Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1840)
- Article
- Alexandrien : die Damaskus-Angelegenheit [Nachricht]
- Date
- 1840-10-03
- Page
- 306 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 306 — darauf, daß vier der ThaLer schon an den Folgen der erlittenen Qualen gestorben waren. (Die Schuld ist indessen nichts weniger als erwiesen.) Frankreich. Pitvis Donnerstag, den 27. Äug. fand von dem Constrvatocium der Künste und Handwerke vor einer zahlreichen Versammlung die Preisvertheilung an die Zöglinge der israelitischen Schulen statt. Die Knabenschule leitet Hc. I. Treves, die Mädchenschule^ Mlle. Mayer Max. Die Feierlichkeit war sehr interessant) zwei Reden, die eine von dem Herrn Maire, die andere von . dem Herrn Oberrabbinen, wurden mit 'üngecheilter Aufmerksamkeit angchört, und der Gesang', welcher durch die Schüler beider Anstalten ausgesührt wurde, bewirkte eine lebhafte Sensation. (Arch. Jsr.) Ptzrris, 4. Sept. Wir sind unfern Lesern noch Bericht über die Vorschläge schuldig, welche rücksichtlich der bekannten und' in Nr. 35 unsres Blattes mitgetheilten Einwande gegen den Organisations-Entwurf des israelit. Central-Consistociums Frankreichs gemacht worden sind. Wir wollen uns darum hiermit dieser Pflicht entledigen, und das Wesentlichste mittheilen. Ueberbtickt man den Bericht, so wird man nüt vieler Freude gewahr, daß das Central-Consistoriüm mit großer Bereitwilligkeit jedem billigen Einwande Gehör gegeben hat, daß es sich angelegen sein läßt, die Interessen aller zufrieden zu stellen, ohne deshalb die so nöthigeReform ftlbst aufzugeben. Der ganze Entwurf, das ist nicht zu leugnen, hat eine festere Form, eine schönere Haltung gewonnen. Auf das Verlangen, eine Synode zur Abthuung dieser Hochwichtigen Angelegenheit einzuberufen, findet das Central-Conststorium Bedenken einzugehen. Ueberhaupt sind die Synoden in dem neuen Entwürfe ebenfalls gänzlich übergangen. Die Gliederung des religiösen Organismus füll folgende sein: 1) Ein Oberrabbine der französischen Israeliten, als Mitglied des Centkal-Consistoriüms. 2) Sieben Eonsistorial-Oberrabbinen als Mitglieder der verschiedenen Bezirksconfistorien (Paris, Bordeaux, Metz," Colmar, Sttaßöurg, Marseille und Nancy)? 3) Koadjutoren, nach Maßgabe des Art. 48 des Entwurfes. 4) Rabbinen erster und zweiter Classe, nur 'durch den' Gehalt verschieden gestellt, sonst sich gleich. 5) Unterrabbinen. - Diese verschiedenen Grade haben von oben herab die Censur über die unter ihnen befindlichen Grade. Die Verbindung der-ganzen Gliederung mit dem Cultrninisteriüm geschieht zwar insofern unmittelbar, als die verschiedenen Eonsistorien sich an das Ministerium adressiren köüneü, aber insofern als der Weg? durch das CMral Konsistorium 'gehen muß, mittelbar^ Unabsetz- 'bärkeit der 'Geistlichen ist 'nicht' ausgesprochen, kann aber M Belohnung von? Vetdiensten?^rtheilt werden.- Die ÄbeMbbinen haben monatlich einmal und außerdem?alle Festtage in der Landessprache zu predigen. Vor dem Passah und dem Neujahrsfeste haben sie einen Hirtenbrief an ihre Gemeinde zu erlassen. Der Vorschlag, den Oberrabbinen eine? jährliche Revisionsreise durch ihre Sprengel aufzulegen, wird deshalb zurückgewiesen, weit man Niemand die Deckung der dadurch erwachsenden Kosten zumuthen könnte; doch soll es den Gemeinden nachgelassen bleiben, auf ihre Kosten den Besuch des Oberrabbinen zu begehren. — Die Wahl des Consistorial- Präsidenten soll je auf vier Jahre sich erstrecken. Die Zahl der Notabeln soll nicht unter 60 betragen und durch das' Central - Consi^ der Liste ernannt werden. — Das befeindete Wort Sacrisicateur, für Schochet, hat man in Purisicateur oder Purisiant umgewandelt, kommt aber zuletzt auf das Wort Schochet zurück. -— Sobald wir sicher sind, was in Iukunst gelten wird, werden wir ausführlicher über den Entwurf sein. Vor der Hand mag dies, als das Wesentlichste, was auf die eingezogenen Bemerkungen abgeändert worden ist, genug sein. Pcrvrs, September- Bekanntlich giebt cs in allen Aemtern und Würden namhafte Israeliten. Durch einen Brief, der .uns von Marseille "zugekommen ist, erfahren wir, daß es auch aus der Zahl unsrer Glaubensgenossen unerschrockene Seeleute giebt, Capitäne im Dienste ergraut, Männer, die in Tagen der Gefahr als ausgezeichnete Offiziere sich beweisen werden. -- „Ich will blos zwei Namen anführen, sagt unser Correfpondent, weil ich mich in diesem Augenblicke anderer nicht erinnere: den Capitan Ed. Pa t t o, Com Mandant des Dreimasters George von 300 Tonnen Gehalt, Ausrüster : Herrn Megis, Rodrigues und Salzedo von Bayonne, und den Capitan I. Julian, feit geraumer Zeit Commendant der Nathalüe, aus Bordeaux, dessen Rheder die Herren Johnston und Compagnie sind." — Wir wünschen die Erhaltung eines ehrlichen Friedens; allein giebt es Krieg, so weiß ich gewiß, daß wir alle beide Männer der Berufung von .^Seiterr des'Gottverttementszum Kriegsdienste werden antworten sehen. lArch. Jsr.) Lyon, 13. Aug. Die von uns in Nr. 31 dieses Blattes wiedergegebene Correspondenz des Archiv. Jsr. . Reclamationen hervorgerufen, die wir der Vollständigkeit willen in ihren Hauptmomenten hier anführen wollen. Während dort gesagt wurde, daß es Hrn. Heymann von Ricles Vorbehalten gewesen sei, die erste Wohlthatigkeitsanstalt Lyons hervorzurufen, wird bemerkt, daß bereits schon seit langer als 50 Jahren ein israelrti-; scher Wohlthatigkeitsverein bestandenhabe, der. sogar dem neuerrichteten WohtthaLigkeitsbureaü vörzuziehen sei. Ein 'zweiter ReclamanL, dessen Schreiben voller Ironie Ist, datirt! die Gründung der ersten Wohlthatigkeitsanstalt Lyons aus "den Zeiten des 'Rabbinm Abraham Mayer { (seit 1798) > der Men solchen:Verein zuerst begründet