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Der Orient · 1840-08-22 · 34 (22.8.1840) · p. 534

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
34 (22.8.1840)
Article
Die Hauptdifferenzen zwischen Karäern und Rabbaniten,
Date
1840-08-22
Page
534 (sequence 2)
Language
German
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535 Hauptdifferenzen zwischen Karäern.u. Rabbaniten. Bemerk, üb.d. neucst.Bibelüberfttzungen. 636 Umdeutung logisch klarer Stellen. Jedes Urtheil besteht bekanntlich aus zwei sich gegenseitig entsprechenden Theilen, Subject und Pradicat;^) beide können in der Schrift einen mannigfachen Sinn haben, sie haben aber in den vorliegenden Schriftstellen nur je Einen. Die Rabbaniten hingegen pflegen anzunehmen, daß durch die Homonymen zugleich der ganze Complex der der gemeinsamen Bezeichnung subordinirten Begriffe bedeutet werde. 3 4) Ebenso verfahren sie in der Auslegung auf dem Wege des Schlusses, dessen zwei zuläßliche Arten die Parallele (niE^ mu) und die Gradation (ip) ftnb. Sie legen da oft die blos äußerliche Arhnlichkeit der Wörter zu Grunde, und machen Schlüffe, die, wenn auch formell richtig, doch materiell falsch sind d. h. bei genauer Prüfung keine Unterlage in dem Schriftsi'nne selbst haben. Unter die vielen Kunstgriffe ihres die rationelle Auslegung (m^o) verlassenden I#T1 gehört auch die Inversion der Buchstaben. Ans diese Weise gerathen sie in Widerspruch mit dem deutlichen und ergebnißreichen Wortsinn. der Schrift (“1X3 Deut. 1, 5.) und überdem in Widerspruch mit sich selber; deshalb haben die Wahrhastweisen (5DKN ^Ü2tl) den Weg der Tradition verlassen, indem sie sich allein auf die Schrift stützen und die gebahnte Straße wandeln. (Schluß folgt.) Bemerkungen über die in letztverstossenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. JL. Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomo». Fortsetzung.) aber ist eines der unbestreirbarsten Eyicona und bedeutet das Rind, sowohl männlichen als 3) Das einfache kategorische Urtheil heißt in der Terminologie der Logik niU oder eej&'o, auch niUH oder pDTDn/ auudüM’ Das Subjekt desselben heißt das Pradicat H1IW, 4) FpHt# ist Homonymie, ungni, oeutio, unterschieden von Synonymie, univocatio. Eine Erklärung giebt Aristoteles gleich im Anfang feiner Kategorien: „Homonym (ähn(ichnamig) wird dös genannt, bei dem bloö der Name gemeinschaftlich, dagegen der drin .Namen entsprechende Begriff der Wesenheit verschieden ist, z. B. Thier wird sowohl der Mensch, als das gemalte Thier genannt. *—S y n o iry rn (gleichnamig) wird das genannt, bei dem sowohl der Name gemeinschaftlich, als auch der dem Namen entsprechende Begriff weiblichen Personengefchtechtes, sowohl neugeboren als erwachsen, analog: "MN, btä, 1JJ, T)W, wst, mn\\ "ip? und JN^Jinb Collectiv-Begriffe. T'c) ^0*1 yn i6 (Lev. 18, 16.) Salomon: Du sollst nicht als Verlaumder herumgehen. Arnheim: als Aus späh er. Der Berlaumder erdichtet das Böse (TDI Z So“) aber wird sowohl vom Talmud (Makot), als von Maimonides (5^>ilchot Deot) als Zwischenträger bezeichnet, und die Parallelstellen der Bibel ^Prov. 11, 13 und 26, 19.) bestätigen diese Ansicht. Darum wäre der Anbring ec oder Awischenträger angemessener als Verläumder und Ausspäher, und umhergehen angemessener als das Her um gehen. d) )*6 Salomon beharrt in seiner Entgegnung daraus, daß die Primärbedeutung dieser Wurzel das Weilen sei, und behauptet, daß darum an unzähligen Stellen bei der Bedeutung des Nachtquartieres der Zusatz r6^ vorkomme. Reisebeschreiber erzählen von einem wilden Volke in Amerika, deren Zahlensinn so beschränkt sein soll, daß sie Alles, was über vier geht, mit dem unbestimmten Ausdruck: eine Menge bezeichnen. Sollten wir durch unsere Eultur noch nicht über das Zweifache dieser Halbthiere gelangt sein? Denn meines Wissens kommt nur au acht Stellen der Zusatz Tlb'b vor (Gen. 32, 14. und 22., Nmn. 22, 18., Jos. 4, 3 und 8, 9., 2 Sam. 17, 16 und 19, 8., Nut 3, 13.), und diese acht Stellen sollen unzählig sein? Aber auch von diesen 8 Stellen ist keine einzige, wo durch den Beisatz bestimmt wäre, was unter zu verstehen sei, sondern überall ist es die nöthige Zeitbestimmung, wann übernachtet werden soll, und bedeutet: diese Nacht. Dafür aber zeugen wenn nicht unzählige doch zahlreiche Stellen, daß nicht der Begriff des/ Weilens sondern der des Herbergens zunächst in dieser Wurzel liegt, und mit der Herberge ist das Nachtquartier in unmittelbarer Verbindung. Hatte z. B. der König David (2 Sam. 12, 16.) irgend weiter gehen sotten? oder hat sich der Levite vom Berge Efrajims nicht bereits auf der Straße zur Ruhe begeben, als er noch die Aufnahme (2 Sam. 19, 15.) vermißt hat? Wohl besitzt Dr. Salomon viel mehr Geradheit des Urtheils und Klarheit des Verstandes, als die Beurtheilung dieser Kleinigkeit erheischt; aber Erbitterung und Leidenschaftlichkeit verfehlten auch bei ihm ihre Wirkung nicht. Rabbine Schott wollte in der ganzen Arbeit. Salomons gar nichts Erhebliches finden, darum durste auch keine seiner Rügen gerecht sein. Allein mag es auch mit den mir in wenigen Abschnitten der Wesenheit derselbe ist, z. B. Thier wird sowohl der Mensch als der Ochs genannt. " Die P a rony m e n (abnamigen Wörter), die dritte Gattung der dort von Aristoteles aufgeführten, heißen hebe.

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