Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 45 (7.11.1840)
- Article
- Ma'amar iggeret biqqoret. Kritische Bemerkungen ... [Rezension]
- Date
- 1840-11-07
- Page
- 703 (sequence 1)
- Language
- German
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ovuunye «jemettungeji «Pta- ^cagumun uno Mlomscyim von Hirsch CHajas. Literarische Uebersichten. 39) ITi“1p3 HUK -IMV. Kritische Bemerkungen und Be- Achtlgungen, die Targumim und Midraschim betreffe!',d. Von Hirsch CHajas, dem Krersrabbineu in -Zolkiew. Das. 1340. 4. (Fortsetzung.) Nach talmudischer Ansicht war also das Targum ein Erzeugniß des aus Babylonien heimgekehrten Esra, welches Onkelos nach Jahrhunderten wieder restaurirt; als Produkt Esra's werden daher die halachischen Mehrungen des Gesetzes, die eigenthümliche traditionale Auffassung der Gebote als rtap om oder UW nrf>n angesehen. Im Targum finden wir manche uralte fundamentale Glaubenssätze, manche traditionale Erläuterungen der Tora, und eben dadurch verliert es den Charakter einer profanen, wortgetreuen Uebersetzung, und gewinnt das Ansehen einer niedergeschriebenen byyß min HD, Die aramäische Form aber war selbst nach dem Talmud nur eine von Babylon überkommene, angelernte, weswegen das Targum auch Dimn genannt wurde (st Aruch Art. nox, Art. ptbrr, Tofefot zu Menachot 44^), und Ra sch i konnte richtig behaupten (Megilla 21, b) und sagen: tyb WH Dtim Freilich hat Onkelos sein Targum in Palästina auf Veranlassung des Rabbi Elivser und Rabbi Jehoschua niedergeschrieben, aber Esra hat den Aramaismus mitgebracht und bekanntlich zuerst die pominn eingeführt (Maimuni in Jad, Hil. Test 10.) und das Andenken an die Heimkehr aus Babel (ton HNtn) gab dem Aramäischen eine Art religiöser Weihe (Tor zu Orach Chaj. §. 285.)/ wie selbst die Einführung der babylonischen Monatsnamen gegen die frühere Gewohnheit (Nachmani x. 130) dem Andenken an Babel seine Entstehung verdanke Daß aber dem Targum im Allgemeinen ohne Bezug auf das darin niedergelegte mündliche Gesetz eine Heiligkeit beigelegt werden soll ist undenkbar und unwahrscheinlich, und sammtliche Stellen, welche dieses zu sagen scheinen (Bet Josef im Tor O. Eh. §. 288; Tauch, p. Tisa; Pesikta Rabbati zu Chanuka p. 5; st Der. c. d>rnpn) verstehen bei genauerer Ansicht nur das mündliche Gesetz darunter. — Die Verdienste und Eigenthümlichkeiten des Onkelos-Targum sind bekannt; Ra schi in seinem Commentare und Maimuni im More haben ihm daher die größte Vorzüglichkeit zugeschrieben und neuere Kritiker (Aunz, Luzzatto) haben diese genugsam systematisirt. — Das Onkelos-Targum ist für die Heimgekehrten aus Babylonien abgefaßt, wie wir bereits erinnert haben, und nur deshalb und nicht etwa des babylonischen Dialekts wegen heißt es Dinn Der babylonische Talmud citirt daher nur dieses Pentateuch-Targum (Megilla 10d; Rosch ha-Schana 33) und die Citirformel ist diesem zufolge ba -c6 ein babylon. Targum ist; das Propheten-Targum Hingegen von Jonatan (Solu 48h) wird von den Babyloniern nie „u n se r T a r gu m" genannt, dieses aber nennt wiederum die Mischna (Ende Nasir, nach der Lesart des En Jakob) jwmriD?, weil dieses Targum gleich der Mischna nur Produkt Palästinas ist. Ueber das Bestreben des Onkelos, alles Anlhropomorphistische und Antropopatbische zu umschreiben, hat bereits Luzzatto in seinem Philoxeuus und vor ihm einige christliche Gelehrte genugsam zusammengestellt, hier will ich nur auf den Werth dieses Targum in Bezug auf Dogmen und Halacha aufmerksam machen. Das Dogma von der Willensfreiheit (Maimuni in Jad, .Hil. Teschuba c. 5), wozu dort keine Quelle angegeben ist, leitet Maimuni im achten Kapitel seiner Vorabschnitte zu Abot aus dem Onkelos-Targum (vgl. More st c. 2). Das Dogma von der Vergeltung hat seine Quelle in dem Targum zu Gn. 4, 7. (vgl. jedoch "n, 129). Daß der Geist des Prophetenthums (mosy) in einem trauernden Gemüthe nicht wohne, leitet Maimuni c. 7 seiner Vorabschnitte zu Abot von der Targumstelle zu Gn. 45, 27. Freilich ist die Ausbeute für Halacha's viel reichhaltiger. Die o^alacha mnJi m p nnN pii IHN nyn (Sanh. c. mmn ymx, Maimuni, Jad, Hil. Melach. c. 10 Ende) wird von der Targumstelle zu Gn. 9, 6. hergeleitet. Unter "tu fl Ex. 12, 43 versteht M aimuni (Seser ha-Mizwot tb 128) nach Onkelos "iDnt^NO t>NT^ in, eben, so die Mechilta daselbst, welche TU durch nnJiTTtf erklärt. (Fortsetzung folgt.) Literarische Aualekteu. I. Ueber einige jüdische Gelehrte der Provence' von J)?\ C a r m o l y.*) Es ist schon eine geraume Zeit her, als mich glaubwür-, dige Leute versicherten, daß in dem Lehrhause Bet-Jakob, welches der Rabbine Jakob in Smyrna gegründet, ein großes Werk des Gelehrten Men ach em bar Salomo von der Familie Mchir 0^^) sich finde, welches den Titel rprennp, Bet Ha-Bechira, führt. Die große Em- "*) Aus dem Hebräischen übersetzt von dem Redakteur, wie sämmtliche Mittheilungen dieses des jüdischen Alterthums kundigen Mannes. Ebenso sind die Mittheilungen von dem gelehrten Raöbinen zu Zolkiew, dem Hrn. Hirsch Chajas, aus dem Hebräischen übertragen. Red.