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Der Orient · 1840-10-31 · 44 (31.10.1840) · p. 691

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
44 (31.10.1840)
Article
[Bemerkung der Redaktion] [Nachricht]
Date
1840-10-31
Page
691 (sequence 1)
Language
German
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vmhvuvtv «ouv^i Ul £jeuqq)iaitD* 692 „ <-a^ »v | wv|vyvv(vvnvt' ■w»» v»v vvvv In Nr. 24 des Orients S. 188 habe ich aus Suwalken in Littauen einen literarischen Bericht mitgetheilt, worin von einer Naturgeschichte in neuhebraischer Sprache von Josef S ch e i n h a ck gesprochen wurde; wir wissen aber nicht, ob jenes Werk zu Stande gebracht worden ist, was man der Beziehungen wegen zu Bibel und Talmud jedenfalls für wrmschenswerth halt. Herr Basch, bekannt durch seine vielseitigen Kenntnisse auf dem Gebiete der altnnd neuhearäischcn Literatur, hat seit mehrcrn Zähren bereits an einer biblischen Zoologie mit starker Benutzung der talmudischen und rabbinischen Hilfsmittel gearbeitet, und jeder Gelehrte wird gewiß nach vorliegender Probe die baldige Veröffentlichung dieses Werkes wünschen. Die Kunde des biblischen Alterthums, wie wir schon in den vor Kurzem angezeigten Schriften über biblische Geographie gesehen haben, fängt endlich an kräftig und selbstständig in Mitten des Judenthums zu erwachen, so daß der aufmerksame Beobachter mit Vergnügen auf diese wissenschaftliche Entwickelung Hinblicke; nur wäre es zu wünschen, daß das geachtete und gebildete jüdische Publikum, nainentlich die Reichen, diese wissenschaftlichen Bestrebungen recht kräftig unterstützen möge. Red. Die fortschreitende Entwickelung der Cnltur der Inden in Deutschland von Mendelssohn bis auf unsere Zeit. (Fortsetzung.) D i e G e g e n w a r t. (Stufeder Subjekt - Objektivität.) Die deutsche Wissenschaft pur exellence, welche in den letzten Decennien fortschritt, die Gegenstände des Bewußtseins und das Wissen selbst sub specie ueterni zu betrachten, entdeckte das wichtige, .tiefliegende göttliche Geheimniß der No thwendigkeit, brachte zur klaren Erkenntniß den Zusammenhang, der zwischen aller geistigen Thacigkeit obwaltet, und verschaffte so eine deutliche Uebersicht der gesummten menschlichen Bestrebungen und der verschiedenen Manifestationen des Geistes. Die Gesammtbeziehung und die organische Verbindung aller Einzelheiten, welche als in ihrer absoluten Idee begründet nachgewiesen wurden, ließen Vernunft und Glauben, Geschichte und Recht in der vollkommensten Durchdringung erscheinen, und nur das Vernünftige als wirklich, und das Wirkliche nur als vernünftig seiend gelten. — Dadurch gewinnen Staat und Kirche, Wissenschaft und Leben eine freiere- Richtung und in dieser sucht nunmehr das Individuum in seiner selbstbewußten Thatigkeit den göttlichen Spuren der Geschichte zu folgen, um zur Erkenntm'ß der Wahrheit aller Erscheinungen und Lebensverhaltnisse zu gelangen. Nicht ist ihm daher mehr die geschichtlich sich herausgestcllte Gestaltung des Lebens eine zufällige, noch erblickt er in dem wunderlichen Gang der Geschichte und deren jeweiligen Resultaten eine bunte, durch einander geworfene Mannigfaltigkeit, die er einem physischen Stoffe gleich beliebig seiner Herrschaft unterwerfen und formen könnte; diesem Wahne hat der neueste Idealismus ein totales Ende gemacht, und wenn hie und da noch eine solche Ansicht aufkonimt und sich Haltung verschaffen will, so wird sie von dem Zeitgeiste bald mit den Worten zurückgewiesen: du gleichst-dem Geiste, dm du begreifst, nicht mehr. Auf diesem erstrebten Standpunkte erscheint also das, was man Geheimniß nannte, worüber man lange gehadert und noch hadert, nur als Hülle des ewigen Geistes, den wir in seiner Reinheit erkennen, und ist dies eigentlich die achte Duldung, deren sich unsere Zeit erfreut. Das neue Licht ging nun auch den Juden auf, und that sich am deutlichsten 1832 in Dr. Gabriel Rießers periodischem Blatte „Der Jude", kund. Der würdige Herausgeber sprach mit wissenschaftlichem Gehalt für Religion und Gewissensfreiheit, und die Verbesserung des innern und äußern Zustandes des jüdischen Volkes war das Hauptziel feines Strebens. Deutlicher sprach sich hierüber Herr Dr. Rießer in der Ankündigung seines Blattes aus wo es unter Anderm heißt: „In die entschiedenste Abgeschlossenheit versunken und von jeher ohne allen Anspruch auf Proselytenmacherei, hatte das religiöse Leben der Juden in früher» Zeiten, besonders in den letzten Jahrhunderten der Erschlaffung, die der zweiten Halste des vorigen vorangingen, kein Auge für Alles, was rings umher vorging, kein Bedürfniß und keine Fähigkeit sich nach Außen zu vertreten. Die Ersten aber, die aus dieser Abgeschlossenheit hervortraten, gaben, voll Freüde über die gewonnene Freiheit, das System, von dem sie sich losgesagt, gern dem Spotte Preis. Unsere Zeit aber duldet keine Abgeschlossenheit; sie will, doß keine Erscheinung sich dem Lichte des Tages entziehe, daß jede besondere Richtuug sich vor dem Richterstuhle des Gesammtbewußtseins der Menschheit rechtfertige, und diejenige, die sich dieser Prüfung entziehen wollte, hatte sich das Todesurtheil gesprochen. Von der andern Seite hat die jüngere Generation unter uns keinerlei Ursache, dem alten Systeme, dessen Herrschaft sie sich nicht erst im mühsamen Kampfe entwunden, das der freien Entwickelung ihrer Bildung keine Schwierigkeit in den Weg gelegt, zu grollen; sie vermag es ohne Haß, wie ohne blinde Verehrung, wenn auch nicht ohne Liebe, zu beurtheilen. Wir, die wir dem Grundsätze des Fortschreitens und der freiesten Vorsehung huldigen, wir haben uns die Aufgabe zu setzen, die Befugniß dazu aus dem Grundwesen, unserer Religion abzuleiten, und nachzuweisen, wie das Haften an dem starren Buchstaben des Gesetzes von den ewigen unvergänglichen Wahrheiten unserer Lehre zu trennen ist; daß der innere lebendige Gehalt dieser Lehre durch die eigene göttliche Kraft die Form zerbreche, die ihn seit Jahrtausenden gefangen gehalten, muß das Ziel unseres Strebens sein, und darum ist es wesentlicher, daß das Bewußtsein jenes Inhalts belebt und

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