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Der Orient · 1840-10-24 · Heft 43 (24.10.1840) · p. 332

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 43 (24.10.1840)
Article
London: Nachrichten von Montefiore ...
Date
1840-10-24
Page
332 (sequence 2)
Language
German
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332 3) Erlaubniß zur Rückkehr für alle Geflohenen und Schutz für sie, wie für jeden andern..Einwohner der Stadt. Sir Moses berichtet ferner, daß nachdem er sein Begehren nachdrücklich und im Interesse der Humanität, und Gerechtigkeit vertheidigt hatte, der Pascha zu erklären geruhte: Er sei Willens den erbetenen Ferman zu gewahren, wolle alle Gefangene unbedingt in Freiheit setzen und gebieten, daß alle, aus der Stadt Geflohenen, zurückkehren und den Schutz der Behörden so gut wie alle übrigen Einwohner von Damaskus genießen sollten. Sir Hoheit fügten indeß als einen Beweis seiner Theilnahme gegen Sir Moses bei, 'er rieche ihn, jetzt nicht nach Damaskus zu gehen, weil die Aufregung dort zu groß sei. Nachdem Sir Moses den Pallast verlassen, besuchte Hr. Cremieux den Pascha, der das Gesagte wiederholte. ' Am 29. erfolgte der Ferman und ein Befehl zur Entlassung der Eingekerkerten und zur Rückkehr aller der wegen der, Verfolgung aus Damaskus Entflohenen. Diese Befehle wurden unverzüglich nach Damaskus befördert. Sie werden aus diesem Berichte ersehen, daß die Mission bis dahin von ausgezeichnetem Erfolge war, obwohl die Verhältnisse höchst kritisch zu nennen sind. Ich zweifle nicht, daß dieselbe Güte, welche Sie zur Veröffentlichung meiner frühem Mittheilungen bewogen hat, Sie auch veranlassen wird, gegenwärtigem Berichte Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Ich bin überzeugt, daß derselbe jedem Freunde der Gerechtigkeit und Humanität eben so willkommen sein wird, als mir und meinen Glaubensgenossen aller Welt. Ich bin rc. Hananel de Castro. Präses der Deput. brit. Juden. Dasselbe Blatt enthalt unter dem 22. Septbr. auch ein Schreiben der Hm. E. Henriquez und B. M. Hart, Deputirtec einer zu Neuyork am 19. Aug. gehaltenen israel. Versammlung, rücksichtlich der Damcisker Angelegenheiten. Das Schreiben, nebst dem Berichte über die Resultate der energischen Versammlung ist an den Lord-Mayor von London, als Präsident des in Mansionhouse gehaltenen Meetings gerichtet und es sind demselben beigefügt: Ein Schreiben des Präsidenten jener Versammlung an von Buren, so wie dessen Antwort durch den Staatssecretar und ein bereitsschon zuvor von der amerikanischen Regierung an ihren Consul in Alexandrien erlassenes Schreiben, worin derselbe befehligt wird, die Gerechtigkeit gegen die Juden nach allen Kräften zu unterstützen. Das letztere Schreiben lautet, wie folgt: Washington, d. 14. Aug. 1840. Gleich allen andern civilisirten Nationen haben die Bewohner der vereinigten Staaten mit Abscheu vernommen, welche nichtswürdige Verbrechen man den Juden in Damaskus aufbürdet und welchen Grausamkeiten man sie ausgesetzt hat. Der Präsident theilt die Gesinnungen vollkommen, die sich aller Wege kund gtthan haben und fühlt den Drang, seine Verwunderung und seinen Schmerz darüber auszusprechen, daß man in einem so aufgeklärten Jahrhundert irgend einer Religionsparthei so abscheuliche Gebräuche zuschreiben und um das Verbrechen zu erweisen, zu so barbarischen Maßregeln seine Zuflucht nehmen konnte. Oie Unthaten, deren diese Unglücklichen beschuldigt wurden, gleichen , zu sehr denjenigen, die man in weniger aufgeklärten Zeiten als Vorwand zu fanatischen Verfolgungen mnd Bedrückungen gegen sie gebrauchte, um auch nur einen Augenblick glauben zu können, daß diese Beschuldigungen heut zu Tage gegründeter seien, wie vormals. Der Präsident hat mit großer Genugthuung bemerkt, das mehrere europäische Regierungen bemüht gewesen sind, den in Damaskus angewendeten grausamen Maßregeln Einhalt zu thun und hat mit großer Freude erfahren, daß dies cheilweise gelungen ist. Ec wünscht lebhaft, daß das Mitgefühl und die rhätige Intervention der Regierung der vereinigten Staaten einer so edelmüthigen Anstrengung nicht fremd bleibe, und hat mir daher aufgetragen, Sie zu ermächtigen, Alles, was sich mit der Discretion Ihres amtlichen Charakters verträgt, aufzubieten, damit jene unglücklichen Opfer der Verfolgung, deren Angstruf bis an unsre Küsten gedrungen ist, unter den Schutz der Gerechtigkeit und Humanität gestellt werden." Frankreich. im Septbr. Mitthellungen aus den Arch. Israel. — Frank, zeither Professor der Philosophie am Colleg zu Versailles, hat die Stelle eines Professors der Philos. am College Charlemagne zu Paris vor der Hand provisorisch erhalten. — Die vom Consistorium des Oberrhein voriges Jahr ernannte Commission zur Abschaffung der Bettelei und des Wuchers ist in Colmar in ihrer Wirksamkeit bedeutend gehemmt worden und hat bei dem dortigen Consistorium auch nicht die mindeste Unterstützung gefunden. Der Präsident dieser Commission, Herr Werth, der uns im 9. 5?efte des Archivs ausführlichen Bericht über das Benehmen des Confistorlums abstattet, schließt mit den Worten: „Das enttäuschte Publikum wird nun einsthen, welches Vertrauen sich ein Consistorium würdig macht, das seit seiner Erwählung auch nicht durch die mindeste Anordnung eine Thätigkeit beurkundet hat, die zur Entwicklung der von der israelitischen Bevölkerung des Oberrheins so sehr gewünschten Fortschritte direct oder indirect beitragen könnte." Deutschland. Kassel, 3. Octbr. Um Ihnen nun auch wieder I einmal aus unserm Landchen etwas berichten zu können,

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