eingerichtet, wozu er das mnemonische Zeichen TC DWton gab. Den Inhalt dieses poetischen Werkes hat schon Mosche Jbn-Chabib (Darke Noam S. 14) angegeben, indemer sagt: das kleine poetische Werk Bote Ha-Nefesch besingt in metrischen Liedern auf das Gründlichste das Wesentliche der niDDH yy$ u. sw. — Das zweite Werk dieses Dichters heißt |n tvb “ÖD* Sabbatai im Gifte Jeschenim (Buchst, b §. 26) erwähnt dieses Werk mit dem Bemerken, daß es Predigten über einige Paraschen der Lora enthalt. Aber Sabbatai hat dieses Werk nicht nach eigener Anschauung einregistrirt; denn nach des Verfassers eigener Erwähnung dieses Buches im zehnten Abschnitte seines Bote ha - Neftsch, wo cr die Theologie besingt, war sein Inhalt ein ganz anderer. Cr sagt nämlich daselbst: „Nachdem ich nun diesen Abschnitt beendigt, werde ich noch ein eigenes Werk abfaffen, welches diese Gegenstände wieder aufnehmm und 2 iwjaL - Chen heißen wird". Nachher fand ich in D o d Mordechai cap. 3 folgende Stelle über dieses Werk: p) nimn 'Dann 'ön DrrDN reo 'b P nann ana pp rprna üdo P npa wb® idnd2 in nn1? nsoa /di dV?' 'n vva bnawn .m1? 2) Chanin Bar 91 a tan ssD), geboren in der Stadt ülTNH in der Province (aber wo liegt diese Stadt?), weshalb er auch OHNH genannt wurde, um das Jahr 1225. Er war ein Pastan und durch seine Lieder berühmt, vorzüglich aber war er bekannt durch seine gelehrten Söhne, die ich so eben aufzählm will. 3) MeschullamHazobi (OttNrj), Sohn des Vorigen, war Dichter und Grammatiker. Er schrieb eine gute hebräische Grammatik unter dem Titel Ä fllW HDD/ die ich handschriftlich in der königlichen Bibliothek zu Paris (Fonds Oratoire Nr. 101) gesehen, woselbst er in der Vorrede angiebt, daß er sein Vaterland, die Province, verlassen, um sich nach Spanien zu begeben. Seine Worte lauten wörtlich: üid1? ytyn? n'tt/bw wbo pan i'a ■omxn riSwn idn ty’N baN a-kvat nsoa hpn Maipw npa \npn n-mn ‘natan p maa WNii W na ppn pna' p man pan nap nno b nnanai d\w .fb my ynn N'Vta inta iwon Pi aiTN nm.iN insa wapi nt, d. i. Es spricht Meschullam Hazobk, Sohn des Chanin: im Jahre 1279 kam ich an in Segovia in Spanien, da ging ich zu einem gelehrten Manne, mit Namen Jizchak ha - Kat Han, und unter seinen Söhnen sah ich einen sehr tüchtigen mit Namen Daniel, der noch nicht einmal das dreizehnte Jahr erreicht hatte. Diesem schrieb ich dieses kleine Buch und nannte es Agudat Esobu. s. w." Es ist daraus auch ersichtlich, daß Meschullam ein Zeitgenosse des obengenannten Levi Bar Abraham war. 4) JehosefHazobi COHNS"! ^DirP), Bruder des vorhergehenden Meschullam, lebte in Perpignan, wo er das kostbare und herrliche ethische Lied P)DD (Kaarat Kesef) verabfaßte, von welchem schon Mosche Ben Chabib in seinem Marpe Laschen S. 14 sagt: 2rb iTÜDIl 2,11 HIDIp N1? na fe nta.S' nnpinn. Dies-s Lied schrieb er für seinen Sohn 'ailden pvinia zu stillem Hochzeitlich, und es wurde später vielmal gedruckt. Vor ungefähr drei Jahren habe ich es ins Französische-übertragen und in der Charlerey'schen Zeitschrift: Memorial de la Sambre 1 Nr. 4 abdrucken lassen. — Derselbe hat auch ein Sendschreiben an seinen Sohn verfaßr, welches den Titel!Tn^ D1.1N führt, und in der königlichen Bibliothek zu Paris (Fond« de la Sorbonne Nu. 251) sich handschriftlich besin det. Es ist dasselbe Sendschreiben, welches im Kerem Chcmed IV. S. 11 unter dem Namen ynfD N6lhn TTUN abgedruckt ist. Ein D\S‘fe HDD wird in den Rechtsgutachten des Salomo ben Aderet (Konstantinopel 1516 mit Quadrarschrift) erwähnt (S. A su t a t ’ö Schem ha - Gedolim I. Buchst, D §. 28.) und das man mit einem andern Werke gleichen Namens von Isaak Jisraeli nicht verwechseln darf. Auch besitzen wir von ihm noch synagogale Dichtungen (Pijutim) in alten Machasorim und Gebetbüchern, und das bekannte Mem-Gebet (fOsn nfcJ/JO), welches man in der Regel dem Jedazja Ha-Penini zuschreibt, wird in zwei Handschriften der Pariser Bibliothek (Ancienns Fonds n. 184. Fonds de la Sorb. n. 108) dem Jehosef zugeschneben. Die fortschreitende Entwickelung der Cnltur der Jude» in Deutschland von Mendelssohn dis auf unsere Zeit. (Schluß.) Daß nur durch die Person des Rabbiners die Entwickelung des Judenthums. und somit des jüdischen Cultus veranlaßt