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Der Orient · 1840-08-01 · 31 (1.8.1840) · p. 485

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
31 (1.8.1840)
Article
Devarim ahadim, der kleine Präparant ... [Rezension]
Date
1840-08-01
Page
485 (sequence 2)
Language
German
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485 Literarische Uebersichtey. Der kleine Präparant von Arnheim. 48tz man betreibt das Hebräische nicht wie jede andere Sprache, wie etwa das Lateinische und Griechische, in Stufen?- gangen von Grammatik zur Lectüre, sondern noch ganz nach orientalischer Weise, wie etwa noch heute die Juden in Marokko., durch beständiges Versagen und Einbläuen. So war es in den alten Schulen von orientalischem Gepräge (C^TT)), wo auch wir fast nur durch die hartnäckigste Uebung das Bischen Hebräisch erst erlernten, und selbst nach langer Mühe und vieler Zeit mußte dennoch das Meiste erst die geistig begünstigte Natur thun. Der kleine Präparant ist der Uebergang von jener bizarren, verschrobenen Methode, oder vielmehr Unmethode, zu einer regelmäßigen, vernünftigen und regelrechten Betreibung der hebräischen Sprache, oder vielmehr zu einem gedeihlichen Unterrichte in dem Pentateuch, was in unserer Zeit um so nöthiger war, da die vielen für das bürgerliche Leben nöthigen Gegenstände der Schuljugend viel Zeit rauben. Die alte, alle Selbstthatigkeit abtödtende Lehrweise reichte allenfalls so lange aus, als das Hebräische in der jüdischen Umgangssprache sich noch abspiegelte, nämlich vor der Mendelssohn'schen Periode, als der Schüler die halbhebraische Uebertragung des Hebräischen (z. B. rnC-D DK IL'Z) uP1 Eßaw hat Me base gewesen die Bechora) noch verstand; keineswegs aber in der Neuzeit, wo das europäischgermanische Element jede jüdisch-orientalische Eigenthümlichkeit verdrängt hat und noch verdrängt. Freilich ist das Büchlein nur das Mittelding zwischen der wissenschaftlichen und unwissenschaftlichen Methode; es soll den Schüler und noch mehr den Lehrer von d'em alten Irrwege zu einer eigentlich gesunden Methode hinleiten, aber selbst als solches müßte es von den Lehrern freudig ausgenommen, werden. So lange das Hebräische auf jüdischen Schulen noch nicht wahrhaft schulmaßig gelehrt wird, so lange man die Grammatik noch nebenher schleichen. laßt und die Sprache ohne Sprachregeln zu verstehen vermeint, muß man wenigstens diejenige Methode wählen, die der Regelmäßigkeit am nächsten ist. Der Vers, nimmt jedes Wort der Genesis nach der Reihenfolge durch, bei jedem das passende deutsche Wort und die Radix durch typische Abscheidung des Wesentlichen angebend, und dennoch ist Raum genug gespart worden, daß das Büchlein nicht zu theuer ausfiel. Es wäre zu wünschen, daß Lehrer auf diesem Wege fortführen, damit der Schüler für die ganze Bibel eine solche Praparation habe, und unsere Jugend endlich auch im Hebräischen selbstthatig sich zu beschäftigen lerne. Dann erst dürfen wir hoffen, daß das 5pebtaifd;e wie jede andere Sprache aus jüdischen Schulen allgemein gelehrt werden wird; der Schüler, wenn auch noch so jung und zart, wird erst die Regeln einer guten Grammatik, nicht einer Grammatik wie die Johlsohn 'sehe ist, die selbst für die alte Lehrweise zu schlecht, ist, einüben, und daun mit Hülse des Wörterbuches zum Lesen sich prapanren, und gewiß ist eine solche Zeit nicht mehr fern, da die Zeichen ihres Herannahens in dem Erkennen des Uebels sich zeigen. 13) Das Morgenland. Altes und Neues für Freunde der heiligen Schrift. Eine Monatsschrift herausgegeben von S. Preis werk. Zweiter Jahrgang. Basel 1839. Mit 4 Zeichnungen. 6. S. 334. Die Namensschwester des Orients mit verdeutschter Benennung verdient, nicht der Namensvetterschaft sondern des Inhalts wegen, hier eine ausführliche Anzeige. Das biblische, orientalische Alterthum, das hier in fast schönwissenschaftlicher Gewandung dem Leser vorgeführt wird, gleichsam als die moderne Fortsetzung der bekannten orientalischen Bibliotheken von Michaelis und Eichhorn, und die Verklärung dieses ehrwürdigen Alterthums durch das Helldunkel des heutigen Orients, ist auch für unsere Geschichte und für unsere jüdische Wissenschaft, die selbst nur ein aus dem Morgenlande in das Abendland versetztes Reis ist, von Interesse und Bedeutung. Denn, daß diese Monatsschrift von einem Christen, und sogar von einem orthodoxen und gläubigen, redigirt und nur im Dienste des Christentums geschrieben wird, kann uns an einer Anzeige nicht hindern, da wir, die Erweiterung der jüdisch - geschichtlichen und literarischen Kennrniß allein im Auge habend, das Eonsessionelle weniger scheiden, und eben sowohl Beitrage von christlichen Gelehrten, wenn sie in dieses Gebiet gehören, aufnehmen, als auch Producte christlicher Gelehrten, so sie das Gebiet der jüdischen Geschichte und Literatur berühren, gern besprechen. Als Monatsschrift von je zwei Bogen konnte der Red. schon eher größeren Aussätzen einen Platz einräumen, zumal Tagesberichte ganz ausgeschlossen wurden, und wirklich finden sich zuweilen Aussätze, welche das ganze Heft einnehmen. Wir geben eine Uebersicht des Inhalts: 1) Die Wiege der Völker. In dieser sehr kurzen Skizze weist der Vers., eingeleitet durch einige mystische Satze, auf den Orient hin, wo das irdische- E d e n (Wonneland) war, wo auf dem Berge Ararat in Armenien die Zlrche sich niederließ, mU>. wo die Wiege der neuen Menschenwelt war. Da werden die bekannten Satze, als da sind: die große Naturrevolution der Erde, in deren Folge die kürzere Lebensdauer, die Urreligion, wie sich durch Symbolik der Naturdienst daraus gebildet, über Egypten und seine Priester tu s. w. ohne die geringste Eigenthümlichkeit vorgetragen, schließend mit einer recht pietistischen Predigt. Der Vers, übersetzt ssl-ss O /O, König der Gerechtigkeit, und Cp&'nv als aus p'p&f NVT, das geehrsürchtete, heilige Salem, deren Richtigkeit wohl mit Recht jeder Exeget bezweifeln wird. Viel interessanter ist der Aufsatz : 2) Der babylonische Thurm. Die Trümmer Babels, die sich stundenweit auf der West- und Ostseite des Eusrats 31 *

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