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Der Orient · 1840-11-14 · 46 (14.11.1840) · p. 713

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
46 (14.11.1840)
Article
Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
Date
1840-11-14
Page
713 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVs 46. Leipzig, den 14. November 184«. Literarische Uebersichten: Kritische Bemerkungen über Targumim und Midraschim. — Lit. Analekten: Ueber einige französische wenig bekannte Dichter von Dr. Carmoly. — Die fortschreitende Entwickelung der Cultur der Juden in Deutschland. — Literar. Ankündigungen. Literarische Ue-ersichteu. 39) mp2 DUN 17DHE«. Kritische Bemerkungen und Berichtigungen , die Targumim und Midraschim betreffend. Von Hirsch Chajas, dem Kreisrabbinen in Zolkiew. Das. 1340. 4. (Fortsetzung.) Bei dem Gesetze vom Einbrüche (Ex. 22, 1) hat Maimuni (Hil. Geneba, Ende) die Halacha nach dem Targum bestimmt, wie schon "OKI dort darauf aufmerksam gemacht. Die bekannte Halacha von rVP'OK d7i“D IttQ ist nach Targ. zu Ex. 23, 19, worauf schon der ’HÖ. zu Jore Dea aufmerksam gemacht. In dem Targum zu Ex. 27, 8, wo für: „er sprengte auf das Volk" gesagt wird: „auf den Altar, um das Volk zu sühnen" ist ebenfalls eine Halacha versteckt (vgl. Zebamot 483). Die Deutung des Ex. 22, 27 durch tt^l ist eine Halacha (siehe Nachmam daselbst). Die Stelle Lev. 19, 20 kb NLM, welche Onkelos durch «nmprj ‘itoBcTnS |nu giebt, ist nach ekner Halacha, daß jeder Sklave einen IlirW IlOI^ haben muß. Aus dem Targum des Priestecsegens Nr. 6, 23 hat schon Tosefot (Menachot 44^) und Nisi si m (zu Megilla e. 3) eine Halacha herausg.efunden.*) Berufungen auf den halachischen Charakter des Targum findet man bei Maimuni im Jad, Hilch. Isure Biah 13; Seser ha-Mizwot desselben JJ0.36. — Nicht aber blos halachische sondern auch hagadische Momente sind häufig in diesem Targum, so wörtlich er auch uns beim *) Der Satz Du^ Nu. 6, 23 heißt sm Targum ]in^ plTDn ID, wobei freilich ID ganz unerAärbar ist; deshalb vermuthete der seel. R. Salman Margaliot, daß HD vom Rande, wo es zur Bezeichnung des Verses stand (denn es i\t gerade Vers ID) in den Text gekommen fei. ersten Anblicke s6)eint, und wir gewinnen beim liefern Eingehen die Ueberzeugung, daß die ganze Verdolmetschung vom Geiste der Tradition getragen und gehoben wurde. Die Übersetzung des IpDN mo&\S4D ^Pil Ex. 14, 24 beruht aus eine Hagada (Berachot, Anfang), das Wiedergeben des Wortes t^nn durch NJUDD basirt auf einer Hagada (Sabbat 28a) und eben so wenn rvsrari durch NIIB 1)) verdolmetscht ist (Gittin 68d). Das sogenannte Jonatan-Targum zum Pentateuch ist, wie schon die neuesten Forscher erwiesen, nicht von Jonatan, sondern aus einer viel spätem Zeit. Schon Asarja de Rosst in seinem Meor Enajim bezeugt, daß er zwei sich ganz ähnliche Targumen zum Pentateuch gesehen, von welchen das eine die Ueberschrist DMin |rw des andere cmi führte, nnb Mendelssohn in seiner Einleitung zum Pentateuch gedenket schon der Conjeetur, daß wahrscheinlich in Handschriften die Abkürzung *>0 gestanden, welche die Herausgeber, anstatt in Min auszulösen, fälschlich in ]rUV> SDinn umgeschrieben haben. Die Bezeichnung Targum Jeruschalmi ist aber die einzig wahre und richtige, parallel dem Onkelos Targum, welcher Targum Babeli heißt. Der Aruch, wie überhaupt die Alten, erwähnen immer Stellen im Namen des Jeruschatmi, die sich bei dem sogenannten Jonatan finden, und was in unseren Ausgaben als Jeruschalmi bezeichnet wird, find nur geringe Varianten des j. Targum. Dieses ist auch die Meinung des Talmuds, dem ich in dieser Abhandlung ganz folge, wenn er (Megilla, Anfang) sagt: „Onkelos 'hat das Fünfbuch und Jonatan die Propheten übersetzt", wo von einem Jonatan - Targum zur Tora gar keine Rede ist. Auch Styl, Sprache und Schreibweise des Propheten- Targum zeigt, daß das sogenannte JonatamTargum zur; Tora denselben Verfasser nicht haben konnte. (Fortsetzung folgt.) 46

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