Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 31 (1.8.1840)
- Article
- Das Morgenland ... [Rezension]
- Date
- 1840-08-01
- Page
- 487 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891447-2363161--0626-2363198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
OCR text
487 Literarische Übersichten. Das Morgenland von Dr. Preiswert. 488 erstrecken, haben zum Aufbau aller in der Nachbarschaft gewesenen und noch vorhandenen Städte die Materialien geliefert, Seleucia ()1p^D$ von den Griechen), Ktesiphon (pöDEOpj von den Parthern), Alma da in (von den Persern), Kufa (von den Khalifen) und zahllose kleine Städte, Dörfer, Karavanserai's sind aus Babels Trümmerhaufenvon Backsteinen (D'O^) gebaut; dabei giebt es aber. noch der Trümmer so viele, daß vielleicht noch nach Jahrhunderten von daher das Material genommen werden wird. Die Hauptruinen von Babel sind Mukallibe, Al-Kasr (das Schloß), Amran-Hügel, Birs-Nimrod, Belus-Thurm, welche hier ausführlich beschrieben werden, und nicht uninteressant für die Kenntniß des Alterthums sind. 3) Zusammenhang der letzten Gleichniß-Reden Jesu; deren Besprechung aber nicht im Bereiche dieser Blatter liegt. 5) Der deutsche Handwerker in Jerusalem während der Eharwoche des Jahres 1834. Hier wird ein wahres aber düstres Bild von der Zwietracht und der Feindschaft der verschiedenen christlichen Eonftssionen entworfen, die der ehemaligen Feindschaft zwischen Pharisäer und Sadducaer nicht Nachsicht. 6) Der Sinai, von dem bekannten Reisenden Rußegger, welcher Bericht, aus der gedruckten Reisebfschreibung entnommen, seine Hauptwichtigkeit in den Messungen der Plateau's und Gebirge hat. Die andern Rttftjkizzen über Hebron und die Wüste, über Betlehem und Jerusalem,' über die Lage des todten Meeres u. f. w. sind aus Nußegger entnommen. 7) Der Leviathan, eine archäologische Abhandlung, mit Benutzung der neuesten Nachrichten über das Krokodil, wobei auch das bekannte Kapitel in Hiob verdeutscht und ausgelegt wird. 8) Der Prophet Micha, wo eine Analyse seiner Weissagungen gegeben wird. 9) Urber die Zunamen der Moslimen, von dem Orientalisten von Hamm er-Purgstall, bezüglich auf den Aufsatz von Kosegarten, in der Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, wo über Namen, Vornamen, Zunamen und Beinamen der Moslimen abgehandelt wird. Schon Ssafe di in der Einleitung der Biographieen hat einen Abschnitt diesem Gegenstände gewidmet, und über Eigennamen (Aalem), Vornamen (Kunijet), Zunamen (Lakab) und Beinamen (Menfub) abgehandelt. Die Vornamen werden entweder von den Kindern (Abu- Ali, Abu-Amar), oder von den Eigenschaften des Benannten hergenommen (z. B. Abul-Maani). Der Zunamen wird von der Religion (Din), oder von dem Hofe (Dewlet) hergenommen. So z. B. Ssalaheddin (Saladin), Wohl der Religion, Nureddin (Nuradin), Licht d. R. Hr. v. Hammer zahlt eine Centurie solcher Namen aus der moslimifchen Geschichte auf. Der Beiname (Menfub) bezieht sich entweder auf Geburtsort, oder auf den Aufenthaltsort, auf die Beschäftigung, auf den Schutzherrn, auf den Stamm oder auf die Sekte, so daß mancher sechs oder sieben Beinamen führen kann. Dann giebt es noch Spitznamen, bald als Lob bald als Tadel, unter welchen er bekannt oder : berühmt geworden, und endlich Dichternamen (Mach- \ laß), welche nur Dichter in ihren Gedichten zu führen j. berechtigt sind. 10) Der Rauberhauptmann auf dem Olymp rc. Ein wild-romantisches Gemälde von dem bekannten Urquhact. 11) Stand der Dinge im Morgenlande. Ein Bild aus der Gegenwart. 12) Die Zeit der Propheten, mit einer synchronistischen Zeittafel der Bibel-Geschichte von Samuel bis Maleachi (1100 — 400 v. Ehr.). Dieser chronologische Aufsatz, der sich über einen Zeitraum von 700 Jahren erstreckt, \ ist sehr belehrend und vielleicht der interessanteste. An!■ der Spitze dieser Epoche steht Samuel und Maleachi j schließt dieselbe. Eben fast so interessant ist der darauf i folgende Aufsatz: 13) Aleppo, ein Bild dieser uralten [. Stadt, geschildert m ihrer neuesten Geschichte. 14) Ueber, j= Griechenland und seine Kirche. 15) Mahmud 11. und L seine Negierung, ein Bild aus der Gegenwart; ein treffj, licher Aufsatz. 16) Die griechische Kirche und ihre \ Organisation. Arch imandrit (von <xq%cov trjg j, Haupt der Heerde) ist nur ein leerer Titel. 17) Die Geräthe im Heiligthume, eine antiquarische Forschung? mit einer sehr schönen Zeichnung des Leuchters, lithographirt. Der Schluß des Ganzen bildet eine Ueber-; schau über den Stand der Dinge im Orient. Diese Aufzählung wird dem Leser einen genügenden Maßstab geben, diese Monatsschrift zu beurtheilen; ec wird daraus erkennen, daß unsere Namensschwester weniger wissenschaftlich und historisch, als anregend und unterhaltend ist, und gewiß ist das Morgenland in dieser Beziehung mit j Recht zu empfehlen. Der Schweizer, Hr. Dr. Sa- |j muel Preiswerk, der Redakteur, obgleich ein tüchrf tiger Kenner des hebräischen (nicht jüdischen) Alterthums,! was ec durch das schöne hebräische Festgedicht zu dem Gutenbergsfeste vorzüglich gezeigt, hat auch für Verhältnisse der Gegenwart einen lebendigen Sinn. Dine ScliecMtlia von Ahron ben-Elia dem Jüngeren. (Fortsetzung) Nach dieser den Inhalt der Monographie. Ahron b. Elia's über das Schlachten übersichtlich darstellenden Epitome, die, ungeachtet ihrer Dürre, doch die Stellung der Karäer zur rabbanitischen Tradition und ihre Differenzen auf einem fast ganz traditionalen Gebiete (ein sicherlich nicht Mnteressczntes Thema)" deutlich veran-