Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 32 (8.8.1840)
- Article
- Beur al sefer semot, oder Abraham Ibn-Esra's ... Commentar über Exodus
- Date
- 1840-08-08
- Page
- 497 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. AI 32. Literarische Übersichten. Jdn-Esra's Commentar zu Exodus von Reggio, — jSDie Hauptdifferenzen zwischen Karaern und Nabbaniten — lieber die neuesikn Bibelübersetzungen. Tie Snlomon'sche Bibel. — Uebersetzungen der Mischna und des Talmud's. Charakteristik der Uebersetzungen. — Die fortschreitende Entwickelung der Kultur der Juden in Deutschland. Lit. Ankündigungen. Leipzig, den 8. August L84V. Literarische Uederfichten. 14) mrV IDO by "11N2, oder Abraham Jbn- Esra's kurzer noch nie gedruckter Commenmr über Exodus, von dem langst gedruckten nnrerschieden. Aus einer matten Tunesischen Handschrift abgeschrieben und durch den Druck veröffentlicht von Isaak Samuel Reggio. Prag/ 1840. 8. (Druck u. Verlag des M. I. Land au.) V. S. 115. Die reichhaltige, trefflich druckende, Landau 'sche jDfftcin hat seit einiger Zeit kein unbedeutendes Verdienst um die Förderung und Mehrung der jüdischen literarischen Werke aus dem Älterthume, die sie, nach guten Handschriften copirt, mit vielen Opfern durch die Presse zu erhalten sucht. Abravanel's schöner zweibändiger Commeirtar zu Maimuni's More Nebuchim, der Auszug aus dem Diwan des Liederdichters Jehuda Halewp, welchen Luzzatto unter dem Namen Betulat Bat Zehuda vereinte; die Sammlung ausgezeichneter und merkwürdiger Grabschristen von in Toledo begrabenen berühmten Männern Israels, welche Luzzatto so eben unter dem Titel Ab ne Sikaron ’OSN) m dieser Ofsicin veröffentlicht, sind außer dem hier zu besprechenden Commenrar hinlängliche Zeugnisse von der Uneigennützigkeit dieser schönen hebräischen Ofsicin. Nicht minder aber als Hr. Landau verdienen die jüdischen Gelehrten Italiens, Reggio und Luzzatto, unfern Dank, für ihre unablässigen Bemühungen um die Veröffentlichung der verborgensten Schatze des jüdischen Alterthums. Die trefflichsten, belehrendsten Mittheitungen in den vier Theilen des Ke rem Chemed, namentlich diejenigen über seltene und kostbare Handschriften, die schönsten Beiträge zur Geschichte der jüdischen Poesie nach Delitzsch, den elegantesten, durchgebildetsten und formell abgerundetsten neuhebräischen Prosastyl verdanken wir den genannten Italienern. Unter den werthvollen herausgegebenen Handschriften ist aber dieser Jbn-Esra'sche kurzer Exodus-Commentar gewiß nicht die unbedeutendste. Von einem so seltenen, tiefen und universellen Geist, wie Abraham Jbn-Esra war, ist es billig, die noch so unbedeutendste Hinterlassenschaft der Oeffentlichkeit zu übergeben, und unsere historisch-kritische Zeit hat längst den Vottheit einer Ueberschau sämmtlicher Leistungen eines großen Mannes erkannt, und namentlich bei Jbn- Esra haben viele bis jetzt unbekannte handschriftlich blos hierhin und dorthin versprengte Reste ihr Auferstehungsftst gefeiert. Dr. Gabriel Lippmann bei Fürth gab 1827 Jbn-Esra's Zachot mit einem neuen gründlichen hebräischen Commentar heraus; 1884 zum ersten Mal nach einer Münchner Handschrift das Seser ha- Schem, ebenfalls gründlich in hebräischer Sprache commentirt, und endlich 1839 die grammatische Abhandlung Jbn-Esra's Sasa Berura, ebenfalls nach einem Münchner Codex. MiNr Letteris gab 1838 aus einer seltenen Handschrift das kleine Merkchen Jbn-Esra's, welches den Namen Sefat Jet er führt, in Preßbucg heraus; Luzzatto und Ghirondi theilten das Merkchen Schaar ha- Scham ajim, theils im Kerem Chemed, theils in Betulat Bat Jehuda mit, und in dem erstern auch sein Jgeret Sch ab bat, und allen diesen zum ersten Mal gebotenen Jbn - Esra'schen Schriften schließt sich würdig dieser kurze Exodus - Commentar an. Diese kurze Erläuterung des Exod war bisher, wie so viele kostbare Werke des Alterthums, nur noch in Afrika in einem Winkel versteckt, und in Europa kaum dem Namen nach bekannt; ein Pole brachte es aus Tunis mir, nach welchem Exemplar Hr. Reggio eine Abschrift genommen. Die Handschrift selbst war von einem gewissen Rafael Jedidja Ben Elieser Chajim aus Straßbnrg im Jahre 1476 angesertigt (er hat sie den 1. Adar geschlossen), und zwar umfaßte die Hand- 32