Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 31 (1.8.1840)
- Article
- Zur Erfindung der Buchdruckerkunst
- Date
- 1840-08-01
- Page
- 491 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891447-2363163--0632-2363200- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bemerkungen über die neuesten Bibelübersetzungen. 492 491 -,Wp"j2 bA Tg~pbp1^’ '*T?r *iDNi rr'Mtriy-^ Dpp’ E^a-'p cai wo ag-jVD’tjjB^ d^v-icw inrni 8'n 'xd qn’niDa'2 nPpn rpzfapn '■nj?1?« '2>i : inypaa ')ppDo N’P” ajcn 'tcn Louis L.. y in St. Bemerkungen über die in letztverfloffenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. 1. Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomon. (Fortsetzung.) I, In so fern eine Uebersetzung, wie es bei einem Volks- und Schulbuche zumnl im prosaischen Theil der Bibel der Fall sein fotl, mehr auf leichte und richtige Erfassung des Originalsinnes als auf Vo ssi sch e Kunstnachbildungen abfehen muff, fehlt um so mehr das genauere Einverstandniß über die Grenze der immer mehr um sich greifenden Wörtlichkeit, als unter den Bearbeitungen in gleicher Ansicht dennoch manche auffallende Verschiedenheit herrscht, und sogar jeder dieser 'Arbeiten in sich selbst nicht die strengste Eonsequenz abgesehen werden kann. Dr. Salomon spricht zwar in seiner Entgegnung von einem gleichgehaltenen Ton; allein ich weiß nicht recht, was bei einer treuen Uebersetzung, die an ihr Original gebunden ist, mit dem gleichgehaltenen Ton gemeint sein kann? Oer Ton ist ja vom Originale bestimmt, und kann nicht nach der Willkühr des Uebersetzens verändert werden; zu seiner Beobachtung gehört der gleichgehaltene Takt, die durchgeführte Ansicht. Eine genauere Zurechtweisung über die eigentliche Grenze der Wörtlichkeit könnte uns endlich zum Einverstandniß bringen, ob die Weise eines Onkelos und Mendelssohn wirklich als eine freie Erhebung des Geistes über die einengende Materialität des Buchstaben gelten dürfe, durch welche allein der durchdringende Einblick in das Wesen des Gegenstandes möglich ward, ob sie als das naturgemäße Abstreifen der lästigen 5püIXe gelten dürfe, damit die dynamische Entwicklung des inneren Wesens desto ungestörter vor sich gehen könne; oder ob diese ihre sonst beliebte Weise nur als das Zeugnis; ihrer beschrankten Fähigkeit hinzunehmen sei, und somit dem D&7D 12 und Eonsorten der höhere- Preis gebühre. Wohl hat die deutsche Sprache seit der Mendelssohn'schen Zeit so viel an Bildsamkeit und Ausdruck gewonnen, daß bei uns an mancher Stelle die strenge Wörtlichkeit mehr zu bezeichnen vermag, als damals selbst durch eine mäßige Paraphrase auszudrückm möglich war; auch übt der tiefere Einblick in den grammatischen Geist des Hebräers, woran unsere Zeit mit dem Fortgang an allgemein-grammatischer Beschauting merklich gewonnen hat, auch hier seinen bedeutenden Einfluß aus. Doch kann all dieser gemachte Fortgang nur stellenweise seinen Einfluß üben, und wird niemals bis zu einer durchgesührten, strengen Wörtlichkeit ansreichen können. Denn fremdartige Sprachen, wie die Hebräische und Deutsche gegen einander-sind, behaupten doch jederzeit gewisse Wesentlichkeiten, die niemals nach einerlei Form umgeschmolzen werden können, wenn nicht der Gedanke der einen in dem Ausdruck der andern verwischt, oder gar in dieser nur Wortschwall ohne Gedanken hervorgebracht werden soll. So wenig aber die Benützung des Fortganges in beiden Sprachen bei den betreffenden Uebersetzungen geläugnet werden kann, so sehr sich in Arnheims Arbeiten der intensive Einblick in den inneren Geist des Hebräers, zu erkennen gibt, so wenig kann dennoch auch im Gebiete der Möglichkeit eine strenge Eonsequenz abgesehen werden. Der vom Nabbinen Schott gemachte Tadel, wegen des Ausdruckes: Zwischen dem Lichte und zwischen der Finsterniß, welche Wiederholung der Präposition allerdings undeutsch ist, wird mit der Wörtlichkeit nach dem Originale abgefertigt; aber die von demselben Beurtheiler vermißte Uebersetzung des Wortes Uyg (Gen. 2, 50, welche doch nicht gegen das Deutschthum verstoßen würde, wird als Kleinlichkeit verlacht. Die von Heß bemerkte Dunkelheit im 8. Verse des 21. Kapitels des Exod, wird damit entschuldiget, daß man in die Uebersetzung keine Paraphrasie einmifchen dürfe; ist aber der Ausdruck: ihr sollt wild aufwachsen lassen für lStny Cninjfl (Lev. 19, 23) keine Paraphrasie? Liegt in dem Ausdruck: die Frucht wild auswachsen lassen ein Sinn. Die Pflanze selbst kann gepflegt, beschnitten, geputzt, u. d. g., werden, und wo dieses unterbleibt,, da laßt man sie wild aufwachsen; aber die Frucht des Baumes? Soll vielleicht vom Ocnliercn und Kopulieren hier die Rede sein?-— Ist das Wort mrv(Lev. 25, 23.) durch : für immer wirklich übersetzt und warum nicht zum Verfall? Der 21. Vers des 10. Kapitels Gen. lautet bei Salomo.n: Und dem Schein, auch ihm wurde geboren, ihm, deu Vater ist aller Söhne Ebers, ein Bruder ses Jephet, des ältesten. Das, Wörtchen wird hier verdreifacht, auch ihm, ihm, der ist. Warum aber ist der Nominativ ftin durch den Dativ ihm übersitzt? weil der Hebräer am Fürwort des Nachdruckes den Casus nicht wiederholen darf, der Deutsche aber die Endung wiederholen muß. Dieselbe Bewandniß aber hat es auch mit der Apposition des Gattungsnamens nach dem Eigennamen. Der Gattungsname darf hier" nie den Casus