Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 29 (18.7.1840)
- Article
- Bemerkung / Saalschütz
- Date
- 1840-07-18
- Page
- 458 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891444--0587-2363073- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
459 460 Poetische Mittheitungen von Dr. Carmoly. Rückblicke von Dr. Lowositz. die Arbeit dieses Gelehrten selbst vor Augen zu haben. Die Bemerkung jedoch will ich mir noch erlauben, daß es unstreitig etwas sehr Verdienstliches und Fruchtbringendes wäre, wenn, mehr als dies bis jetzt geschehen, tüchtige Kenner des Hebräischen das Koptische mit in den Kreis ernster Studien ziehen möchten. Dr. S aalschütz. II. Poetische Mittheilungen von 2) r. C arm o l y, . Ueber einige sefardische unbekannte Dichter. 5) Don Vidal Ben La bi, dessen eigentlicher Name: Don Josef Vidal Ben Benbenaste Ben Labr ist, war wie sein Vater ein Mecän der Wissenschaft, Er gründete in Toledo eine jüdische Akademie, wo die Gelehrtesten seiner Zeit sich versammelten, um gelehrte Gegenstände zu besprechen. An dieser Akademie lebte der berühmte Josua Halewy, der nach 1467 in Toledo eintraf, wie man es aus dem Vorworte zu seinem Werke Halichot Olam, das er zu Ehren Don Vidal's verfaßte, ersehen kann. Es heißt daselbst nämlich: „Als mich die Umstände aus meinem Vaterlande wandern ließen , da kam ich in Toledo an, und siehe, ich erblickte einen ausgezeichneten, vornehmen Mann, der eine tiefe Kenntniß des Talmuds besaß und die schönsten Tugenden sein eigen nennen konnte, es war der Nasi Don Vidal u. s. w.; auch in außerjüdischen Wissenschaften besaß er eine ungemeine Erfahrung, denn er wurde als Dichter und Sänger hochgerühmt und als Kenner des Arabischen allbekannt." Ich besitze von ihm ein Gedicht, worin die Sinnverschiedenheit des lin eine Rolle spielt. Von ihm besitzt man auch eine Uebersetzung des Kanonauszuges des Josua Lorki, den er unter dem Namen 21) in's Hebräische übertrug, wie es dort in der Vorrede heißt. Nach dieser genauen Angabe ist Sabbatai (Buchst. 4 §.36.) in Betreff dieses Buches zu corrigiren. Diesen erwähnten Don Vidal darf man übrigens mit einem andern dieses Namens, der hundert Jahre vor ihm zu den Zeiten Isaak ben Scheschet's (S. Gutacht, desselben p. 340.) gelebt, nicht verwechseln, 6) Maestro Estrok Romoch, war ein sefardischer Dichter zur Zeit des Don Benbenaste Ben Labi, und von ihm rührt das Epitaph am Eingänge zur Grabeshöle des Jom- ThobNomoch(S.N. 17), dessen Brudex er war, So fand ich es angemerkt in einer Handschrift der königl. Bibliothek zu Paris. Rückblicke auf einige die Schrift: „Rabbinenwahl rc. jc." betreffende, unschuldige Mißverständnisse. Forsan et haec ineminisse juvabit. Bald nach dem Erscheinen der eben genannten Broschüre übernahmen es eine Anzeige in den „isrqel. Annalen" 1839. Nr. 36. und mehr oder weniger eine „Privatmittheilung" dadirt aus Breslau, in der Allgem. Zeitung des Judenth. 1839, Nr. 91 auf eine nicht weniger entstellende, verkehrende und verkehrte als oberflächliche Weise, Inhalt und Zweck des Schriftchens dem größer» Publicum zu debitiren. Aehnliches erfolgte auch Seitens der Berliner Lit. Zeitung (9. 8. 839) in einer kurzen Anzeige, welche schon durch ihren Styl von der größten Flüchtigkeit zeugte, so wie auch noch von andern Seiten her wie z. B. in einem Schreiben aus Posen, Allg. Z. d. I. 1839 Nr. 92 sich Mißverständnisse kund gaben. Mit dem Gedanken, daß die Schrift bei der Masse der rüstigen Streiter für „Licht und Recht", und namentlich bei ihren kritischen Organen in den Zeitblättern, nicht nur keine Sympathieen finden, sondern vielmehr hie und da von ihnen, mit allen Zeichen der Unbehaglichkeit einer im Innern verweigerten Assimilation, perhorrescirt werden würde — war der Verfasser derselben gleich Anfangs so vertraut, daß er sich einer Verbreitung seiner Schrift gegen jene Angaben, dabei dem gesunden Sinne, der Vorsicht und Umsicht der von dem Gegenstände irgendwie berührten Leser vertrauend, vollkommen überheben zu können glaubte. Er glaubte dieß um so mehr, als er es wünschte, und nebenher auch wohl hossm durfte, daß man auf der entgegengesetzten Seite, bei den den seinigen verwandten Bestrebungen und auf gemeinsamen, conservativen Standpunkte, es nicht übersehen und nicht für zu gering achten würde, dem Schriftchen, wenn auch nur durch eine unbefangene ganz ungetrübte getreue Darlegung seines Inhalts, Recht zu verschaffen. Letzteres ist jedoch so viel mir bekannt, nicht erfolgt. Und da überdieß neuerlich Hr. Dr. Holdheim in der Broschüre: der religiöse Fortschritt im deutschen Judenthum, Leipzig 1840, auf unser besagtes Schriftchen encgegnet hat, so möchten vorliegende Bemerkungen zu dem von Herrn Dr. Holdheim in dieser Beziehung Vorgebrachten, zumal sie zugleich die von oben erwähnten Mittheilungen verbreiteten Mißverständnisse erledigen, namentlich im Interesse des so wichtigen Gegenstandes gerechtfertigt erscheinen, und wohl die Aufmerksamkeit des Lesers m Anspruch nehmen dürfen. Der Recmsent des Hrn. Dr. H. in den israel. Annal. 1840, Nr. 15, macht zwar die harmlose Bemerkung, daß Hr. Dr. H. einen Theil seiner Schrift, wie er glaubt, sehr unnöthr'ger Weife auf die Widerlegung einer sicherlich schon halb vergessenen Broschüre: „Rabbinenwahl," verwendet. Doch, wir wollen mit ihm weder über sein schlechtes Gedächtnis rechten, rwch auch darüber,