Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1 (1840)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1840)
- Article
- Konstantinopel : die Juden in Rhodus sind freigesprochen [Nachricht]
- Date
- 1840-08-22
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Lahr ist 5 Thlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen soliden Buchhandlungen auf ein Lahr. jüdische Geschichte und Literatur. Herauszegeben v»n Dr, Jnlius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet. zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 22. August 1840» Orient. (Ko nstcr nti n op el, die Luden in Rhodus ft'.id feeigesprochen. Algier, Cultus und Schulangelegenheit daselbst. Arabien, Forsetz.1. — Schweden (Stockholm, Gemeinheit der dortigen Stande). — Deutschland (Berlin, Hoffnungen. Kusari-Ausgabe. Talmndübersetzung. Leipzig, Bericht üb. Cahen's Archiv. Hannover, trauriger Zustand b. Juden u. des Landes. Warendorf, d. Haindorf'sche Stiftung. — Galizien (SEor nopol. Ereignisse). — Licht- und Schattenbilder aus d. jüd. Gestu'chte der Gegenwart. (Die Juden in Franken. Schluß) Erfolgte Schritte zu Gunsten der in Damaskus Verfolgten. — Perfonalchronik und Miscellen. — L. B. des Orients. M 34. Orient. Konstantirropel, 29. Juli. In meinem Berichte über Rhodus meldete ich die Absetzung und Degradirung Jussuf-Pascha's von Rhodus und die Ernennung seines Nachfolgers, Hadschi-Ali-Pascha. Heute theile ich Ihnen die mir eben zugekommene Erklärung des Divans, auf Bortrag des obersten Gerichtshofes erfolgt, das Nichtschuldig derJuden zu Rhodus mit. Sie sind von den Beschuldigungen eines Kinderraubes und Kindermordes ganz frei gesprochen, und als Entschädigung wurden ihnen einige Vortheile zugestanden. Die jüdischen Abgeordneten von genannter Insel hatten sich mehre Monate hier aufgehalten und 150,000 Piaster, ungefähr 9,400 Thlc., verausgabt. Der Bescheid war, daß die, die sie unrechtmäßiger Weise verklagt, die Entschädigung zu zahlen hätten; da aber der englische, österreichische und schwedische Consut, die bei dieser Sache si'gurirten, nicht unter der Jurisdiction der Pforte ständen, man es der Judenschaft zu Rhodus überlasse, bei den resp. Regierungen der gedachten Consuln ihre Klage anzubringen. Bis jetzt weiß ich nur durch den sich hier aufhaltenden Herrn v. Rothschild aus London, daß Lord Ponsonby an Lord Palmerston darüber berichtet habe und den Bescheid erwarte. Allgemein ist man gespannt, was jetzt, wo die Consuln von England, Oesterreich und Schweden so schwer compromitirt sind, die Regierungen dieser Beamten für Maßregeln ergreifen werden, um der öffentlichen Meinung zu genügen. Algier', 19. Juni. Nach dem Arch. Isr. berichtet man von dorther'. Der Herr Direktor der Innern Angelegenheiten zu Algier hat an den Maire dieser Stadt geschrieben, um ihn zur Bildung einer Commission zu vermögen, die aus 6 Mitgliedern, theils Israeliten, theils Katholiken bestehen und mit den Angelegenheiten des israelitischen Cultus sich beschäftigen soll. Diese Nachricht bedarf weiterer Erörterung. — Der 29. dieses Monats war zur Preisvertheilung an die Zöglinge der israelitischen Töchterschule in Algier festgesetzt, welche unter der Leitung der Mlle. Heloise Hartoch aus Paris steht. Wir werden recht bald Näheres über dieses interessante Institut berichten, das eines guten Rufes genießt. Wie wir so eben vernehmen, hat Abd-el-Kader 200 jüdische Familien aus Ttemsan in das Innere von Afrika verschickt. Arabien (Fortseh.). Rabbi Binjamin erzählt in seinem Jtinerar über unfern Gegenstand: „Bon Tilimas nach Chaibar sind drei Tagreisen; die dortigen Leute behaupten, sie wären die ostjordanischen dritthalb Stämme, nämlich Röuben, Gad und der Halbstamm Menasche, welche der assyrische König Schalmenassar dorthin exilirte. Dort hätten sie dann später große Städte und Burgen gcbauet, Krieg führend mit den Stämmen umher, aber selbst unbesiegbar durch die achtzehn Tagreisen weiten Wüsten, die ihr Gebiet umschließen. Chaibar selbst ist eine bedeutende, große Stadt, bewohnt von fünfzig Tausend Israeliten, in deren Mitte ausgezeichnete-Gelehrte weilen und tapfere Krieger, welche mit den Stammen um Schinear (Bagdad), im Nordlande und Alemannien an der Grenze Indiens, beständig Krieg führen". Die Relation Bin ja min's im Mittelalter stimmt so ziemlich, wie wir sehen, mit der modernen Erzählung Niebuhrs zusammen, nämlich darin, daß noch immer in und um Chaibar Judenstämme wohnen, die heute wie vor tausend Jahren mit 34