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Der Orient · 1840-10-10 · 41 (10.10.1840) · p. 645

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
41 (10.10.1840)
Article
Bemerkungen über die in letztverflossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen
Date
1840-10-10
Page
645 (sequence 2)
Language
German
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645 Ueber die Bibelübersetzungen. Ate Kultur ver Men m ^emicylano. alle ftüherere Interpreten, so spricht doch sehr dafür, daß das Zeitwort im Singular steht. — IReg. 9, 25. und zahlte seine Schuld an das Haus. Diese neue Ansicht wird von der ParallelsteUe 2 Ehr. 8,16. nicht begünstigt, selbst nach der Zunz'schen Uebersetzung. An sich laßt sich auch nicht absehen, welche.Schuld er an das Haus zu bezahlen hatte. — 1 Reg. 10,5. und sein Ganzopfer, das er opferte im Hause des Ewigen. Eben so das Targum und die Septuaginta, dem widerspricht aber die Parallelstelle 2 Chr. 9,4. — 1 Reg. 11,15. als David in Cdom war, die Erschlagenen begraben zu lassen, da Joab der Heerführer heraufgezogen war. Zm , Texte heißt es aber D^nn m iw mfyn. Diese Umstellung der Satze ist um so weniger hier zu billigen, da auch das Atnach bei OÄNN sich befindet, worauf schon das Biur aufmerksam machte. — 1 Reg. 14, 5. denn bei ihrem Hereinkommen wird sie sich fremd stellen; nach der richtigen allgemein angenommenen Leseart. Dagegen scheinen die Vulgata, Luther, die jüdisch-deutsche Uebersetzung Ossenbach 1807 und Dr. Salomon uns richtig inn mit Patach gelesen zu haben, wonach es nicht mehr zu dem Worte Gottes gehört. — 1 Reg. 18,10. denn er kann dich nicht finden. Gegen Ra sch i und die neuern Interpreten, nach Kimchi. Auch die Septuaginta bezieht es aus Achab, sie übersetzt xal ivin^Gs rr)v ßaGiXelav xal tag %coQag avtfjg.^ ozi ov% £vq?]%s6s. Sie lasen offenbar ruN welches in der Concordanz S. 1096 unter jnty bei ipTtQrjd'eiv zu ererganzen ist. 2 Reg. 6, 7. Und er streckte seine Hände aus; genauer wäre „seine Hand." 2 Reg. 14,14. und alles Silber; im Texte steht nicht b. 2 Reg. 16,15. Und der kupferne Altar bleibe mir zum Ansehen. Es ist nicht deutlich, welchen Sinn der Uebersetzer mit dem „Ansehen" verbindet und wie dies aus dem Texte folge. Die Septuaginta übersetzt dg zorüQcot, welches Fürst S. 205 übergangen hat. Sie punktirte — 2 Reg. 19, 24. gelautertes Wasser. Wie kann gelautert bedeuten? und welchen Sinn sollen wir damit verbinden? — 2Reg. 23, 3. alle Worte dieses Bundes. Im Texte steht nicht Ä. — 2 Reg. 25,16. der König Schelomoh. Im Texte steht nicht ‘fpon. Jes. 5, 7. ist die Paronomasie sehr schön wiedergegeben.— Jes. 7,10. und Gott; sollte heißen „der Ewige," wie überall in dieser Bibel. — Jes. 14, 4. die Quälerin. Nach der allgemein angenommenen Leseart romo mit Dalet laßt sich diese Uebersetzung schwerlich rechtfertigen. Vgl. Fürst m der Concordanz S. 271. — Jes. 21, 5. ordnet die Reihen. Nach dem Arabischen kann dies npä rv’öan bedeuten. Weit gefälliger ist die Erklärung der Concordanz S. 961. wonach man es vom Ausbreiten der Teppiche zu verstehen habe. (Fortsetzung folgt.) ö£ö Die fortschreitende Entwickelung der Cultrrr der Juden in Deutschland von Mendelssohn bis auf unsere Zeit. (Fortsetzung.) So gedieh diese neue Anstalt und erregte Begeisterung, und die 1815 veröffentlichten Reden des Dr. Kley und Anderer erfreueten sich in größeren deutschen Städten der besten Ausnahme, und weckten in den Gebildeten den Wunsch, auch in ihren Gemeinden die Erbauung beim Gottesdienste durch regelmäßige deutsche Predigten neu zu beleben und wach zr halten. In Königsberg ward der Wunsch erfüllt, und würdevoll füllte Dr. Francolm dort sein Predigeramt aus; während die Betätigungen der Breslauer Gemeinde, auch in ihrer Synagoge das Wort der Belehrung zu vernehmen, im Jahre 1821 von Sekten der Staatsbehörde gehemmt wurde. Gleiches Schicksal mußte bald Königsberg und 1823 auch Berlin erfahren. Denn die Rabbankten, schmerzempsindend .über den Verlust und Untergang ihrer Darschanim, Magidim und Mochichim, die keiner mehr anhören wollte, und wohl merkend, daß das neue Institut den Rabbanismus aus dem tiefsten Grunde erschüttern und allmälig über den Haufen stürze, verdächtigten dasselbe dem Staate als eine Sektirerei, und wiesen schnöde jede Verständigung über einzelne Streitpunkte zurück. Unwillig über das Mißlingen ihres wohlgemeinten Strebens, und höchst erbittert über das arge Treiben der Rabbankten und deren orthodoxen Anhänger, zogen sich die Reformer und der größte Theil der gebildeteren Juden von ihren anderen Glaubensbrüdcrn zurück, der Jndifferentismus bemächtigte sich ihrer allmälig, und ein großer Theil trat später zur christlichen Kirche über. — Jedoch der gute und bessere Same war ausgestrcut, und die Herzen und der Sinn Vieler durch die begeisterten Reden eines David Fried Länder, Dr. Zunz und anderer, empfänglich und fruchtbar gemacht; darum gediehen ^Cultur und Civilisation der Inden immer mehr zur schönsten Frucht. In Hamburg behielt der 1818 erbauete neue jüdische Tempel seinen Bestand, und fand bald in Leipzig einen Absenker; in den süddeutschen Staaten wurden deutsche Predigten ein integrirender Theil des jüdischen Gottesdienstes, so manche Rabbinate von wissenschaftlich gebildeten jungen Männern besetzt, und Religionsunterricht und Consirmationen von ihnen ertheilt. Mittlerweile war durch die Zeitschrift Jedidja und den häufigen Besuch der deutschen Hochsynoden, welche unter den Juden immer mehr zunahm, der Sinn für Wissenschaftlichkeit mehr und mehr rege und lebendig geworden, man suchte die Verkehrheiten der alten Rabbinen und die aufgehäuften Mißbräuche im Judenthum sich lieber einstweilen aus den Augen zu setzen, und wandte sich dem Anbaue echter jüdischer Wissenschaft zu. Der Polyhistor Peter Beer schrieb eine Geschichte der Mischen Setten (2 Bände, Brünn 1L22) und gleichzeitig 41 *

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