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Der Orient · 1840-10-03 · 40 (3.10.1840) · p. 637

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
40 (3.10.1840)
Article
Sehnsuchtslieder von Jehuda Halevy
Date
1840-10-03
Page
637 (sequence 2)
Language
German
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637 Etymologisches v. M. Heß. Fortschreitende Entwickelung d. Cultur d. Juden in Deutschland. 638 LS NIIN nratos hj'sj ' Dem ist mein Herz, vertrauend oder schwankend,, zu jeder Seit anbetungsvoll und dankend] Dein freu' ich mich, wenn ich auch irr' und wanke; Dich will ich preisen irrend auch und wankend. LS. W213 QM 3I?2 PMX Zu Gott ruf ich mit Bangigkeit und Trauern: Mir bebt das Herz und die Gebeine schauern! Wenn selbst die Ruderer im Sturm verzagen, Wenn selbst der Schiffer Muth und Kraft nicht dauern: sollt' ich nicht zittern, da hier zwischen Himmel und Erde Tod nur und Verderben lauern? Ich wank', ich taumle!.... Muth! Ich werde beten, Jerusalem, in deinen Heilgen Mauern! Dr. Krafft. III. AeLer das Wort Die neuen Uebersetzer Arnheim, Herxheimer, Philippson und Salomon, so wie die frühern verdeutschen durch Schleusen, so auch schon die Septuaginta an mehreren Stellen kcczccqq<x%t7]g. Dagegen bemerkt M e k l en b ur g zu Gen. 7, 11., daß dieses nicht nach dem Hebräischen übersetzt sei; vielmehr sei es ursprünglich nach Rasch: zu Menachot 34, 1. die Oeffnung im obern Stockwerk, hier figürlich von einer Waffermenge gebraucht. — Eine Etymologie wird für diese Bedeutung nicht angegeben. Verfolgt man diese, so geht selbst aus der Mijchna und dem Talmud unwiderlegbar hervor, daß es allenthalben eine Schleuse oder ein Gitterwerk bedeute. So heißt an mehreren Stellen im Talmud die Weide weil man Geflechte daraus machte, und ein Kahn heißt wohl deswegen Baba BaLra 34, d. Fplfry weit er aus Weiden oder Schilfrohr geflochten war, aus demselben Grunde heißt auch der Backtrog Pesachim 40, 6. ftlTiK. Und so scheint denn jene Oeffnung im obern Stockwerke so genannt zu' sein, weil sie gewöhnlich mit einem Gitterwerk oder Geflecht zugedeckt war. Der ursprüngliche Stamm ist wohl 7N, und ist daher verwandt mit Fp und qmzco nach Fürsts Concord. S. 117. Derselbe Begriff liegt auch nach demselben S. 10, a. dem Worte binden, knüpfen zu Grunde, wo das ebenfalls hinzugekommen ist, davon düs Gebind. Demnach ist die Notiz des Jbn Esra nicht mehr so auffallend zu Gen. 7, 11. rfrxQ rpü 331 Wimt-N1> riHÜK/unb es bedarf weder der Emendation, noch der gezwungenen Erklärung des Salomon Äubno im Biur zu dieser Stelle Wenn aber die Septuaginta Hos. 13, 3. rDlND ]t^2T übersetzt nca dg dz^ig dno danQvav, so gibt das keinen Sinn. Ich glaube man sollte lesen and SwrvW. Fürst hat mit Recht S. 117. Scckqvcc nidjt ausgenommen unter welches die Laukische Concordanz (Leipzig und Frankfurt 1718.) S. 279. gethan hat. Mit demselben Rechte wurde auch mit der letzter» nicht vqggol ausgenommen, denn übersetzen auch die Siebzig Jes. 60, 8. DD^DSIR DW31 xccl coeei nsQig zsQdl gvv voGcolg, so lasen sie wahrscheinlich D)J. M. Heß in Trie r. Die fortschreitende Entwickelung dev Cultur der Juden in Deutschland von Mendelssohn bis auf unsere Zeit. (Fortsetzung.) Diese Reformirung des Cultus, welche vom Consistorium ihre Sanktion erhalten hatte, erregte den allgemeinen Wunsch, die Würde des Gebets, welche durch den Anwachs der Gebete und sonstiger Mißbräuche sehr 'gesunken war, durch äußere Mittel , die den Worten Flügel geben, die Seele erheben, und die Andacht entflammen, wieder hervorzurufen; und Iaco b son, der in seinem glühenden Eifer bald gern jeden Wunsch und Vorschlag zur Verbesserung der Juden, und des Judenthums verwirklichte, erbauete aus eigene Kosten zu Seesen einen Tempel, welchen er am 17. Juli 1810 mit wohlgeordnetem Choralgesang, begleitet von den musikalischen Tönen der Orgel, und mit angemessenen deutschen Predigten einrichtete. Dieser Umstand, verbunden mit den löblichen Streben des Consi'sion'ums, manche andere im Leben eingewurzelten Mißbräuche wegzuräumen, veranlaßte vollends den Bruch des Rabbanismus und als die Ereignisse von 1812 ben Geist der französischen Herrschaft und somit auch das jüd. Consistorium in Westfalen auflösten, wählten Jacobson und Andere den preußischen Staat, wo durch das Edikt vom 11. Marz 1812 den Juden völliges Staatsbüraerrecht gegeben war, zu ihrer Heimat. Berlin war seitdem Erscheinen Mendelssoh n s der Hauptsitz der jüdischen Cultur und verbreitete dieselbe über ganz Deutschland. Jacobson war daher den Bessergesmnten und Wohlgebildeteren dieser Gemeinde sehr willkommen, und mit kühnem Muthe warf man nun den Fehdehandschuh den Rabbinen zu, indem man durch „Ein Wort zu.seiner Zeit-, über die durch die neue Organisation der Judenschaften in den preußischen Staaten nothwendfg gewordene Umbildung des Gottesdienstes, der Unterrichtsanstalten, und deren Lehrgegenstände und des Erziehungswesens überhaupt" (Berlin 1812, bei W. Dieterici) auf die Einführung eines deutschen Gottesdienstes mit ChorgesangÄndOrgelbegleitung dräng. Das 'kräftig gesprochene Wort that seine Wirkung und ward — zur That. Im Jahre 1815 erUnete Jacdbson in feiner Wohnung zu Berlin einen deutschen Gottesdienst mit Gesang und Orgelbegleitüng, ün welchem auch die drei DD. Auerbach, Günsburg und

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