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Der Orient · 1840-10-10 · 41 (10.10.1840) · p. 647

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
41 (10.10.1840)
Article
Die fortschreitende Entwickelung der Cultur der Juden in Deutschland
Date
1840-10-10
Page
647 (sequence 2)
Language
German
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647 Fortschreitende Entwicklung der Cultur tw erwarb sich Dr. I. Jost verdienstlichen Ruhm durch seine größere Geschichte der Israeliten (9 Bande, Berlin 1720—28). Das Judenthum, als Objekt der Forschung wuxde jedoch nur von der äußerlichen historischen Seite angebaut und betrachtet, und selbst die von Dr. Zunz 1822 herausgegebeiw Zeitschrift sür W issensch.a ft deS Iu d ent hu m s erhob sich zu keinem höhern Standpunkte. Die in den österreichischen Staaten damals verbreitete hebräische Zeitschrift „Frühfrüchte der Zeiten" &>nyri '»XO (von 1820—31), hauchte den Geist der frühern Monatsschrift „Der Sammler" und die wenigen historischen Arbeiten darin lieferten nur einzelne Data zur trockenen Knochenlehre der Bibliographie. — Erst im Jahre 1824 versuchte es Dr. Creiz e nach in seiner Zeitschrift „Geist der pharisäischen Lehre" die innere Entwickelung des Judenthums und dessen Persektibilität nachzuweiscn; allein so muthvoll und ehren- Juden in Deutschland. Lit. Ankündigungen. 648 werth dieses Streben war, konnte es sich doch nicht die Theilnahme des Publikums verschaffen, und mußte darum eingestestellt werden. So wandte die Thätigkeit des jüdischen Geistes sich immer stärker der wissenschaftlichen Ausbildung der Juden, und weniger des Jude n t h u m s zu, und um den Fortschritten bürgerlicher Bildung Borschub zu leisten, traten in den wichtigeren delttschen Städten Gesellschaften und Vereine zusammen, deren Tendenz von diesem Prinzip belebt war. — Doch, eine glücklichere Z.eit war dadurch dem Judenthume vorbereitet, da reichbegabte Geister befähigt wurden, mit bildendem Sinne in den noch nicht zcrsponnenen Stoff elnzugrcifen, und ihre Kraft mit der Zeit in ein glückliches Wechstlverhältniß zu setzen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. An das P n - l i k u tu. Bei dem Beginne des vierten Quartals dieses Blattes (mit Nr. 40) richtet die Unterzeichnete Redaktion an ein geehrtes Publikum die ergebene Bitte, sich recht frühzeitig darauf abonniren zu wollen, da nach dem Verhaltniß der Abonnentenzahl die ganze Auflage brstimmt werden wird. Außer allen Buchhandlungen Deutschlands nehmen auch alle Postämter und Zeitungs-Expeditionen Bestellungen an, da die Königt. Sachs. Wohl. Zeitungs-Expedition zu Leipzig die Hauptspedition übernommen hat. Davon Seiten der Redaktion weder Mühe noch Kosten gespart wurden, um das Beste und Gediegendste recht schnell herbeizubringen, so vertraut sie den Freunden und Förderern des Guten, daß sie fub Verbreitung dieses Blattes in ihren Kreisen, namentlich bei Gemeinde-Vorständen und angesehenen Gemeindegliedern, recht thatig sein werden. Für Rußland und Polen, wo „der Orient" nicht verboten ist, sind bei Sr. Excellenz, dem Kais. Russ. Minister des öffentlichen Unterrichts v. Uwarosf, schon bereits Schritte gethan worden, um den Debit zu erleichtern. Die Jnhaltanzeige zu dem dritten Quartal, das mit Nr. 39 zu Ende ging, wird mit dieser Nummer ausgegeben. Die Redaktion. [141.] Im Verlage von Karl T a u ch n i tz in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu haben: Lehrgebäude der ararnärscherr Idiome mit Bezug auf die Indo-Germanischen Sprachen von Juttu-S Fürst Auch unter dem Titel: Formenlehre der ChLldÄischen GrammÄLik. In 8. Preis: 1 Thlr. 8 Gr. Dieses sprachwissenschaftliche Werk, welches zum ersten Mal die aramäische. Grammatik nach den Principien der Sprachvergleichung behandelt, ist auch das erste, welches im Semitischen die analytisch-historische Methode angewendct. Eine auszügliche Uebersetzung desselben lieferte Herr Blücher unter dem Titel: „ Marpe Leschon Ara mi. " Verlag von E. L. FriHsche. Druck von I. Hr Nagel.

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