Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 32 (8.8.1840)
- Article
- Beur al sefer semot, oder Abraham Ibn-Esra's ... Commentar über Exodus
- Date
- 1840-08-08
- Page
- 498 (sequence 2)
- Language
- German
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499 Literarische Uebersr'chten. Jbn-Efra's Commentar zu Exodus von Reggio. 509 schuft den großen und kürzern Commentar, mit der Supercommentirung Motot's an der Seite. Der erste, welcher über den kurzen Commentar des Jbn-Esra und überhaupt über das Verhältniß des zu dem THNH einen gelehrten Bericht gegeben, war Samuel David Luzzatto im Jahre 1837, den 9. Tamus, in einem Schreiben an Goldenberg (abgedruckt K. CH. III. S. 173—179), worauf dann ein großes Sendschreiben von Reggio an Luzzatto 1838, den 25. Tebet, folgte (K. CH-. IV. S. 97—110). Hr. S. L. Rapaport nahm 1839 die gründlichen Erörterungen beider über Jbn-Esra von Neuem auf, gründete darauf seine Abhandlung unter dem Titel: Kritischer Apparat zu den Werken A. Jbn-Esra's (Wiffenschaftliche Atschr. f. j. Theologie IV. S. 261—282), und es ist höchst belehrend, diese drei Aufsätze über die Commentare Jbn-Esra's zusammenzuhalten, was ich spater in diesen Blattern vielleicht auch thun werde. Hier in den Übersichten wenden wir uns zu dem Inhalte, um. auf Einiges darin aufmerksam zu machen, die wir bei Jbn-Esra schon aus seinem großen Commentar kennen. Folgende Sätze: . Die Chronik des Mose, oder Dibre ha-Jamim schel-Mosche, ist nicht einmal in seinem Inhalte als Ueberlieferung zu betrachten (6); die Pajtanim gebrauchen die uralten hebräischen Wörter in unrichtiger Weise (das.); die Hagada in den Talmuden und Midraschim kann mit dem einfachen Sinn der Schrift durchaus nicht verknüpft werden, ja sie hat gar keinen Haltpunkt in der Schrift, und dieses hätten schon die Geonim gewußt, von welchen der Satz irnn by ppD px. herrühren soll (fast auf jeder Seite); der Prophet ist nur Bote Gottes, er selbst weiß nie, das Verborgene oder Zukünftige (13);- die E'HVTO zum Pe.sachlamm waren nach egyptischer Sitte, die M er.orim beständig bei ihren Mahlzeiten hatten (25): diese und tausend ähnliche rationalistische Sätze lassen hinlänglich den Jbn-Esra erkennen; um so mehr muß es uns wundern, wie er gegen den Rationalisten Ch iwi Alkalbi, den er MM WV (38). nennt, in den herbsten Ausdrücken losziehet. So scharf er aber auch in der rationalistischen Auffassung der Schrift ist, so sind die sprachlichen und sachlichen Erklärungen doch am Wichtigsten, und sehr viele sind des besten Exegeten nicht unwürdig. So z. B. Ex. 2, 9: ist Hifil-Imperativ von *lb\ nicht wie Saadja es erklärt, ähnlich ED*? Gn. 47, 24, aus VI; componirL, wo 0*6 eine absonderliche Feminalform von ^]b wäre. Das. 2, 17 ist auch ein Suff. fem., da ptiHIPl leicht als gut* mit pädagogischem Nun angesehen werden kann, hingegen E^'^, obgleich das Object weiblich ist, damit nicht zwei Num zusammentreffen. Das. 3, 2: L7'd§ ^2^2, aus dem Herzen (aus der Mitte) des Feuers, wo, Tßb s. v. a. Ez. 16, 30 ist. Das. 7, Iß: von aus üb (nicht) gebildet, wenn auch nicht wahr, doch sinnig. Das. 7, 11: &r\b ist nicht s. v. a. üb 22, sondern wie gewöhnlich Flamme, Klinge, dann aber übertragen auf eine Art Zauberwerk, das wie das Flimmern einer Klinge verschwindet. Das. 8, 13: E32 unterscheidet sich von 2^2, daß ersteres eine Collectivgattung ausdrückt. Das. 10, 1: VW' ist nicht Kal, sondern eine verkürzte Hisilform für und so alle Formen med. Jod, ein Erklärungsweise, hinter die erst die Neuzeit gekommen. Das. 13, 18: E^ftPl ist nur f. v. a. E'r^N, und wie dieses von dem Dualnomen f° jenes von und nicht von tfiton 8. y. a. wie die Neueren wollen. Trefflich bezeichnet Jbn - Esra die Futurform mit den Worten pTH K1W '»Djn by) (S. 33). Das. 15, 18: ist aus nb)y verkürzt und das Nomen ist IJ?. Das. 16, 15: Gabe, Theit, wie p im Arabischen. Das. 18, 2: VpnW Entlassung mit Geschenken, oder Mitgift, wie 2^-)^ sonst. Aus diesen wenigen Beispielen wird man wol zur Genüge den Sprachtakt Jbn-Esra's wiedererkennen, der nur von dem Umfange in der Realkenntniß übertroffen wird. Dia.Hauptdifferenzen zwischen Karäern und Rabbani ton* nach Ahr07i ben Elici's Vorrede zu seinem Pentateuch - Commentar. i) In der zweiten Hälfte zu der Vorrede des ausgezeichneten exegetischen Werkes PHin ‘IDE giebt Ahro n ben. Elia, wie es scheint, als Gegenstück zur Vorrede Jbn-Ezra's, ein Apercu über die mannigfachen divergirenden Richtungen, die sich auf dem Gebiete der Exegese geltend gemacht^ Haben, und dies führt ihn auf eine summarische Darlegung der zwischen Karäern und Rabbaniten obwaltenden Controverspunkte. Ec malt zuerst mit düsteren. Farben die in Folge des selbstverschuldeten Exils unter dem israelitischen Volke eingerissene.Unkünde und Mißdeutung der heiligen Schrift, so wie den damit zusammenhängenden Parteigeist. und Selbstwiderspruch in der Schriftauslegung. Anfangs, sagt er, schieden sich zwei Parteien, von denen die eine die verbale, die andere bie tr aditionale Schriftauslegung ausschließlich für die wahre hielt. Jede dieser zwei Parteien zerfiel wieder in zwei Fractionen. Von der ersten Partei legten einige alle Schriststellen nach ihrem Wortsinn 1) Die Partie der Vorrede, welcher wir unsere Relation entnehmen, findet sich bei Kosegarten Coroiik Legis S. 38 ff.