Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 31 (1.8.1840)
- Article
- Dine Schechitha von Ahron ben-Elia dem Jüngeren
- Date
- 1840-08-01
- Page
- 489 (sequence 2)
- Language
- German
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489 490 Dine Schechitha. Lit. Analekten. Zur Erfindung der Buchdruckerkunst. schaulicht, haben wir nun zunächst etwas über die Abfassungszeit des Buches und die Beziehung desselben zu den übrigen Werken des Verfassers hinzuzufügen. Wir werden die Zeit der Abfassung, nach innern und äußern Gründen, so genau als möglich zu bestimmen suchen. 1) Die '’j'H sind nach 1346 geschrieben. Dies geht daraus hervor, daß der Verfasser zweimal auf sein bereits vollendetes Werk yv verweist, woraus zugleich die Identität der sonst für verschieden gehaltenen yv und und die Authentie der erstern Benennung als des Haupttitels hervorgeht. Das erste Citat findet sich in der Vorrede (Curl.Lips. f. 116, 6), wo es also lautet: „In der Zeit Noal/s befahl Gott um der damals herrschenden Zügellosigkeit willen, wie wir in dem Buche D»H \l 2V erinnert haben, aus Rücksicht für die vernunftbegabte Creatur als ein handleicendes Mittel den Genuß vermittelst der Schechitha"; der Verf. j .ezieht sich hier auf das 99. Kapitel seines großen relij gionsphilosophischen Werkes (S. 156. 157). Das andere Citat im 1. Cap. der 4. Pforce bezieht sich auf die im 89. Cap. des ü^n y)) aufgeführten und beurtheilten Meinungen der früheren Gelehrten über den Rechtfertigungsgrund des Thierschlachtens in Bezug auf Gott. Der Cv»n yv nun ist nach der Ueberschcift des L Leidner Bibl#lil. p./2) und des Leipziger Codex (der Münchner reicht nur bis ins 84. Cap.) im I. (mit dem jeder andern Deutung des N vorbeugenden d. i. im I. 5106, Chr. 1346 vollendet. Die Abfassungszeit der fflCO’riB' 'OH fallt f also nach 1346. I 2) Die nwm OH sind zwischen 1346 — 1354 abgefaßt. Da dieselben, nachdem sie wahrscheinlich erst J als Monographie ausgearbeitet waren, spater dem mKD D I einverleibt wurden, so müssen sie natürlich früher verabfaßt ftin, als letzteres zur Vollendung kam. Dies ge- | fchah, wenn anders De Rossi^s Relation (Cod. 1/3) s glaubhaft ist, nach den Aussagen des Verfassers selbst t in den Gesetzbestimmungen über das Sabbat- und Jubet- I jahr, im I. 5114, Chr. 1354^). Wir können die Ab- | fassungszeit der m&T>&‘OH auch noch fpecieller in Bezug auf zwei andere Theile des fTOD D bestimmen. I Unsere Monographie wurde früher versaßt, als des Verfassers mH}? D oder mH}? tPH’Ö (spater auch unter dem symbolischen Titel dem mW D einverleibt) und ftüher als das v. . Beide citirt j Ahron als Schriften, die er zu schreiben gedenke, (Vorr. und Sch. I. Cap. 1. V, 3. 0oc!.1ö.ip8.116, a. 117, a.). 1) absolut — 13“®^, mtgcg. pb1?. 2) Begonnen war dies große nomokanonische Werk in seinen einzelnen Theilen schon vor 1346, wenn anders das an Ez Chajim Cap. 11 (S. 32) citirce HNH IDO ein Theil desselben ist. Das späteste WerkAhrons ist das 1360 vollendete rpliri ‘TTlS (K086gart6n, Corona Legis S. 4). Ausdrückliche Zeitangaben finden sich im Buche selbst nicht, außer daß Sch. I. Cap. 3. Ahron seinem Schwiegervater Mose eine abenteuerliche Geschichte nacherzählt, die im I. WN, d. i. 5099, Che. 1339 vorgefallen sein soll. (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. I. Zur Erfindung der Buchdruckerkunst. Ohne das Verdienst des genialen Gutenberg, zu dessen Andenken in allen deutschen Landen mit Recht herrliche Feste gefeiert wurden, zu schmälern, dürfte es vielleicht nicht uninteressant sein, aus dem Talmud zu erfahren, wie schon.vor 1800 Jahren während des Bestehens des zweiten jüdischen Tempels ein Jude die Erfindung gemacht „durch Zusammen? fügung beweglicher Hölzer oder Röhre Worte darzustellen." Es heißt nämlich im Talmud (Joma 38b): nm ms srsn r\t>vü~bv_ ren tih "i^iTis H ro’n nrvn dni ■pniy2ass p? ppib^ip H byv : nns n?s rcrrc rvn nrn.s „Ben - Kamzar wollte eine (neue) Schreibart nicht lehren; man sagte: daß er vier Röhre (oder Hölzer?) zwischen seinen Fingern nahm, und wenn ein Wort aus vier Buchstaben bestand, es mit einem Male schrieb." Es ist wohl factisch unmöglich, ja den geschicktesten Calligraphen heutiger Zeit mmiöglich, durch Zusammenhalten mehrerer Federn in einer Hand ein Wort aus verschiedenen Buchstaben bestehend mit einem Male zu schreiben, und Ben- Kamzar schrieb hebräisch! — Wahrscheinlicher ist, daß B e n - K a m z a r sich aus Rohr oder Holz (denn ü)üb)p bedeutet wohl eher eine Art Rohr, womit man zu damaliger Zeit schrieb, als Feder, welche Bedeutung man dem Worte spater gegeben zu haben scheint) Stempel verfertigte, und durch Zusammenhalten derselben in der Hand die Worte darstellte. Seine Zeitgenossen vermutheten^ daß er diese Worte durch verschiedene in gleichzeitiger Bewegung gehaltene Schreibehölzer heroorbrachte, weil sie sich keine Idee davon machen konnten, daß er Worte durch Abdrücke der Stempel — zuverlässig mit der Hand, ohne Presse — hervorbrachte. — Es gab damals noch keine Patente, der Erfinder war nicht human genug seine Erfindung gemeinnütziger zu machen , und so sank dieselbe mit ihm ins Grab, bis ein späteres Genie erstand und dieselbe Erfindung zum Nutzen der ganzen Welt machte. Wie sehr die Zeitgenossen des Ben-Kamzar Erfindung zu schätzen wußten, besagt folgende Stelle in der oben angeführten Gcmara: