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Der Orient · 1840-10-24 · Heft 43 (24.10.1840) · p. 330

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Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 43 (24.10.1840)
Article
Rußland : Rußlands Beistimmung zur Unterstützung der Juden in der Damask-Angelegenheit ... [Nachricht]
Date
1840-10-24
Page
330 (sequence 2)
Language
German
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330 Zusendung der Beschlüsse beehren, die in der Versammlung in der City von London gefaßt wurden, in Bezug auf die Verfolgungen, welche die Juden von Damaskus neuerlich von den egyptischen Behörden erlitten haben. Die Äußerungen jener ehrenwerthen Versammlung, die auf den Grundsätzen der Humanität und Gerechtigkeit beruhen, konnten von der kaiserlichen Regierung nur in hohem Grade gebilligt werden. Sie rheilt aufrichtig das emmüthige und lebhafte Interesse, welches das Schicksal jenerunglücklichen Israeliten, die der egyptischen Herrschaft unterworfen waren, in England erregt und schließt sich den in den Beschlüssen jener Versammlung ausgesprochenen Erklärungen für die Abschaffung solcher em- PWndsN MWräuche und Grausamkeiten an, deren Schauplatz die- Stadt Damaskus in der letzten Zeit gewesen ist. Uebergeben Sie, Hr. Baron, gefälligst dieses Zeugniß dem Lordmayor und danken Sie ihm insbesondere für die interessante Miltheilung, welche Se. Herrlichkeit der diesseitigen Regierung durch Sie gemacht hat. Genehmigen Sie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. (Unterz.) Nessel rode." (L. A. Z.) Algier. (Fortsetzung des Berichts von Goldscheider ec.) Alles, was wir darüber noch sagen könnten, ist von geringem Belang, aber wir wollen uns. an die Naturanlagen, statt an Facta halten, d. h. ihr Privatleben in Erwägung ziehen, um die verschiedenen charakteristischen Nuancen einer Nation, deren Studium nichtohne Interesse für den Philosophen und für den Menschenfreund, ist, in einem Brennpunkte sammeln zu kömen. Wir haben sie in ihren Wohnungen besucht und begegneten zuvörderst einer erstickenden, dicken Lust, geschwängert mit mephitischen Dünsten, traurigen Zeichen einer Schmutzwirthschaft, in der sie leben und die in treuer Verbindung mit ihrem Elende erscheint. Das Herz blutet einem bei dem Anblicke ihrer engen und ekelhasten Stübchen, wo die Luft nur von Jammertönen sich z.U bewegen scheint) die Augen wenden sich weg von dem Anblicke der Uebel, durch die sie heimgesucht werdM§ Uebel, die. sie zu der äußersten Vernachlässigung ihres Hauswesens führen und sie den. Vorübergehenden in den elendesten Lumpen erscheinen lassen. Verlangt man noch weitere Auseinandersetzung-dieses zumckschreckenden Gemäldes? Es reicht hin zur Orientinmg, m dem Innersten ihrer Wohnungen, wenn man sich ein. Zimmer von 10 —15. Fuß. Länge und 5—7 Fuß Breite vergegenwärtigt, das ungefähr zwei bis drei Stück Hausgerath enthält, darunter eine schwache Idee von einem- Bische,, den wir hierdurch mit mehr Treue, als Beredsamkeit zeichnen. Nichts gleicht der Unordnung,. der man in diesen Quartieren entgegentritt. Alles , selbst , ihre- Nahrungsmittel, bieten einen widerlichem Anblick dar. Alles zeigt vor: gleichgültiger Vernachlässigung bis auf die kleinsten Kinder herab, die ihre kümmerliche Existenz an dem Fußboden Hinschleppen, der ihnen zum Besudeln eingeräumt zu sein scheint. Diese Uebel scheinen jedoch auch einmal auszusetzen, allein nur während 24 Stunden in acht Tagen, nämlich vom Freitag Abend bis Samstag Abend, blos während des kurzen Zeitraums, der dem Sabbate geheiligt ist und wahrend welchem eine gewisse Reinlichkeit im Innern ihrer Gemächer, ihrer Kleidung, ihrer Speisen vorherrschend ist. Dieser Charakter, obwohl der Entfaltung der Civilisation wenig günstig, ist bei ihnen mehr das Ergebniß einer fehlerhaften und unwissenden Erziehung, als Wirkung der Religion und ihrer Abstammung. Unsere Vorurtheile tragen ziemlich viel dazu bei, um einer Umgestaltung alles dessen in den Weg zu treten, was die gesunde' Vernunft und die Menschlichkeit unter ihre Wünsche zahlt. Wir würdigen sie unsrer Beachtung nicht, wenn sie sich uns nähern, oder empfangen sie wenigstens mit Wegwerfung! Gott und das Gesetz stellen sie Allen gleich und wir, die wir mit einer gewissen Wuth die Gleichheit vor dem Gesetze predigen, wir sind die ersten, die sie, und in ihnen gleichsam die Menschenwürde beleidigen! Verächtlich in aller Augen, erscheinen darum die Juden sich selbst in ihren eignen Augen verächtlich und können sich nicht bis zu uns erheben, obgleich sie sich ziemlich aufblähen, um durch Rütteln das Joch adzuwersen, das über, ihren Nacken liegt, obgleich sie bei diesen Versuchen die Würde durch ein grobes Wesen zu ersetzen suchen; allein sie scheitern nur um so schneller, weil ihnen die Energie mangelt, sie wagen nicht unsre Achtung, unsre Werthschatzung zu beanspruchen, und so kommt es denn, daß sie sich ohne Ausnahme dem Schacher und Wucher überlassen, die den Grund zu ihrer Hinterlist (egen, und ihnen die Achtung nicht allein ihrer selbst, sondern auch der Araber, Mauren und Europäer rauben. Der Handel, der sie uns nahe bringen sollte, entfremdet sie im Gegentheile allen unsren Grundsätzen von Freiheit und Redlichkeit. Sie anerkennen unsre Regierung, weil sie dadurch den habsüchtigen Klauen und Räubereien der Araber, Mauren und Türken entrissen worden smd> also blos in ihrem eignen Interesse und nicht in dem der Moral unddes Fortschrittes. Bei Besprechung des Charakters der Juden Algiers, haben wir nothwendiger Weise auch ihrer Sitten zu gedenken, einer Übeln Partie, weil sie ja genau mit den andern zusammen hangt. Nichts destoweniger wollen wir unsre Aufgabe weiter verfolgen, und wo möglich noch das Bessere heraus zufinden uns bemühen. Rücksichtlich der Humanitätsfrage ist ja alles von Belang.; jemehr man Fehler und Laster erkannt hak, desto leichter findet man die Mittel, sie zu verbessern und zu besiegen, ohne die Grundsätze der biblischen Gesetzgebung

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