Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 40 (3.10.1840)
- Article
- Qohelet, übersetzt und erläutert von Dr. L. Herzfeld [Rezension]
- Date
- 1840-10-03
- Page
- 632 (sequence 2)
- Language
- German
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633 Dr. Hirschfeld üb. Kohelet. Lit. Analekten. Sefer Mtzwot v. Ayron Ben Mia. V34 und Weitschweifigkeit, die uns meilenlange Noten statt weniger Worte zu lesen cmfgiebt. Hc. H. hat alle solche Mißbräuche und Fehler so ziemlich vermieden, und darum nennt Res. die Darstellung seiner Erklärung musterhaft, und empfiehlt sie den biblischen Exegeten zum Vorbild. Er hat.' nie seine Noten mit unnöthigen Anführungen und längst verschollenen Erklärungen geschwängert. Nur wo es zur Erklärung unumgänglich nothig war, oder wo ihm selbst ein dunkles Gefühl die Nichtigkeit der eigenen Auslegung bezweifeln ließ, oder endlich wenn er die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Schwierigkeit des Verses hinleiten wollte, führt er fremde Erklärung an, und weist sie in Fallen zurück, um manchem Jrrthum des Lesers vorzubeugen. Auch glaubt er nicht von jedem Verse, Etwas sagen zu müssen. Verse, die leicht verständlich sind, übergeht er mit Stillschweigen. Er spickt seine Noten nicht mit unnöthigen Parallelen, und giebt gar wohl Gelegenheit, seine Gelehrsamkeit uns vorzulegen z so beispielsweise (178), wenn es ihm nämlich um den Nachweis seiner Meinung zu thnn ist, und zwar in Citaten, die nicht durch Jndices oder Wörterbücher hergeholt sind.'' Was seinen Stil betrifft, so ist er concinn, correkt und genau. Cr strebt nach Deutlichkeit, ohne deswegen weitläufig zu sein. Wir rügen nur, daß er in manchen Stellen zu gesucht erscheint. Ref. hat bei dem Buche lange verweilt, weil er es mit Vergnügen durchgelesm und befriedigt aus der Hand gelegt hat. Und wenn gleich es nicht immer seiner Ansicht entsprach, so hat er sich dennoch gefreuet eine entgegengesetzte Meinung rein wissenschaftlich und mit so vielem Fleiß ausgearbeitet und mit rühmenswerther Gründlichkeit dargestellt zu sehen. In der Menge Schriften, die heutzutag der Oeffentlichkeit übergeben werden, ist dieses gewiß eine seltene Ausnahme, und verdient besondere Anerkennung und Berücksichtigung. Möge es dem Ref. gelungen sein, die Aufmerksamkeit des Publicums darauf hinzulenkm, und den Verfasser durch diese Anerkennung zu neuer Arbeit zu ermuntern. Die Ausstattung ist schön, correkt und sauber; der Text indessen ist eine unnöthige Beigabe. Dr» Hirschfeld. Literarische Arralekteir. nomokanonisches Werk 'd1) mit Maimuni's npm T in die Schranken. Eine Handschrift dieses noch ungedruckten Werkes, einer der vorzüglichsten Erkenntm'ßquellen des jüdischen Gesetzes und Rechtes nach karäischer Auffassung, befindet sich in der Universitätsbibliothek zu Jena, wohin es von Dresden aus dem Handschriftennachlaß Christian Andr. Siber's gekommen ist, der es aus der Beute von Ofen (Buda) on sich gebracht hatte. Wir geben hier eine kurze Schilderung des Werkes, gemäß dem, was Io. Gottfr. Schupart in seinem nicht ungelehrten, aber psauenhaft ausstaffirten und schwülstig ge- - schriebenen Werke Secta Karraeorum dissertationibus aliquot historico - philologicis adumbrata (Jenae 1701) aus eigner Anschauung mittheilt. Das Manuscn'pt besteht aus 287 Folien in Quart, auf ziemlich reinem Pergament; der Schreiber nennt sich Ahron, zuweilen sind am Rande - Glossen und Varianten von zweiter Hand angefügt. Die Vorrede, emgeleitet durch die üblichen Segenssprüche, enthalt ein Lob des geschriebenen Gesetzes mit Verwerfung der rabbanitischen Tradition, geschrieben in gereimter Halaya. Wir heben aus demselben nur folgende zwei Stellen heraus. Nachdem er aus der Notwendigkeit der immanenten Klarheit der Offenbarung gegen die Rabbaniten argumentirt hat, fahrt er fort: cn'jHSi |ö ’ma p by nnnnon ’naaa •>aa mw '2 by *)Ni •*w Maty Pin* Kurz nachher folgen nachstehende, für sich ein gehaltreiches Epigramm bildenden Wörter nainn naa d rm» dh nnanon npai onan 'Lna D’l'n’D DHD nnov Das Werk zerfällt in 25 Traktate, (nmavv), jeder Traktat wieder in Capitel (Q'jrß), Schupart gibt folgenden Jndes gesammten Inhalts. by, Tractat I. rann piy 12 Capp. — II. rma piy by, 10 Capp. — III. nassen man by, 19 Capp. — IV. riDDH M by, 9 Capp. — V. mann ]\)y by, 5 Capp. — Vl. roywn in ]\)y by, 1 Capp. - VII. nynn Da py by, 1 Capp.' — VIII. aiaan Da piy by, 5 Capp. — IX. maon in py by, 3 Capp. — ... X. baai nöDW py by, 5 Capp. I. Ueber Ahron b. Elia's Sefer Mizwot. Wie Ahron b. Elia's D"N yy ein rivalisirendcs Gegenstück zu Maimuni's, D’aiaJ miö bildet, so tritt sein großes 1) Geschrieben 1354 zu Constantinopel. Der Vers, starb zu Folge einer Bemerkung am Schluffe der Leidner Handschrift (f. Lost, Annalen 1839. Nr. 17) im Monat Lischri 5130 (d. hd. i. Sept. 1369), 5 Monate später, als sein ofterwähnter Lehrer Joseph.