Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 28 (11.7.1840)
- Article
- Nachlese zu Dr. Geigers Bemerkungen im Literaturblatt des Orients Nr. 22
- Date
- 1840-07-11
- Page
- 441 (sequence 2)
- Language
- German
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441 442 Nachlese zu Dr. Geigers Bemerkungen. Ueber die Karäer in der Krim. heiße". Offenbar ist nicht rYl'b, sondern DJ12 oder 12)12 zu lesen; Bonet ist ein nicht selten vorkommender Zunamen, den besonders die Familie Bedkraschi getragen. — Auch über das Buch Maarechet bin ich eines Bessern nicht belehrt worden, um so mehr gewinnt meine gemachte Bemerkung hierüber an Authenticität- — Was die ursprüngliche Bedeutung von p '*JTVP anlangt, die Hr. Dr. G. „dahin gestellt sein läßt" und Hr. Dr. F. für unwahrscheinlich hält, so zweifele ich an der Nichtigkeit meiner gemachten Bemerkung nicht einen Augenblick. Elasar aus Worms*) sagt: i^SVN -\20vb ■ n^1J?l d. ().' der eigentliche Zahlenwerth von von 'Nvi)N, betrage 788. — Was endlich Abulwalid und Isaak ben Iasos betrift, so muß ich gestehen, daß mich ^anfänglich die Einwendung des Hrn. Dr. G. wankend machte, aber bei nochmaliger Prüfung fühle ich mich davon doch nicht völlig überzeugt. Ist denn authentisch bewiesen, daß D. K. seine Citate nicht dem Jbn Esra, sondern Abulwalid's Wörterbuche entlehnt habe? Das Epithethon c6n D^n hingegen habe ich in meinen Notizen nicht in Anspruch genommen, und tragt auch als Ausnahme zur Sache nichts bei. — Bei dieser Gelegenheit erlaube ich wir hier noch auf einige in der Biographie verkommenden Flüchtigkeiten aufmerksam zu machen; und diese Flüchtigkeiten wie andere, die ich hier aus Gründen übergehe, hätte man gewiß mehrentheils nicht angetroffen, wenn überhaupt das Melo Chofnajim nicht aus einer Zeit hervorgegangen wäre, wo leider der Berf. ein „unstätes" und „unruhiges" Leben führen mußte. Del- Medigo's Uebersetzüng der Aphorismen des Hippokrates (Biographie XLVI. Nr. 9) ist edirt hinter dem Büchlein D>0 1*0, Prag 8. S. Sabbatai B. Resch N. 54; Oppcnh. Cat. ed. 1782 s. v. und ed. 1826 p. 644 N. 816. — Im Schlußworte ist schlechthin von Hrn. Dr. G. ohne alle übliche Hinzufügungen „wie mir bekannt", „wie mich dünkt" u. s. w. hingestellt worden, daß man del Medigo von 1648 an „ganz in Vergessen heit gerathen lassen" — den Biographen im Meaffef, Myses und Zunz ausgenommen — und so wäre „einer der größten Männer in Israel spurlos und klanglos dahin geschieden". Nun aber finden wir genug Gelehrte, große Rabbinen mitg^rechnet, die „mit Liebe Stellen aus seinen Schriften" citirt und „mit voller Einsicht in den vielbegabten Geist Andeutungen ausgenommen" haben? Noch mehr, man hat sogar d. M. die Würdigung widerfahren lassen, eine seiner umfangreichsten Schriften genießbarer und zugänglicher zu machen. Eljakim ben Abraham aus London hat das No blot Chochma in schönem *) Wo sich dieses Cirat findet, kann ich augenblicklich nicht angeben. Ich hatte diese Anführung vor geraumer Zeit in meinem Notizenbuche als eine schwer aufzulösende neben einer andern, gleichfalls schwierigen Stelle schlechtweg im Namen des Elasar, des Verfassers des pifH, verzeichnet. und fließendem Styl gut epitomirt und unter dem Titel 7D8Din London 1799 in 8. herausgegeben.' S. Mg. ' IV. Etwas über Karäer in der Krim, von I. B. in Lemb erg. Für das Literaturblatt des ,,Orients," das mit seltener Beharrlichkeit dem wissenschaftlichen Leben des Iudenthums geweiht ist, erhalten Sie hier ein Sendschreiben im Original, welches der strebsame und gelehrte C H a j i m R o f e n bl att in Odessa an seinen Schwager Hirsch Chajut, den als Schriftsteller bekannten Rabbinen zu Zolkiew, die Karäer in der Krim betreffend , gerichtet hat, und welches Sie wörtlich zu übertragen die Güte haben mögen. Dieses .Schreiben ist für manche antiquarische Forschung gewiß nicht uninteressant; denn außerdem, daß man die Unrichtigkeit des Berichts in einer gewissen Zeitung, wo es heißt, daß I s a a k S a n g a r i ein Karäer war, daraus~ leicht erkennt, erfahren wir in Bezug auf karäisches Atterthum noch manches Interessante, das uns bis jetzt entgangen ist. Hier das Sendschreiben, zu welchem Sie einige Anmerkungen machen mögen: „Odessa, 8. Nisan, 5699. Indem ich mich deiner Bitte und deines Wunsches erinnere, daß ich dir über alles, was mir über die Juden in der Krim (DWp) und über die Chasaren, die ehemals in der Nahe und in dieser Provinz gelebt hatten, in die Hände kommen sollte, schreiben möge, habe ich dir jetzt Einiges mitzutheilen, daß dich erfreuen wird. Der Gouverneur der Krim hat an die dort ansässigen Karäer die Bitre gerichtet, aus alten Werken, oder mit .sonstigen untrüglichen Beweisen, klar über die erste Ansiedelung dieser Sekte berichten zu wollen, sowohl über die Zeit, wenn diese Ansiedelung erfolgte, als auch über den Ort, woher sie den Ausgangspunkt genommen. Mit dieser Bitte waren noch mehrere Fragen verbunden, die sämmtlrch auf Karäer Bezug hatten. Dadurch veranlaßt unternahm es ein tüchtiger, einsichtsvoller Gelehrter, Herr A b r a h a m Firk o w i t sch, in Begleitung einiger Genossen, uralte Plätze auszusuchen, wo ehemals Juden oder Karäer gewobnt haben sollen, bei welcher Gelegenheit sie manches Bemerkenswerthe entdeckten. Zuerst begaben sie sich nach dem von steilen Abhängen, Felsen und Abgründen umgebenen Bakcschisarai am Tschuruksu, nach dieser uralten Residenz der tatarischen Chane, in dem jetzigen Gouvernement Tannen, dann nach dem anderthalb Stunden von der Stadt entfernten, auf einem hohen Felsen gelegenen und von 1,200 karäischen Familien bewohnten Tschu fud- Äa.le -1V2), d. h. in tatarischer Sprache Judenbürg, welche Stadt, von Karacrn allein bewohnt und durch Lage und Mauer befestigt, fast wie. eine karäische Festung erscheint >). 1) Die karäische Gemeinde (G\X*)p bup) zu Tschufud- Kaie zerfällt in zwei Kahal's; ein Lheil der Gemeinde w»hnt